Sa., 05.08.2017

Fußball: 3. Liga Preußen stehen mit leeren Händen da - Kazior trifft für Werder

Fußball: 3. Liga : Preußen stehen mit leeren Händen da - Kazior trifft für Werder

Rafael Kazior jubelt nach dem 1:0. Foto: Sebastian Sanders

Münster - 

Der SC Preußen Münster hat die erste Niederlage in der 3. Liga am 4. Spieltag hinnehmen müssen. Der Fußball-Drittligist unterlag vor 6571 Zuschauern gegen Werder Bremen II mit 0:1 (0:1) durch einen Kopfballtreffer von Rafael Kazior. Damit hat der SCP den Kontakt zu den Toprängen erst einmal verloren.

Von Alexander Heflik

 Die positive Serie der Preußen ist beendet. Nach sieben Punkten aus den ersten drei Partien verlor die Mannschaft von Trainer Benno Möhlmann das Heimspiel gegen Werder Bremen II vor 6571 Zuschauern mit 0:1 (0:1). Rafael Kazior (28.) traf vor der Pause für die Gäste, der SCP vergab in der zweiten Halbzeit eine Reihe erstklassiger Chancen zum Ausgleich. Hatten die Preußen noch beim 1:0-Auswärtssieg in Würzburg glücklich dreifach gepunktet, durften sie sich bei der Heimniederlage wie die Würzburger am Mittwoch fühlen. Ausgleichende Gerechtigkeit? Eher Fußball halt.

Trainer Möhlmann ließ seinen Worten Taten folgen. Er wechselte auf beiden Außenpositionen im Mittelfeld, das hätte ihn alles bislang nicht so überzeugt, hatte er am Freitag noch gesagt. Und so waren Jeron Al-Hazaimeh und Tobias Rühle plötzlich raus, die in Würzburg beim glücklichen 1:0-Sieg begonnen hatten. Lennart Stoll auf der rechten Seite und Moritz Heinrich im linken Bereich waren im Spiel.

Fotostrecke: Saison 2017/18 - 4. Spieltag: Preußen Münster - SV Werder Bremen II

Es war ein flottes Unterfangen auf beiden Seiten, was sich da entwickelte. Zwar fehlten die ganz hochkarätigen Chancen, aber beide Teams bemühten sich um Tempo und schnelles Überbrücken des Mittelfelds. Die erste richtig gute Möglichkeit hat Münsters Kapitän Adriano Grimaldi mit einem Kopfball nach 20 Minuten. Münsters Abwehr stand lange sicher, bis zur 28. Minute. Zunächst ließ Stephane Tritz die Flanke von der linken Seite von Thore Jacobsen zu, in der Strafraummitte agierte Lion Schweers fahrig, Routinier Rafael Kazior traf abgezockt zur Führung der Gäste.

Doch Münster hatte eine Antwort parat, doch der agile Martin Kobylanski hatte Pech, als er mit einem Drehschuss in der 29. Minute nur den Pfosten traf. Wenig später wurde ein Schuss von Lennart Stoll (35.) im letzten Moment geblockt. Die Werderaner blieben gefährlich, zwar ohne den ganz großen Zog vor dem Tor, aber mit viel individueller Qualität im Spiel. Doch es war den Preußen vorbehalten, die letzte Möglichkeit vor der Pause zu haben. Nach einem Kopfball-Ableger von Moritz Heinrich konnte aber Michele Rizzi (43.) den Ball nicht unter Kontrolle bekommen. Bremen führte zur Pause mit 1:0 in Münster.

Ausgleich verdient

Der SCP kam - etwas wackelig aus der Kabine. Die ersten Szenen gehörten den Werderanern, sie versuchten Konter zu fahren, die Hausherren mussten sich noch sortieren. Doch mit dem eingewechselten Rühle kam nun etwas mehr Fahrt ins Spiel auf der rechten Seite. Seine Flanke nach 58 Minuten hätte fast zum Ausgleich geführt, doch der Kopfball von Kobylanski wurde von Werder-Keeper Tobias Duffner sensationell abgewehrt. Nächster Anlauf über Rühle (62.), doch der Pass vom Mittelfeldspieler wird von Adriano Grimaldi nicht gut verarbeitet und landet als Schuss auf der Hammer Straße.

Fotostrecke: Einzelkritik: SC Preußen Münster - SV Werder Bremen II

Und dann versagte Schiedsrichter Steffen Mix Münster den Ausgleich. Wieder war Rühle beteiligt, steckte den Ball durch, der eingewechselte Tobias Warschewski war schneller am Ball als Werder-Schlussmann Duffner, traf. Doch Mix fiel auf die Schauspiel-Einlage von Duffner rein und pfiff Freistoß für Bremen. 64. Minuten waren vorbei. Ein paar Augenblicke später war Bremens Isiah Ahmad Young mit der Gelb-roten Karte noch gut bedient, als er Rühle rüde von den Beinen holte. Jetzt war Leben in der Bude, auch weil der Referee langsam die Übersicht verlor. Die Preußen hatten sich eigentlich den Ausgleich verdient, schon jetzt.

Großchance an Großchance

Dann hatte Grimaldi freie Bahn, scheiterte aber an Duffner. Und es wurde immer ruppiger, vor allem die Bremer teilten richtig aus. Doch die Preußen blieben am Drücker. Wieder Grimaldi (76.) per Kopf. Das 1:1 wollte nicht fallen. Auch nicht, als Rühles Flanke den nächsten Auswechselspieler erreichte mit Jeron Al-Hazaimeh, der aber im Fünf-Meter-Raum neben das Tor schoss. Großchance an Großchance reihte sich jetzt. Werders U23 kam kaum noch aus der eigenen Hälfte. Zwei Minuten vor dem Ende köpfte Warschewski, nur über das Tor. Wenig später, Al-Hazaimeh artistisch mit einem Seitfallzieher, auch über das Tor.

Kurzes Intermezzo vor dem Preußen-Tor, als Werder einen Konter fahren konnte, Lars Bünning aus kürzester Distanz aber an Nils Körber scheiterte. Noch einmal hatte Grimaldi die Chance zum 1:1, es sollte nicht sein. Das war es dann im Preußenstadion, die Preußen hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. Es bleibt bei sieben Zählern nach dem 4. Spieltag.

Münster: Körber - Tritz, Mai, Schweers, Menig - Wiebe - Stoll (46. Rühle), Rizzi, Kobylanski (79. Al-Hazaimeh), Heinrich (59. Warschewski) - Grimaldi. - Trainer: Möhlmann.

Ersatzbank: Schulze Niehues (Tor), Braun, Scherder, Hoffmann.

Bremen II:  Duffner - Eggersglüß. Vollert, Volkmer, Jacobsen - Young, Toure (59. Rosin), Käuper (75. Bünning), Jensen - Kazior, Aycicek (83. Pfitzner). - Trainer: Kohfeldt.

Ersatzbank: Thürkauf  (Tor), Kaffenberger, Krol.

Tor: 0:1 Kazior (28., Flanke Jacobsen). - Zuschauer: 6571. - Schiedsrichter: Steffen Mix (Abswind). - Gelbe-rote Karte: - / Young (67.). - Gelbe Karten: Grimaldi, Rizzi, Mai / Käuper, Toure, Jacobsen, Aycicek, Bünning, Rosin.

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