Mi., 27.09.2017

Fußball: 3. Liga Preußen schließen Grimaldi-Rückkehr im Derby nicht ganz aus

Spielt er oder spielt er nicht? Adriano Grimaldi hofft noch auf ein Comeback gegen seinen Ex-Club Osnabrück.

Spielt er oder spielt er nicht? Adriano Grimaldi hofft noch auf ein Comeback gegen seinen Ex-Club Osnabrück. Foto: Sebastian Sanders

Münster - 

Klar, ein gewisses Risiko würde ein Einsatz von Adriano Grimaldi zwei Wochen nach seinem Muskelfaserriss mit sich bringen. Aber gerade im Derby gegen den VfL Osnabrück wäre eine Rückkehr des Kapitäns in den Preußen-Kader hilfreich. Noch besteht ein Funken Hoffnung.

Von Thomas Rellmann

Elektrisierte Massen, Höhepunkt einer jeden Saison. Seit dem Drittliga-Aufstieg der Preußen 2011 galten diese Einschätzungen immer, wenn es zum Derby gegen den VfL Osnabrück kam. Das zeigten gerade in der Anfangszeit der Wiederauflage dieses Klassikers die Zuschauerzahlen in Münster: 15.050, 15.050, 14288, 14.300, 10.077, 11.530.

Drei Mal bedeutete das ausverkauftes Haus, zuletzt sank die Resonanz jedoch. Wenn es am Samstag (14 Uhr) zum siebten Duell der Neuzeit an der Hammer Straße kommt, gehen die Verantwortlichen auch von einem fünfstelligen Besuch aus. Garantiert ist der aber nicht. 7500 Tickets sind bislang verkauft, 1500 davon gehen an die Lila-Weißen – dort war aber auch sogar noch ein kleiner Rest erhältlich.

Rückkehr nach Muskelfaserriss am Samstag nicht ausgeschlossen

Das liegt womöglich auch daran, dass bei den Niedersachsen eine gewisse Verdrossenheit vorherrscht. Das Kontingent für den Gästeblock wird wohl nicht ausgeschöpft. Ein volles Haus ist ausgeschlossen. Der 19. der Tabelle gegen den 17. – für mindestens einen Club wird es ein trüber Schlager, das steht fest.

Nominell hat der SCP gerade zu Hause mehr Druck nach dem Abrutschen unter den Strich und einer sieben Spiele währenden Sieglosserie. Doch anders als an der Bremer Brücke war die Unterstützung der Fans bislang nahezu bedingungslos gegeben. Eine phasenweise blutleere Vorstellung wie zuletzt bei Carl Zeiss Jena darf sich die Mannschaft aber gegen den Erzrivalen nicht erlauben.

Einen Funken Hoffnung sendete in dieser Woche zumindest Kapitän Adriano Grimaldi. Zwei Wochen nach seinem in Paderborn erlittenen Muskelfaserriss ist eine Rückkehr in den Kader gegen seinen Ex-Club zumindest nicht ausgeschlossen. Bisher arbeitete der Stürmer individuell, am Donnerstag könnte aber ein Testlauf im Mannschaftstraining folgen.

Zwei Niederlagen im Derby in der Vorsaison

Als Schlüsselspieler (wenn auch dann eher als Joker) und vor allem Anführer wäre der 26-Jährige zweifellos ein Zugewinn für die Mannschaft, in der es aktuell an Leadern fehlt. Das zeigte sich im letzten Heimspiel gegen Aalen sogar daran, dass der 21-jährige Lion Schweers plötzlich in der Schlussphase die Kapitänsbinde trug, weil Grimaldi eben verletzt war, „Vize“ Michele Rizzi und Simon Scherder ausgewechselt worden waren und Ole Kittner auf der Bank schmorte.

Stéphane Tritz, der ebenfalls zum Mannschaftsrat zählt, war vielleicht einen Schritt zu weit entfernt. Auf der Suche nach Akteuren, die ihren Nebenleuten Halt geben, war es für Trainer Benno Möhlmann bisher nicht leicht. Viele, die eine gewisse Erfahrung besitzen, suchen aktuell ihre Form. Und nach zwei signifikanten Verjüngungen ist der SCP eben nicht mehr mit der ganz großen Routine ausgestattet. Insofern könnte eine Rückkehr des Spielführers schon einen Impuls oder Halt geben. Und sei es nur für einen Kurzeinsatz.

Ein Lieblingsgegner sind die Osnabrücker für die Preußen übrigens seit geraumer Zeit nicht mehr. Nach neun ungeschlagenen Partien gegen den Nachbarn zwischen 2012 und 2016 steht jetzt eine andere Serie zu Buche: Vier Mal hat Münster nicht mehr gewonnen. In der Vorsaison lauteten die Resultate 0:1 und 0:3.



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