Di., 22.08.2017

Fußball: 3. Liga Preußen werden mehrere Profis angeboten – doch es fehlt das Geld

Sandrino Braun kennt seine eher mäßige Perspektive bei den Preußen, doch ein vorzeitiger Abgang des Mittelfeldspielers deutet sich bislang nicht an.

Sandrino Braun kennt seine eher mäßige Perspektive bei den Preußen, doch ein vorzeitiger Abgang des Mittelfeldspielers deutet sich bislang nicht an. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Mehrere Angebote flatterten den Preußen in den vergangenen Wochen ins Haus. Nicht für Spieler des aktuellen Kaders, sondern von Beratern, die ihre Klienten gerne vor dem 31. August an den Mann (oder Verein) bringen würden. Interessante Kicker waren darunter – zu bezahlen sind sie allerdings nicht.

Von Thomas Rellmann

So ganz einfach ist das spätestens seit Samstag nicht mehr, den Saisonstart der Preußen zu bewerten. Ja, sieben Punkte in fünf Partien sind in Ordnung. Ein, zwei mehr hätten es aber schon sein dürfen oder müssen. Außerdem spricht der Trend mit zwei Heimpleiten zuletzt gegen Münster. Zumindest, wenn man ignoriert, dass die Mannschaft bei den 0:1-Niederlagen gegen Bremen II und Magdeburg die vielleicht stabilsten Leistungen zeigte. Andererseits lag zwischen den beiden Begegnungen wiederum das Westfalenpokal-Aus in Paderborn (1:3), bei dem der Gast keineswegs überzeugte.

„Ärgerlich ist vor allem, dass wir zwei Mal zu Hause kein Tor geschossen haben“, sagt Trainer Benno Möhlmann. „Und das, obwohl wir jeweils ein Chancenplus hatten.“ Zuletzt gegen den FCM hatte er Sebastian Mai als alleinigen Sechser vor die Abwehr beordert. „Um die langen Bälle auf Christian Beck zu unterbinden. Das hat auch vernünftig geklappt.“ Ob das Modell eine Zukunft hat, lässt der 63-Jährige offen. Recht klar ist seine Ansage dagegen bezüglich der nahenden Schließung des Transferfensters. „Meine Information ist weiterhin, dass die Mittel fehlen“, sagt er. Zwar liefen in den vergangenen Tagen einige Angebote von Beratern an der Hammer Straße ein, und Erst- wie Zweitligisten wollen einigen Talenten per Ausleihe auch gern Spielpraxis in der 3. Liga verschaffen – „doch auch diese Leute müssten ja irgendwie bezahlt werden“, so Möhlmann. Eine direkte Verstärkung fürs Mittelfeldzentrum wünscht er sich nach wie vor, doch ob ein Nachwuchsmann eine solche gleich wäre, zweifelt er an. Mit Nico Rinderknecht, der in dieser Woche wieder voll ins Mannschaftstraining integriert werden soll, ist im Idealfall in Kürze genau dieser Typus wieder verfügbar. „Er hat die Fersenverletzung mittlerweile gut überstanden. Wie schnell er wieder bei 100 Prozent ist, müssen wir nach mehr als vier ­Wochen Pause aber abwarten“, so der Coach.

Bewegung in den Kader käme voraussichtlich nur, wenn plötzlich noch ein Profi das Weite sucht. „Doch da sehe ich keine Anzeichen“, sagt Möhlmann. Auch nicht von Sandrino Braun, der weiter wie in der vergangenen Serie nicht über die Reservistenrolle hinauskommt, obwohl es genau auf seinen Positionen noch nicht immer rund läuft. „Wir haben ja nach der letzten Saison schon mit ihm gesprochen und seine Perspektiven aufgezeigt. Aber er hat klar zum Ausdruck gebracht, dass er sich durchsetzen will.“

Ein Weggang von Tobias Warschewski ist ohnehin vom Tisch. Nachdem der Stürmer ein kleines Tief im Anschluss an die U-19-EM in Georgien hatte, ist er nun wieder voll da, wie sein Trainer anmerkt. „Er brauchte etwas, doch diese Phase ist vorbei.“ Einziges Sorgenkind bleibt damit Lucas Cueto, der sich aktuell noch im ­Reha-Zentrum von Bayer Leverkusen behandeln lässt, um seine rätselhafte Blessur zwischen Schienbein und Patellasehne in den Griff zu bekommen. „Ich bin da auf dem Laufenden, der Spieler ruft mich regelmäßig an und hat das Gefühl, dass es besser wird.“ Um die Belastung für die betroffene Stelle zu lindern, versucht der Neu­zugang aus St. Gallen sogar, seinen Laufstil anzupassen.



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