So., 24.09.2017

Fußball: Kommentar Ärger an allen Fronten – die Preußen im Herbst 2017

Trainer Benno Möhlmann 

Trainer Benno Möhlmann  Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster ging es schon oft schlecht. Aber war es schon mal so dramatisch wie jetzt? Eher nicht, schreibt unser Redaktionsmitglied Alexander Heflik in seinem Kommentar. Neben den außersportlichen Problemen ist nun auch noch der Abstiegskampf der Mannschaft ein Thema.

Von Alexander Heflik

Ärger an allen Fronten. Und das eine passt zum anderen. Sportlich stellt sich bei den Preußen die Existenzfrage, die Abstiegsränge sind wieder erreicht. Trainer Benno Möhlmann steht vor der Herkulesaufgabe, diesem Team Selbstvertrauen und Kampfeswillen einzuimpfen, um in dieser Liga bestehen zu können. Bislang galt seine Person als unantastbar, er selbst hat die Debatte um seine Funktion mit einem Anflug von Koketterie eröffnet.

Sein Plus: Er kennt sich wie kaum ein anderer Fußballlehrer mit Krisensituationen aus, das spricht für ihn. Andererseits: So wie die Mannschaft in Jena vor der Pause agierte, kann das nicht die Vorgabe des Trainers gewesen sein. Und wenn doch, dann wäre das ein Desaster.

Auch Sportchef Malte Metzelder ist gefordert, es ist sowas wie sein bislang größer Härtetest. Die Schonzeit für ihn ist abgelaufen, so ist das in diesem Geschäft..

Fotostrecke: Einzelkritik: Carl Zeiss Jena vs. Preußen Münster

Würde es sportlich passen, würden die beiden anderen großen Zukunftsthemen mit Verve zu bearbeiten sein: Ausgliederung der Profi-Abteilung sowie die Stadionfrage. So aber feuern die Kritiker aus vollen Rohren: Warum soll ein möglicher Viertligist überhaupt ein neues Zuhause bekommen und professionellere Strukturen einfordern?

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Und dann noch das: Der SCP findet in der Stadt so wenig wie lange nicht mehr statt, und wenn, dann ist das Thema oft irgendwie negativ besetzt. Da hilft auch die krude PR-Kampagne um den „Torschützenverein“ nicht weiter.

Die Zuschauerzahlen sind zudem massiv rückläufig, die Hoffnung, dass das Derby gegen Osnabrück ausverkauft sein könnte – überaus klein momentan. Die PR-Maschine rund um den Club ist gefühlt zum Stehen gekommen, Sponsoren verabschieden sich. Läuft nicht zur Zeit. Läuft gar nicht.

Schwere Zeiten hat der Club schon häufiger erlebt, diese sind vielleicht die härtesten. Ausgang offen – in jede Richtung. Es könnte der Herbst der ganz großen Entscheidungen werden.

Fotostrecke: Fußball: 3. Liga: FC Carl Zeiss Jena vs. Preußen Münster

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