So., 27.08.2017

Fußball: 3. Liga Körber rettet die Preußen in Rostock

Keeper Nils Körber, der hier vor Marcel Ziemer rettet, war der Mann des Tages. 

Keeper Nils Körber, der hier vor Marcel Ziemer rettet, war der Mann des Tages.  Foto: Jürgen Peperhowe

Rostock - 

Preußen Münster nimmt einen Punkt von der Ostsee mit. Der Fußball-Drittligist trennte sich vor 12900 Zuschauern mit 1:1 (0:1) von Hansa Rostock. Sebastian Mai köpfte das 1:0 für Münster, der Ex-Preuße Soufian Benyamina sorgte für den Ausgleich. Mann des Spiels war aber ein anderer.

Von Alexander Heflik

Ein bärenstarker Nils Körber war der Garant für den Punktgewinn von Preußen Münster beim 1:1 (0:1) gegen Hansa Rostock. Der Torwart des Fußball-Drittligisten war vor allem vor der Pause der überragende Akteur auf dem Feld und vereitelte mehrfach ein Gegentor. Münster ging durch einen Kopfball von Sebastian Mai (28.) in Führung, Ex-Preuße Soufian Benyamina glich nach der Pause vor 12900 Zuschauern aus.

Drei Änderungen nahm Coach Möhlmann vor im Vergleich zum Spiel gegen Magdeburg (0:1). Innenverteidiger Ole Kittner war raus, zudem Danilo Wiebe verletzt. Dafür erhielt in der defensiven Zentrale Sandrino Braun eine Bewährungschance. Ausgerechnet Braun, der bis zum kommenden Donnerstag als Wechselkandidat gilt. Dann schließt das Transferfenster, und Braun, der hinten dran ist im Kader der Preußen, könnte sich noch verändern zu einem anderen Club. Oder genau diese Chance nutzen und in Rostock auf sich aufmerksam machen. Zudem rückte Linksfuß Jeron Al-Hazaimeh in die erste Formation. Er sollte den streng defensiv eingestellten Fabian Menig offensiv stärker unterstützen. Auch Tobias Rühle, Stammkraft auf dem rechten Flügel, war draußen. Dafür erhielt Philipp Hoffmann eine Startelfchance. Die Wechsel auf den Flügeln unterstrichen, dass Möhlmann seine Idealformation da noch nicht gefunden hat.

Fotostrecke: 6. Spieltag: FC Hansa Rostock - Preußen Münster

Rostock gegen Münster war eine ziemliche Vollgas-Veranstaltung. Erster Höhepunkt war ein Angriff der Gäste, als Adriano Grimaldi seinen Mitspieler Martin Kobylanski in Szene setzte, der aber aus acht Metern an Keeper Janis Blaswich scheiterte. Doch dann nahm die Dotchev-Elf mal richtig Fahrt auf. Und es entwickelte sich eine Privatfehde zwischen SCP-Schlussmann Nils Körber und dem ehemaligen Preußen-Angreifer Soufian Benyamina. Das, was der Rostocker an Chancen auf dem Fuß hatte, hätte für zwei Spiele reichen können. Doch Körber, der Teufelskerl klärte mehrfach (13., 19., 26. im Zweierpack, 37.). Münsters leichte Überlegenheit war schnell vorbei.

Als die Hausherren endgültig das Kommando übernehmen wollten, hatte Münster dennoch die beste aller Antworten parat. Nach einer Ecke des auffälligen Kobylanski köpfte der aufgerückte Sebastian Mai zur Führung ein, Philipp Hoffmann hatte den Ball verlängert (31.). Für Hansa war das ein Schlag ins Kontor, weil sonst nur noch Selcuk Alibaz mit einem Freistoß für Gefahr sorgte. Die Preußen erinnerten in dieser ersten Hälfte an die erfolgreiche Rückrunde der Vorsaison. Defensiv sehr stabil, dazu ein überragender Torhüter und vorne aus wenig Chancen fast das Maximum herausgeholt. Münster führte tatsächlich mit 1:0 zur Pause.

Fotostrecke: Die Einzelkritik: FC Hansa Rostock - SC Preußen Münster

Die Preußen wollten gleich nachlegen, ein kluger Pass von Kobylanski (47.) landete bei Grimaldi, der im letzten Moment an der Strafraumgrenze von Stefan Wannenwetsch getackelt wurde. Münster wollte einen Elfmeter, Schiedsrichter Alexander Sather diesen nicht geben, ein strittiger Moment. Wenig später wieder ein Konter der Gäste, aber Kobylanski wurde im letzten Moment geblockt (53.).

Der Ausgleich von Benyamina (58.) war aber dann verdient. Er traf im Nachschuss und belohnte das Engagement der Hausherren.

Münster reagierte, ein Schuss von Al-Hazaimeh (61.) ging knapp am Tor vorbei. Wenige Augenblicke später ein Konter über Kobylanski, in der Mitte kam Grimaldi aber nicht an den Ball. Das war knapp. Dann rückte Lion Schweers auf, köpfte die Ecke von Michele Rizzi (64.) fast ins Tor - wäre da nicht Bryan Henning auf der Linie stehend gewesen. Er schlug den Ball aus der Gefahrenzone.

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Dann ging es rüber auf die andere Seite, wieder ein Loch in der Abwehr der Preußen, Henning scheiterte an Körber (69.). Apropos Abwehrlöcher: So frei wie Rizzi (72.) vor dem Rostocker Tormann Blaswich zum Abschluss kam, musste das eigentlich das 2:1 für den SCP sein. Aber es sollte nicht sein, genauso wenig wie der Nachschuss des eingewechselten Rühle das Tor traf. Die Gäste holten auf in Sachen ausgelassener Chancen. Das Spiel stand auf des Messers Schneide.

Dann war der Ball im Netz nach der 14. Ecke für Rostock, doch Referee Sather entschied auf Abseits. Wobei in dieser Szene Körber sich seinen ersten Fehler leistete und unter der Flanke durchflog. Das war noch einmal gut gegangen für die Preußen. Grimaldi vergab nach 87 Minuten das letzte große Ding, er erkämpfte sich den Ball von Fabian Holthaus, ließ Julian Riedel aussteigen - und scheiterte an Blaswich.

Rostock: Blaswich - Nadeau, Riedel, Hüsing, Holthaus - Alibaz (76. Väyrynen), Henning, Wannenwetsch, Hilßner (82. Fehr) - Benyamina, Ziemer (90. Owusu)

Münster: Körber - Tritz, Schweers, Maiu, Menig - Rizzi, Braun - Hoffmann (66. Rühle), Kobylanski (66. Warschewski), Al-Hazaimeh (80. Heinrich)- Grimaldi. - Trainer: Möhlmann

Tore: 0:1 Mai (27.), 1:1 Benyamina (58., Nachschuss) - Zuschauer: 12.900 - Schiedsrichter: Sather (Grimma) - Gelbe Karten : Benyamina / Braun, Al-Hazaimeh

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