So., 13.08.2017

Reiten: Turnier der Sieger Stimmungsvolle Kür vor dem Schloss: Alle haben Werth vorne

Immer ein Hingucker ist Isabell Werth im Sattel – und wenn die beste Dressurreiterin aller Zeiten dann unter Flutlicht vor dem münsterischen Schloss eine Kür reitet, ist es besonders sehenswert. So wie am Samstag, als sie mit Anne Beth die Prüfung gewann.

Immer ein Hingucker ist Isabell Werth im Sattel – und wenn die beste Dressurreiterin aller Zeiten dann unter Flutlicht vor dem münsterischen Schloss eine Kür reitet, ist es besonders sehenswert. So wie am Samstag, als sie mit Anne Beth die Prüfung gewann. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Einen weiteren Erfolg hat Isabell Werth ihrer schier endlos wirkenden Siegerliste hinzugefügt. Im Sattel von Anne Beth gewann sie die Dressur-Kür vor dem münsterischen Schloss – und das verdient. Da waren sich Richter und Zuschauer einig.

Von Michael Schulte

Einmal mehr steht sie ganz vorn. Darf als erste einreiten, sich auszeichnen und feiern lassen. Und darf dann die Ehrenrunde anführen, wenn es zum Ausritt geht. Aber damit ist es noch nicht getan. Sie wird immer wieder angehalten, damit vor allem junge Damen ein Foto von und mit ihr machen können. Isabell Werth hat für alles Verständnis, nimmt sich Zeit, hört zu, beantwortet Fragen. Aber dann, dann ist sie doch sprachlos. Als die wirklich wichtige Frage kommt. Gestellt von einem kleinen blonden Jungen, der nun gar keine Scheu vor der besten Dressurreiterin aller Zeiten hat. „Mama, wie viel hast du gewonnen“, will Frederik wissen. Die Mutter schmunzelt, zuckt die Schultern, schüttelt den Kopf und zockelt von dannen. Im Wegreiten hört sie das schallende Gelächter der zahlreichen Zaungäste am Abreiteplatz.

Grand Prix Kür mit Musik unter Flutlicht – das ist der Titel der Veranstaltung, die traditionell dem Turnier der Sieger am Samstagabend ein volles Haus vor dem Schloss beschert. Zum Glück hat der Himmel ein Einsehen und dreht für eine Stunde den Wasserhahn ab. So kommen alle zu ihrem Recht und auf ihre Kosten. Vor allem die Besucher auf den Plätzen ohne Dach. Und natürlich die fünf Paare, die den Zuschauern das Zusammenspiel von sportlichen Lektionen und musikalischer Harmonie präsentieren.

 

 

Viel Lob

Weil ja nicht jeder ein Experte sein kann, wird Nachhilfe gegeben. Michael Klimke, selbst erfahrener Grand-Prix-Reiter, kommentiert die einzelnen Darbietungen. Grund zur Kritik wird ihm nur bedingt geboten, dagegen darf er viel Lob und Anerkennung aussprechen. Für alle fünf Paare. Weil ja einige Besucher durchaus Experten sind, nimmt man sie mit ins Boot. Wer mag, kann sich eine App herunterladen und die einzelnen Kürvorträge bewerten. Als Richter auf der Tribüne. Am Ende unterscheiden sich die Noten des Publikums nur unwesentlich von denen der fünf gestrengen Juroren in ihren Holzhäuschen.

Isabell Werth haben alle vorn. Weil ihre Kür nun einmal einen hohen Schwierigkeitsgrad aufweist, alles passend zur Musik präsentiert wird und sowohl Pirouetten als auch Traversalen vom Feinsten sind. Klimke hätte noch mehr loben können, aber er belässt es bei den genannten Lektionen und fasst am Ende zusammen: „Spitze geritten.“ Und Spitzenplatz erreicht. Das alles auf der zwölfjährigen Stute Anne Beth mit der tollen Benotung von 78,275 Prozent.

Hinter Werth kommt Marcus Hermes (ZRFV Appelhülsen) auf Cabanas auf rang zwei, hauchdünn vor Fabienne Lütkemeier (RFV Paderborn) auf ihrem Nachwuchspferd Fiero. Beide Paare erhalten mehr als 76 Prozentpunkte und sind mit sich und der Welt zufrieden. Die Amerikanerin Jennifer Hoffmann und Marion Wiebusch landen auf den Plätzen vier und fünf. Aber auch sie haben Grund zur Freude, weil ihnen auf Florentinus und So Nice ebenfalls gute Ritte gelungen sind.



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