Di., 01.08.2017

Fußball: 3. Liga Preußen hoffen vor Gastspiel in Würzburg auf kleinen Vorteil

Auf dem Sprung: Keeper Nils Körber musste bisher nur ein Gegentor in 180 Minuten hinnehmen.

Auf dem Sprung: Keeper Nils Körber musste bisher nur ein Gegentor in 180 Minuten hinnehmen. Foto: Sebastian Sanders

Münster - 

Nach vier Punkten aus zwei Spielen ist die Stimmung beim SC Preußen hervorragend. Die kleine Euphoriewelle wollen die Münsteraner nutzen und auch auswärts bei den Würzburger Kickers etwas mitnehmen. Trainer und Geburtstagskind Benno Möhlmann ist guter Hoffnung.

Von Thomas Rellmann

Miese Laune ist im Augenblick ein Fremdwort an der Hammer Straße. Die Abschlusseinheit vor der Abfahrt zum Auswärtsspiel bei den Würzburger Kickers (Mittwoch, 19 Uhr) war mal wieder ein Beleg dafür, dass Preußen Münster derzeit einfach mit Spaß bei der Sache ist. Da wurde geflachst, geneckt, aus allen Rohren geschossen – und doch konzentriert gearbeitet. „Ja, es passt ganz gut bei uns“, sagt Trainer Benno Möhlmann, der am Dienstag seinen 63. Geburtstag feierte. Wohlwissend, dass es diese gute Stimmung gar nicht gäbe, hätten seine Schützlinge aus den ersten zwei Partien nicht vier Punkte geholt und sich auf Rang drei geschoben.

So aber verpasste Fabian Menig seinem Kollegen Stéphane Tritz für einen technischen Fehler ein „Ohr-Klipper“, so feuerte Tobias Warschewski lächelnd einen Hammer nach dem anderen ins Netz, und so musste Moritz Heinrich für einen völlig missglückten (und unnötigen) Abstauber, den er über den Zaun auf den Kunstrasen jagte, den Spott der Kameraden ertragen.

Es scheint sich bislang zumindest zu bewahrheiten, dass der SCP von einer gewissen Stabilität zum Saisonauftakt profitiert. „Wir können auf einen guten Fundus zurückgreifen“, sagt Möhlmann. „Man sieht teilweise schon, dass wir schnell zusammengefunden haben. Unsere Neuen sind jung, und sie verändern die Hierarchie nicht.“ Der Gegenentwurf zu den Münsteranern sind die Würzburger, die nach dem Abstieg aus der 2. Liga einen umfangreichen Umbruch vollzogen. „Zu 100 Prozent eingespielt können die Kickers natürlich noch nicht sein“, so der Preußen-Coach. „Aber sie haben viele erfahrene Leute und dürften oben mitspielen.“ Gleichzeitig gibt er die Devise aus, sich weniger mit dem Gastgeber, sondern nur mit sich selbst zu beschäftigen. „Ich hoffe, dass wir psychologisch einen Vorteil haben. Zumal da ja diese Serie des Gegners ist.“ Was Möhlmann anspricht: Die Kickers haben in diesem Jahr noch kein einziges Spiel gewonnen, auch in die 3. Liga sind sie mit zwei Unentscheiden gestartet. „Irgendwann wird diese Bilanz aber auch enden“, sagt er. Und hofft, dass es noch nicht am Mittwoch dazu kommt.

Zuversicht und Selbstvertrauen genießen die Preußen aber zweifellos. „Wir sind in der Lage, Druck zu machen, das haben wir gezeigt“, so Möhlmann. Nur von einem befreiten Aufspielen möchte er nichts wissen. Schließlich wäre es ja sinnvoller, sich selbst etwas Zwang aufzuerlegen und hohe Ziele zu stecken. Trotz der englischen Woche wird es wohl maximal eine Änderung geben. „Philipp Hoffmann wäre mal dran“, sagt der Coach. Weichen müssten dann Tobias Rühle oder Heinrich. Der 18er-Kader bleibt im Vergleich zum 3:0 gegen Meppen am Samstag unverändert. Auch weil Ole Kittner erkältet und krankgeschrieben ist.

Völlig unangetastet ist im Sturmzentrum Adriano Grimaldi. Zwei Spiele, zwei Tore – er ist aktuell der Garant schlechthin beim SCP. „Meine Serie darf gerne halten. Aber wenn ein anderer trifft und wir gewinnen, bin ich auch zufrieden“, meint der Kapitän, der sich zuletzt gegen die Emsländer heftiger Gegenwehr ausgesetzt sah und mehrmals gefoult wurde. „Würzburg wird hoch gehandelt, aber wir können mit breiter Brust dorthin fahren.“ Ein Satz, der die Eindrücke der Trainingsarbeit nur bestätigt.

► SCP: Körber – Tritz, Mai, Schweers, Menig – Wiebe – Rühle, Rizzi, Kobylanski, Hoffmann – Grimaldi



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