Fr., 10.03.2017

Fußball: 3. Liga Preußen verlieren in Magdeburg durch einen Elfmeter

Augen auf, Augen zu: Marius Sowislo (r.) spitzelt in diesem Zweikampf Sandrino Braun das Leder vor der Nase weg. Der Münsteraner feierte zwar eine passable Startelf-Rückkehr, doch insgesamt war der Gegner weitaus spritziger und wacher.

Augen auf, Augen zu: Marius Sowislo (r.) spitzelt in diesem Zweikampf Sandrino Braun das Leder vor der Nase weg. Der Münsteraner feierte zwar eine passable Startelf-Rückkehr, doch insgesamt war der Gegner weitaus spritziger und wacher. Foto: Jürgen Peperhowe

Magdeburg - 

Preußen Münster verlor beim 1. FC Magdeburg mit 0:1 (0:0) durch einen verwandelten Elfmeter von Richard Weil nach 67 Minuten. Dennoch rückte der Fußball-Drittligist um einen Rang vor, weil der VfR Aalen für den Verstoß gegen die Lizenz-Auflagen mit einem Neun-Punkte-Abzug bestraft wurde.

Von Alexander Heflik

Zum Auftakt der so unglaublich wichtigen englischen Woche mit den drei Partien innerhalb von acht Tagen hatte es der SC Preußen Münster in der Hand. Es hätte zumindest ein Paukenschlag in Form eines Punktgewinns werden können. Doch dann stand der Fußball-Drittligist mit leeren Händen da, der Tabellenzweite 1. FC Magdeburg benötigte einen verwandelten Strafstoß von Richard Weil (67.) zum Sieg, Stéphane Tritz rutschte Tarek Chahed von hinten in die Parade. Das also auch noch, 0:1 (0:0) vor 17.741 Zuschauern aus Sicht der abstiegsgefährdeten Preußen.

Und dennoch rückte das Team von Trainer Benno Möhlmann auf einen Nichtabstiegsrang 17 vor, weil während der Partie der Neun-Punkte-Abzug für den VfR Aalen durch den DFB bestätigt wurde. „Am letzten Spieltag hätte ich das gut gefunden, aber diesmal spielt das für uns keine Rolle“, meinte Möhlmann.

Fotostrecke: 26. Spieltag: 1. FC Magdeburg - SC Preußen Münster

„Das ist eine verrückte Liga, natürlich haben wir weiter unsere Chance auf den Klassenerhalt“, meinte Sandrino Braun. Der Mittelfeldspieler war nach mehrmonatiger Pause in die Startelf zurückgekehrt. Magdeburg ist Geschichte, am Dienstag kommt mit dem FSV Frankfurt ein Mitkonkurrent aus dem Tabellenkeller, nächsten Freitag geht es zu Werder Bremen II. Der SCP ist zu Erfolgen gezwungen, das Saisonende rückt immer näher. Aalens Punkteabzug sorgt nicht für irgendeine Form von Entwarnung beim SCP.

Alarm in der Preußen-Abwehr

„Das war ein unglücklicher Elfmeter, weil Tritz einfach weggerutscht ist“, befand Möhlmann Nicht alles war für die Katz‘, wie er später meinte. Weitermachen.

Das Spiel der Preußen war vor allem auf die Kunst des Verteidigens ausgelegt. Vor der Pause bedeutete Ballbesitz nur fast immer auch prompten Ballverlust, die Kugel wurde meist hektisch nach vorne geschlagen, Befreiungsschläge halt, da fehlte anfangs der Mut. Aber auch, weil die Hausherren in den ersten 20 Minuten versuchten, ein Tor förmlich zu erzwingen. Ein Schuss des Ex-Preußen Marius Sowislo (4.) läutete eine Sturm- und Drangphase des FCM ein, die es in sich hatte. Mehrfach war Christian Beck am Alarm in der Preußen-Abwehr beteiligt, einmal klärte Torhüter Max Schulze Niehues. Dann war Sendepause beim Tabellenzweiten.

Fotostrecke: 1. FC Magdeburg - SC Preußen Münster - die Einzelkritik

Mitte der ersten Hälfte wurde Münster zudem etwas aktiver. Und innerhalb von 60 Sekunden hatte das Möhlmann-Team die Führung im Visier. Ein Schuss von Lennart Stoll, ein Kopfball von Lion Schweers nach einer Ecke, der geblockte Nachschuss von Stoll und ein „Schüsschen“ von Danilo Wiebe aus bester Strafraumlage hätten zur Gäste-Führung reichen können (33.).

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Magdeburgs einzige Antwort war ein geblockter Schuss von Florian Kath – der stärker werdende Stoll rutschte in den Ball und verhinderte Schlimmeres. Zur Pause also keine Tore in Magdeburg, der SCP hatte defensiv alle schwierigen Klippen umschifft, dabei aber noch reichlich Luft nach oben in der Vorwärtsbewegung.

Kampf, Kampf, Kampf

Wirklich? Der SCP kam etwas entschlossener aus der Kabine, hatte durch einen Schuss von Martin Kobylanski (46.), einen Konter durch Tobias Rühle (55.) und Wiebes Kopfball (57.) sowie den ansonsten wenig durch vernünftige Anspiele gepflegten Adriano Grimaldi (64.) gefährlichere Torannäherungen. Den Hausherren wollte nichts mehr so recht einfallen gegen gut gestaffelte Adlerträger.

Vier Änderungen

Da hatte Trainer Benno Möhlmann mal wieder ein paar Überraschungen parat. Gleich vier Änderungen nahm er in seinem Team vor. Zwei waren unvermeidlich, weil Benjamin Schwarz (rot) und Michele Rizzi (gelb) gesperrt waren. Für sie rückten Danilo Wiebe erwartungsgemäß und Sandrino Braun in die Startelf, um die Doppel-Sechs zu bilden. Zudem bekamen Martin Kobylanski nach überwundenen Oberschenkelproblemen als hängende Spitze und Lennart Stoll auf dem linken offensiven Flügel das Mandat anzufangen. Dafür mussten Tobias Warschewski, der unter der Woche bei der U-19-Nationalmannschaft war, und Mirkan Aydin auf die Bank.

Dann kamen Tritz und sein ungeschicktes Tackling gegen Tarek Chahed: Elfmeter, Proteste zwecklos. Das Geschenk ließ sich Weil nach 68 Minuten nicht nehmen, Magdeburg führte mit 1:0. Der SCP antwortete wütend mit Chancen für Kapitän Grimaldi und noch zwei Mal Stoll. So einfach wollten die Gäste es dann nicht mit sich machen lassen. Der Rest war Kampf, Kampf, Kampf. Die Heimreise trat der SCP dennoch gefrustet und ohne alles an.

Magdeburg: Zingerle - Handke, Weil, Hamann - Chahed, Sowislo, Laprevotte (79. Farrona Pulido=, Niemeyer - Butzen, Kath (73. Löhmannröben), Beck (85. Düker). - Trainer: Härtel.

Münster: Schulze Niehues - Tritz, Schweers, Mai, Al-Hazaimeh - Rühle, Braun, Wiebe, Stoll (79. Warschewski) - Kobylanski (79. Aydin) - Grimaldi. - Trainer: Möhlmann.

Tor: 1:0 Weil (68., Foulelfmeter, Tritz an Chahed).

Zuschauer: 17.741.

Schiedsrichter:  Heft (Neunkirchen).

Gelbe Karte: Farrona-Pulido.  

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