Di., 04.04.2017

Fußball: 3. Liga Preußen Münster skizziert den Weg in die Zukunft

Dr. Christoph Schickhardt unterstützt den SCP.

Dr. Christoph Schickhardt unterstützt den SCP. Foto: Witters

Münster - 

Preußen Münster plant die Ausgliederung der Profiabteilung aus dem eingetragenen Verein. Der Fußball-Drittligist will als Kapitalgesellschaft interessanter für Investoren werden, andererseits die Vereinsstruktur bewahren. Sportrechts-Spezialist Professor Christoph Schickhardt plädierte für diesen historischen Einschnitt beim 111 Jahre alten Club.

Von Alexander Heflik

„In der Stadt Münster mit ihrer Tradition und Wirtschaftskraft, und wenn keine großen Fehler gemacht werden, kann das nicht schiefgehen.“ Das sagte Professor Christoph Schickhardt, Sportjurist aus Ludwigsburg und Experte für Ausgliederung in Sportclubs, über die Ausgliederungspläne der Profimannschaft des SC Preußen Münster. Das Thema bewegte 166 Mitglieder des Clubs, die sich im Bühnensaal des Cafe Uferlos‘ trafen.

Die Preußen wollen es genau wissen. Schickhardt ließ sich von SCP-Präsident Christoph Strässer, Aufsichtsrats-Chef Frank Westermann und Aufsichtsratsmitglied Walther Seinsch eskortieren. Punkt 19.06 Uhr, damit 23 Stunden und 54 Minuten vor Anpfiff des Spiels gegen Lotte, legte Strässer vor: „In den letzten zwei, drei Jahrzehnten hat sich der Fußball rasant entwickelt. Da stellt sich die Frage, ist das System des eingetragenen Vereins noch aktuell?“. Und: „Der Weg zur Modernisierung und Professionalisierung ist durch die Ausgliederung am besten zu erreichen.“

Spagat zwischen Moderne und Tradition

Der Ball war für Schickhardt im Spiel: „Ende der 90er Jahre haben kluge Leute beim DFB den Spagat zwischen Moderne und Tradition geschafft.“ Er meint die Ausgliederung, die zu mehr Professionalität, Transparenz in der Finanzierung und eine Öffnung für Investoren führen soll. Auf der anderen Seite soll „das Vereinsleben in der Tradition gewahrt bleiben“. Schickhardt plädierte für die Ausgliederung, er finde eigentlich keine Kritikpunkte. Vielmehr sei das Prinzip der Ausgliederung auch mitentscheidend für den Boom in der 1. und 2. Bundesliga.

Wenig Aussicht auf Rendite

Und der SCP? Die Preußen Entscheider würden eine Kapitalgesellschaft anstreben, die im Idealfall eine erste Einlage von fünf Millionen Euro erreichen sollte. „Wir wollen Personen gewinnen, die auch wissen wollen, was mit ihrem Geld geschieht, und das es nicht verplempert wird. Sie hoffen nicht auf große Rendite, aber auf einen Effekt für die Jugend und die Region“, sagte Schickhardt.

Fast schon purer Altruismus und Geberlaune wird da gefordert, oder wie Walther Seinsch sagt: „Es gibt keine andere Motivation als totale Verliebtheit in den Verein.“ Sein Tenor ist, dass ohne Ausgliederung und Stadionbau kein sportlicher Aufschwung zu erreichen sei.

Schickhardt: „Wir brauchen eine Vision, die hat der SCP jetzt. Aber der SCP ist auf dem Kapitalmarkt in der bisherigen Lage nicht viel wert.“ Die Ausgliederung - untermalt mit der Vision Stadionprojekt - würde, so Schickhardt, „die notwendige Anschubfinanzierung“ sein. Und: „In Münster geht mit dem status quo nichts.“



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