Mi., 09.08.2017

Fußball: 3. Liga und Westfalenpokal DFB-Pokal: Jetzt muss es schon Platz vier für die Preußen werden

Die Vorentscheidung bereits vor der Pause: Sebastian Wimmer (rechts) köpft zum 2:0 ein, SCP-Schlussmann Max Schulze Niehues hat keine Chance an den Ball zu kommen.

Die Vorentscheidung bereits vor der Pause: Sebastian Wimmer (rechts) köpft zum 2:0 ein, SCP-Schlussmann Max Schulze Niehues hat keine Chance an den Ball zu kommen. Foto: Jürgen Peperhowe

Paderborn - 

Im Duell der Fußball-Drittligisten gewann der SC Paderborn im Westfalenpokal mit 3:1 (2:0) gegen den SC Preußen Münster. Vor 3444 Zuschauern stellten Christopher Antwi-Adjej, Sebastian Wimmer und Ex-Preuße Massih Wassey die Weichen auf Sieg. Für Münster traf noch Ole Kittner kurz vor dem Ende.

Von Thomas Rellmann

Einmal mehr bleibt dem SC Preußen nur die Hoffnung auf Platz vier (oder besser) in der Liga, um in die Hauptrunde des DFB-Pokals einzuziehen. Nach dem 1:3 (0:2) zum Auftakt auf westfälischer Ebene beim Klassenrivalen SC Paderborn sieht es so aus, als müsse Münster einmal mehr zuschauen, wenn prominente Gäste und sechsstellige Beträge bei der Ziehung der 1. Runde verteilt werden. Es wäre das vierte Mal in Serie.

Klar, das SCP-Duell auswärts war das härteste denkbare Los, doch unschlagbar war der Drittliga-Spitzenreiter, der mehrere Leistungsträger schonte, nicht. Die schlechte Organisation der Anfangsphase bedeutete bereits eine Vorentscheidung. Da half das kleine Chancenplus am Ende nicht.

Früher Rückstand

Der Gast begann in einem 4-1-3-2-System und im Vergleich zur Liga mit sechs Änderungen. Passen mussten Stéphane Tritz (Prellung) und kurzfristig auch Michele Rizzi (noch keine Diagnose) Neben Keeper Max Schulze Niehues rückten auch Ole Kittner, Jeron Al-Hazaimeh, Philipp Hoffmann, Tobias Rühle und Tobias Warschewski in eine Elf, die gleich ungewohnt konsequent presste. Und die aber auch mit dem ersten Angriff der Hausherren in Rückstand geriet, als die gesamte Hintermannschaft zusah, wie der Ball durch den Strafraum flutschte und Christopher Antwi-Adjej mit Hilfe des Innenpfostens traf (7.).

Fotostrecke: 1. Runde: SC Paderborn - SC Preußen Münster

Zwar hätte Adriano Grimaldi per Kopf nach Rühle-Flanke beinahe geantwortet (13.), doch die nächste Unordnung im eigenen Sechzehner brachte den nächsten Tiefschlag: Sven Michels Ecke nickte Sebastian Wimmer zum 2:0 ein (16.). Da konnte auch Schulze Niehues nicht mehr reagieren.

Umstellungen fordern Tribut

Die Umstellungen forderten zweifellos bei Münster ihren Tribut mehr als bei den Ostwestfalen. Die Abstimmung war defizitär, die Fehlpassquote hoch, zündende Ideen blieben komplett aus, Laufwege waren nicht ausgereift, es mangelte an Präzision, die offensivere Ausrichtung mit zwei Spitzen ließ Danilo Wiebe noch öfter in den Zweikämpfen vor der Abwehr allein. So verpasste Sebastian Schonlau per Kopf um Haaresbreite das dritte Tor (34), während Münster recht ungefährlich blieb.

Doppelchance für Münster

Mit einer Doppelchance eröffneten die Gäste Hälfte zwei, doch Rühle per Kopf nach Warschewskis Flanke (56.) und Sekunden später der Vorlagengeber selbst (57.) scheiterten am glänzenden Ersatzkeeper Michael Ratajczak. Martin Kobylanski hatte dann mit einem Lattenknaller aus 27 Metern auch noch großes Pech (69.). Das waren richtig dicke Möglichkeiten. Hier der Anschluss, und eine heiße Schlussphase wäre garantiert gewesen.

So aber blieb nur eine glasklare Steigerung festzuhalten, aber kein Ertrag. Es passte ins Bild, dass der erst eingewechselte Massih Wassey – Ex-Preuße und Ur-Münsteraner – nach einem Konter Paderborns einzige Chance nach dem Wechsel zum 3:0 (79.) per Schlenzer nutzte. Kittners Tor per Kopf nach Kobylanskis Freistoß war nur Ergebniskosmetik (86.).

►  Paderborn: Ratajczak – Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch – Antwi-Adjej (82. Krauße), Wimmer, Soyak (63. Wassey), Bertels – van der Biezen, Michel (72. Srbeny). 

Preußen: Schulze Niehues – Menig (84. Stoll), Kittner, Mai, Al-Hazaimeh – Wiebe (74. Scherder) – Rühle (72. Heinrich), Kobylanski, Hoffmann – Warschewski, Grimaldi . 

Schiedsrichter: Hüwe (Köln)  

Tore: 1:0 Antwi-Adjej (7.), 2:0 Wimmer (16.), 3:0 Wassey (79.), 3:1 Kittner (86.) 

Zuschauer: 3444. – Gelb : Kobylanski, Al-Hazaimeh, Mai


Drei Fragen an Ole Kittner

Das war‘s schon wieder im Westfalenpokal für Preußen. Ein Tiefschlag?

Kittner: Einerseits hatten wir ja unsere Chancen, aber wir haben andererseits auch einfache Tore gefangen. Sehr bitter, da war mehr drin.

Hat die anfängliche Unordnung das Spiel frühzeitig entschieden?

Kittner: Den zwei frühen Toren sind wir hinterhergelaufen, obwohl wir den Gegner davor aggressiv überrascht hatten. Daran habe ich auch meinen Anteil, da hätte ich lauter und besser sein müssen.

Waren die vielen Umstellungen auch ein Grund?

Kittner: Ich glaube nicht. Einige Neue haben Dampf gemacht, wir hatten Möglichkeiten. Aber Paderborn hat dieses Jahr eine gute Truppe. Das Ergebnis hört sich klarer an, als es war.



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