So., 13.08.2017

Fußball: Westfalenliga Roxel sorgt mit Derby-Überraschung für Frust in Hiltrup

in Schräglage: Hiltrups Leon Niehues (r.) im Zweikampf mit dem Roxeler Patrick Gockel.

in Schräglage: Hiltrups Leon Niehues (r.) im Zweikampf mit dem Roxeler Patrick Gockel. Foto: fotoideen.com

Münster - 

Eine faustdicke Überraschung, vielleicht sogar eine kleine Sensation, lieferte der erste Spieltag in der Westfalenliga. Der BSV Roxel bezwang auswärts den TuS Hiltrup, der in seinem Team eine ganze Reihe von Ex-Kleeblättern aufbot.

Von Thomas Austermann

Das Derby zum Westfalenliga-Auftakt zwischen dem TuS Hiltrup und dem BSV Roxel produzierte bereits die erste dicke Überraschung der neuen Saison. Denn die lauf- und kampfstarken Gäste von der Tilbecker Straße siegten völlig verdient mit 3:1 (1:1) und sorgten direkt für erheblichen Frust am Osttor. Der Spielfavorit blieb so ziemlich alles schuldig.

Angesichts des Verlaufs wurde TuS-Trainer Carsten Winkler immer leiser, als traue er seinen Augen nicht. „So ein Auftritt ist inakzeptabel. Das war von der ersten Minute an viel zu wenig“, grantelte der ehrgeizige Coach, der nicht seine beste Formation aufbot und das Team im 4-4-2 aufstellte. Allein ein paar Standards sorgten zunächst für halbe TuS-Szenen, aber Roxels neue Elf – auch nicht mit allen Assen am Start – mit den Saerbeck-Brüdern Sven und Lasse in der Innenverteidigung biss sich vehement in die Defensivaufgaben hinein.

Und sorgte durch Stürmer Gufäb Hatam für die gefährlichsten Szenen (25./26.), ehe Robin Wellermann und völlig freistehend Michael Fromme für den TuS glücklos abschlossen. Dass Jonas Wiethölter dann zum 1:0 traf (41.), war nur seinem Einsatz zu danken. Denn die „Vorlage“ von Leon Niehues, gespielt mit dem Rücken zum Sechzehner, war ein Zufallsprodukt. Weil Dennis Hoeveler sehr ungestüm in den Roxeler Patrick Gockel sprang, gab es Elfmeter. BSV-Kapitän Lukas Kintrup, der ohnehin immer voranging, verwandelte sicher (45.). Zumal der TuS keine Ordnung in sein Positionsspiel bekam und bisweilen vier oder fünf Akteure vorne auf einer Linie auf Anspiele warteten, blieb Hiltrup enorm viel Steigerungspotenzial.

Roxel aber kam stark aus der Kabine und wies hartnäckige Entschlossenheit nach: David Veauthier eroberte im TuS-Strafraum den Ball, dribbelte sich durch und bediente den trocken abschließenden Hatam zum 2:1 (47.). Die immer ratloseren Gastgeber drückten nun zwar aufs Tempo und erreichten ein schnelleres eigenes Spiel als vor der Pause, aber die aufmerksamen Roxeler ließen keinen Deut nach in ihrem geschlossenen Auftreten. Da malochte jeder für den anderen mit.

Eher plötzlich tauchten sie vorne auf, spielten eine 3:1-Überzahl glänzend aus bis zum 3:1-Treffer durch Manuel Andrick (70.). Veauth­ier schied mit blutender Kopfblessur aus, der eingewechselte Yusuf Güllü nahm nach Gelb-Rot (86.) schnell wieder Platz. Aber die kurze Unterzahlphase kaschierten die Gäste mühelos.

„Schon Halbzeit eins war viel zu langsam von uns. Roxel hat verdient gewonnen“, sagte Winkler nach dem Spiel bitter enttäuscht. „Wir kriegen keine Geschwindigkeit rein gegen defensive Gegner.“ Liga-Neuling Sebastian Hänsel, der BSV-Coach, genoss den Start-Sieg im ruhigen Stil: „Wir müssen uns alles erarbeiten und haben das schon mal 90 Minuten lang mit viel Leidenschaft hervorragend umgesetzt“, sagte der Zufriedene. „Ein hoher Aufwand muss die Grundlage für unser Spiel bleiben. Wenn wir dann noch so schöne Tore machen, umso besser!“

TuS: Hallas – Hoeveler (56. Kleine-Wilke), Beyer, Lambert, Blesz – Wiethölter, Rottstegge, Fromme (82. Beuker), Niehues – Castro, Wellermann.

Roxel: Neuhaus – Groß, L. Saerbeck, S. Saerbeck, Toka – Kintrup, Andrick – Krieger (90.+3 Wesberg), Gockel, ­Veauthier (72. Güllü) – Hatam (78. Brand)



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