Fr., 17.02.2017

Volleyball: Frauen-Bundesliga USC gegen Wiesbaden: ein Klassiker mit besonderer Note

Wiedersehen am Berg Fidel: Die frühere USC-Zuspielerin Irina Kemmsies kehrt mit dem VCW zurück an den Berg Fidel, wo Wiesbadens ehemalige Regisseurin Kaisa Alanko (h.) nun mit Juliane Langgemach (r.) in einem Team spielt.

Wiedersehen am Berg Fidel: Die frühere USC-Zuspielerin Irina Kemmsies kehrt mit dem VCW zurück an den Berg Fidel, wo Wiesbadens ehemalige Regisseurin Kaisa Alanko (h.) nun mit Juliane Langgemach (r.) in einem Team spielt. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Am Sonntag steigt ein Klassiker am Berg Fidel. Wenn um 14 Uhr der USC Münster und der VC Wiesbaden aufeinandertreffen, geht es um mehr als nur Prestige. Drei Punkte wollen beide Teams gewinnen, um ihre Ausgangsposition im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation massiv zu verbessern.

Von Henner Henning

Wenn sich die Wege des USC Münster und des VC Wiesbaden kreuzen, stehen die Chancen auf ein rassiges, spannendes Volleyball-Spiel meist hoch. Seitdem Coach Andreas Vollmer vom VCW an den Berg Fidel gewechselt ist, endeten fünf der sieben westfälisch-hessischen Duelle erst im Tiebreak – ob im Pokal, in der Hauptrunde der Liga oder wie im Vorjahr im Playoff-Viertelfinale, für Dramatik war oft genug gesorgt. Und die tabellarische Konstellation vor dem achten Treffen am Sonntag (14.30 Uhr) in Münster verspricht erneut ein packendes Duell, schließlich ist der Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation längst entbrannt. „Die Spiele gegen Wiesbaden waren immer richtige Events, da stand es immer Spitz auf Knopf“, erinnert sich auch Vollmer.

Die letzten drei Duelle entschieden die Unabhängigen für sich. Eine Bilanz, die in diesen Tagen Mut machen kann – und muss. Denn während der USC Münster durch das 1:3 beim SC Potsdam und das gleichermaßen überraschende wie bittere 2:3 gegen den Köpenicker SC wertvollen Boden verloren hat, räumte der VCW binnen sechs Tagen so richtig ab. Nach dem Pflichtsieg gegen den VCO Berlin (3:0) glänzte Wiesbaden mit zwei Tiebreak-Erfolgen über die Top-Teams Allianz MTV Stuttgart und den SSC Palmberg Schwerin. Ein Achtungszeichen im Schlussspurt der Hauptrunde, mit dem sich die Hessen in die „Favoritenrolle“ (Vollmer) gespielt haben. „So einfach aber kann man es sich nicht machen. Münster ist trotzdem immer noch in der Tabelle vor uns, hat mehr Punkte als wir und den Heimvorteil“, sagt Groß auf der VCW-Homepage. „Wir haben sicherlich gute Chancen, aber unser Gegner hat diese auch.“

Steigerung nötig

Will der USC diese nutzen, muss er sich im Vergleich zur Mittwochsniederlage gegen den KSC steigern – und besonders die Fehlerquote in allen Elementen verringern. „Jede Mannschaft hat im Laufe der Saison eine Schwächeperiode, wir hatten sie jetzt gegen Köpenick. Aber ich hoffe, dass wir die Lektion aus der Niederlage mitgenommen haben. Zumindest gehen wir die Aufgabe offensiv an und lassen uns nicht aus der Ruhe bringen“, meint Vollmer.

Personell sieht es vor dem vorletzten Heimspiel – zwischen den Auswärtspartien in Stuttgart und Dresden kommen die Ladies in Black Aachen noch an den Berg Fidel – gut aus, einen Ausfall hat der 50-Jährige nicht zu beklagen. Wiesbaden dagegen muss wohl auf die zuletzt groß auftrumpfende Angreiferin Dora Grozer , einst Internatsschülerin in Münster, und Zuspielerin Lisa-Tabea Mertens verzichten. So trägt in der Schaltzentrale der Hessen die beim USC ausgebildete Irina Kemmsies die alleinige Last. Die 20-Jährige, die gegen Berlin und Schwerin zur wertvollsten Spielerin gewählt wurde, war im Sommer zum VCW gewechselt und wurde damit zur Nachfolgerin von Kaisa Alanko – die in Münster wiederum Kemmsies beerbte.

„Ein Knackpunktspiel“

Nicht nur diese Personalie verleiht dem Bundesliga-Klassiker eine besondere Note, beide Teams können in dieser Partie viel gewinnen, aber eben auch viel verlieren. „Das könnte ein Knackpunktspiel werden. Wiesbaden kommt mit voller Fahrt zu uns. Aber wir wissen, dass wir sie schon zweimal in dieser Saison geschlagen haben“, sagt Kapitänin Leonie Schwertmann, die bereit ist für die nächste Auflage der Dauerfehde Münster gegen Wiesbaden.



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