Fr., 08.09.2017

Fußball: 3. Liga Preußen verlieren im Dauerregen den Überblick und drei Punkte

Der FSV Zwickau feiert in Münster, die Preußenspieler Stéphane Tritz (l.) und Michele Rizzi (r.) können es nicht mit ansehen und ziehen gesenkten Kopfes völlig frustriert von dannen.

Der FSV Zwickau feiert in Münster, die Preußenspieler Stéphane Tritz (l.) und Michele Rizzi (r.) können es nicht mit ansehen und ziehen gesenkten Kopfes völlig frustriert von dannen. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die Spieler des SC Preußen leisten derzeit ihren eigenen Beitrag in Sachen Stadionfrage: Zumindest scheint sich die Truppe um Trainer Benno Möhlmann an der Hammer Straße nicht mehr wohlzufühlen. Beim 0:2 gegen den FSV Zwickau setzte es am Freitag die dritte Heimpleite in Folge

Von Thomas Rellmann

Es geht bergab mit den Preußen. Nach gutem Saisonstart ist Münster nun mit einem Punkt aus vier Partien auf dem Weg in den Keller. Unter Flutlicht gestattete das Team beim 0:2 (0:1) dem Tabellenletzten FSV Zwickau den ersten Sieg in einem nach dem Rückstand schwer verdaulichen Spiel, das nicht nur unter dem glatten Belag litt. Der Trend spricht gegen die Gastgeber, die nur untaugliche Mittel fanden gegen den allenfalls willensstarken, aber limitierten Kontrahenten.

„Wir haben uns durch das frühe und hohe Anlaufen des Gegners verunsichern lassen“, sagte Trainer Benno Möhlmann. „Und dann haben wir den Ball oft dahin gespielt, wo die anderen in Überzahl waren. Außerdem hat Zwickau immer wieder Zeit gewonnen mit der Führung.“ Taktisch setzte der Coach wie zuletzt in Rostock auf zwei echte Sechser. Auf dem rutschigen Boden waren viele Bälle zwar schwer zu kontrollieren, doch die Hausherren suchten den Weg nach vorne.

Fotostrecke: Preußen Münster - FSV Zwickau - 7. Spieltag, Saison 2017/18

Die erste Großchance hatte Sebastian Mai per Kopf (12.). Michele Rizzi ließ einen Weitschuss folgen (18.). Während hier die Feinjustierung fehlte, gingen die Sachsen, vor allem Davy Frick, hart zu Werke, dafür verzichteten sie weitgehend auf Offensivbemühungen. Das Wetter ließ eigentlich schon kein schönes Spiel zu, die (erwartbare) Herangehensweise des Schlusslichts machte es fast unmöglich.

Adriano Grimaldi, dem die Rasenverhältnisse schwer zu schaffen machten, ließ sich auf dem Weg zum Tor von Nico Antonitsch ausbremsen (23.). Spätestens da war klar, dass ein Geduldsspiel ansteht. Die tief gestaffelten und giftigen Gäste brachten die Preußen aus dem Rhythmus. Spielfluss kam nie zustande.

Viele Stockfehler, Unterbrechungen, reichlich Leerlauf. So ungefähr hatte sich das Schlusslicht das vorgestellt – und machte die Aufgabe für den SCP mit einer Einzelleistung noch kniffliger. Ronny König drehte sich im Fünfer elegant um den verdutzten Ole Kittner und nagelte die Kugel zielgenau in den Winkel zum 1:0 (38.).

Fotostrecke: Einzelkritik: Preußen Münster - FSV Zwickau (7. Spieltag, Saison 2017/18)

Einen Vorgeschmack aufs angezeigte Zeitspiel hatte der FSV schon vor der Führung geliefert, bis zur Pause nahmen die Verzögerungen naturgemäß noch mal zu. Die Preußen standen dem ratlos gegenüber und wussten, dass es in Hälfte zwei kaum anders werden würde. Impulse sollten Nico Rinderknecht und Tobias Rühle bringen, die den angeschlagenen Rizzi und Martin Kobylanski ersetzten.

Eine erste Chance ergab sich für Hoffmann (48.), zuvor hätte Rühle selbst abschließen müssen. Aber der Joker, diesmal im Zentrum eingesetzt, brachte Schwung, servierte auch für Grimaldi (50.), der nach Philipp Hoffmanns Flanke ebenfalls das Tor verfehlte (53.). Fabian Menig schlenzte den Ball zudem vorbei (54.). „Die Situationen hätten wir besser nutzen müssen“, sagte Möhlmann. Die Folge des Sturmlaufs? Keine! Dafür das 0:2! Keeper Nils Körber hätte die Ecke, die René Lange nach innen brachte, verhindern können. In der Mitte stieg Toni Wachsmuth nahezu unbedrängt hoch und köpfte ein (56.).

Damit war die Hoffnung auf Zählbares quasi begraben. Gegen Bentley Baxter Bahn verhinderte Körber noch einen weiteren Tiefschlag (68.). Zwickau schöpfte alle Faktoren aus, der SCP verzettelte sich mit allem, was er probierte und schoss den Gegner sogar mehrfach aus Nahdistanz einfach an. Da schlugen viele auf der Tribüne die Hände über dem Kopf zusammen. Ein völlig verkorkster Abend an der Hammer Straße.



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