Fr., 17.02.2017

Fußball: 3. Liga Preußen ohne Netz und doppelten Boden

Winterneuzugang Martin Kobylanski führte sich mit einem Doppelpack gegen Duisburg prächtig ein. Gegen Großaspach könnte er am Samstag sein Startelf-Debüt für die Preußen feiern.

Winterneuzugang Martin Kobylanski führte sich mit einem Doppelpack gegen Duisburg prächtig ein. Gegen Großaspach könnte er am Samstag sein Startelf-Debüt für die Preußen feiern. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Der SC Preußen Münster ist im Kalenderjahr 2017 im eigenen Stadion noch ungeschlagen. Um diesen Zustand zur Serienreife zu bringen, bedarf es aber noch einiger Folgesiege. Gegen Großaspach steht am Samstag (14 Uhr) das zweite Punktspiel des Jahres im Preußenstadion an.

Von Ansgar Griebel

Neues Spiel, neues Glück: Wenn der SC Preußen Münster an diesem Samstag (14 Uhr) gegen die SG Sonnenhof Großaspach aufläuft, dann geht Trainer Benno Möhlmann ungeachtet aller Personalprobleme zuversichtlich in die Partie. „Ich habe eine Truppe beisammen, die gute Chancen hat, gegen Großaspach zu punkten“, sagt der Mann, der sich selbst als Pragmatiker bezeichnet. „Ich habe mir abgewöhnt, mir Sorgen um die Mannschaft zu machen. Mit den Spielern, die zur Verfügung stehen, werde ich ein Team bilden, dass in der 3. Liga bestehen kann.“ Abgehakt ist der schwarze Mittwoch, als sich Sinan Tekerci verletzt abmelden musste und der Comeback-Versuch des angeschlagenen Abwehrchefs Ole Kittner scheiterte. Beide werden gegen Großaspach ebenso fehlen wie Benjamin Schwarz, der seine Gelbrot-Sperre aus dem Duisburg-Spiel abbrummen muss.

Im Abschlusstraining zählte Möhlmann am Freitag noch 16 einsatzbereite Feldspieler, die folgerichtig ohne Casting den Recall für den Spieltagskader schafften. Unter anderem der gerade wieder genesene Sandrino Braun sowie Mehmet Kara und Cihan Özkara, die in den mittelfristigen Planungen des Vereins eigentlich keine Rolle mehr spielen – aus gegebenem Anlass gegen Großaspach möglicherweise aber doch noch einmal.

Dennoch ist Möhlmann weit davon entfernt, sich und sein Team profilaktisch mit Netz und doppeltem Boden für eine mögliche Schlappe auszustatten. Im Gegenteil: Die gute Vorstellung im Heimspiel gegen Hansa Rostock (3:1) sowie die starke Leistung in der zweiten Halbzeit bei Ligaprimus MSV Duisburg (2:3) machen Mut. „Wir sind insgesamt weiter gekommen, als zu dem Zeitpunkt, als ich die Geschichte übernommen habe“, sagt Möhlmann. Und jetzt zahle es sich aus, flexible und auf mehreren Positionen einsetzbare Spieler im Kader zu haben. „Für mich ist es gut, dass wir mehrere Spieler haben, die auf der linken Position einsetzbar sind.“

Allemal wird es auch für den Gegner nicht leicht, sich auf die aktuellen Preußen vorzubereiten. Und gerade das ist laut Möhlmann die große Stärke des Gegners. „Großaspach hat keine überragenden Einzelspieler, aber die wissen, wie Fußball geht. Die nutzen die Schwächen des Gegners.“ Es macht also Sinn, an diesem Samstag keine Schwächen zu zeigen.

Preußen: Schulze Niehues – Tritz, Schweers, Mai, Al-Hazaimeh – Rühle, Rizzi, Wiebe, Kobylanski – Aydin – Grimaldi.

Der Gegner im Check: SG Sonnenhof Großaspach

Ausgangslage: Großaspach hat sich einen Namen gemacht – auch außerhalb der deutschen Schlagerszene: Seit 2014 spielt die SG Sonnenhof in der 3. Liga Fußball, beschloss das Aufstiegsjahr als Tabellen-15. und gilt spätestens seit dem siebten Rang im vergangenen Jahr als ernstzunehmendes und ernst genommenes Mitglied dieser Spielklasse. Auch aktuell belegt das Team Rang sieben und hat die letzten sechs Punktspiele nicht mehr verloren, in diesem Jahr allerdings auch noch nicht gewonnen. Drei Punkteteilungen in Folge haben das Team wertvolle Punkte im Aufstiegskampf gekostet, der bei vier Zählern Rückstand auf den Tabellendritten 1. FC Magdeburg aber dennoch weiterhin ein Thema ist in Württemberg.

Personal: Mit Lucas Röser (9 Saisontore) hat die SG einen der Topstürmer in ihren Reihen, muss am Samstag in Münster allerdings auf ihren drittbesten Schützen verzichten. Timo Röttger (4) verletzte sich beim 1:1 gegen Hansa Rostock und fällt drei Wochen aus.

Trainer: Der 49-jährige Oliver Zapel absolviert in Großaspach und dort seit dieser Spielzeit seine erste Station als Profitrainer. Vorher saß kurz beim Nord-Regionalligisten SV Eichede auf der Bank – ansonsten baut er im Wesentlichen auf Bezirksliga-Erfahrung – dem Erfolg tut dies aber keinen Abbruch.

Kurioses: Der größte Exportschlager Aspachs war lange Schlagersängerin Andrea Berg, die ihre Heimspiele im Hotel Sonnenhof feiert und mit SG-Manager Uli Ferber verheiratet ist. Mittlerweile wackelt der Thron von Frau Berg – aber nicht wegen des Fußballs. Ferbers Sohn Andreas ist seit vier Jahren mit dem kommenden Schlagerstern Vanessa Mai liiert, sie füllt derzeit die Hallen – in der kommenden Woche die der „Hazienda“ in Großaspach.

Und das noch: Vor einem Jahr gab es eine Neubesetzung in der Redaktion des Stadionmagazins – mit Michele Rizzi ist ein wichtiger Mitarbeiter abgewandert. Nach Münster. Und dies: Beim Heimspiel gegen Rostock gab es auf den Gästetoiletten kein Papier, weil die Hansa-Fans im Vorjahr damit gezündelt hatten. Diesmal musste Papier am Büdchen erstanden werden. Die Gästeanhänger kauften also lagenweise – für ein Feuerchen.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4635529?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F