Mo., 02.10.2017

Rad: 12. Sparkassen-Münsterland-Giro Münsterland-Giro als Event der Superlative

Münster - 

Das sind die ganz großen Namen im Radsportzirkus der Sprinter. Mark Cavendish (Dimension Data), der frischgebackene Vize-Weltmeister Alexander Kristoff (Katusha Alpecin), Marcel Kittel (Quick-Step Floors), André Greipel (Lotto Soudal) – mehr geht kaum. Nie war das Fahrerfeld so prominent besetzt wie in der bevorstehenden Auflage.

Von André Fischer

Karl von Drais galt als verkanntes Genie. 1817 setzte sich der Tüftler auf ein klotziges Holzlaufrad und radelte los. Einfach so. Die Idee des Zweirads, sie war geboren. Eine bahnbrechende Erfindung – 200 Jahre ist das her. „Ohne ihn hätten wir den Sparkassen-Münsterland-Giro nicht auf den Weg bringen können“, sagt Rainer Bergmann, Chef-Organisator der renommierten Veranstaltung. Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, jährt sich das Spektakel zum zwölften Mal. Und nie war das Fahrerfeld so prominent besetzt wie in der bevorstehenden Auflage. Ein Event der Superlative (17.15 bis 18 Uhr, WDR).

Das sind die ganz großen Namen im Radsportzirkus der Sprinter. Mark Cavendish (Dimension Data), der frischgebackene Vize-Weltmeister Alexander Kristoff (Katusha Alpecin), Marcel Kittel (Quick-Step Floors), André Greipel (Lotto Soudal) – mehr geht kaum. Dazu gesellen sich die schnellen Beine von Nikias Arndt (Sunweb), der angriffslustige Sam Bennett (Bora-Hansgrohe) und Dylan Groenewegen (Lotto NL Jumbo). Der Niederländer holte sich auf der Schlussetappe der 104. Tour de France in diesem Jahr auf den Champs-Élysées den prestigeträchtigen letzten Sprint. Ein „perfekter Tag“ für ihn. Die Liste der Top-Sprinter vervollständigt mit Lennard Kämna das aktuell wohl größte Talent im deutschen Radsport. Bei der Weltmeisterschaft in Norwegen sicherte sich der 21-Jährige jüngst Silber im U-23-Straßenrennen und toppte das Ergebnis mit der Goldmedaille mit dem Team Sunweb. Und so ganz nebenbei hat der vierfache Weltmeister im Einzelzeitfahren, Tony Martin (Katusha Alpecin), gemeldet. Er bringt Teamkollege Rick Zabel mit, der auf den Spuren seines berühmten Vaters Erik versucht zu wandeln.

„Mit diesem Feld sind wir nahe am Optimum“, lässt Bergmann keinen Zweifel daran, dass sich in Münster die Weltelite auf zwei Rädern die Ehre gibt. „Hier und dort gab es am Montag noch Ummeldungen auf den Startlisten, aber die Top-Leute sind dabei“, so der „Erfinder“ des Giro in Münster. Das war 2016 anders. Cavendish, mit 30 Etappensiegen bei der Schleife durch Frankreich eine lebende Legende, war mit großem Brimborium angekündigt worden, um wenige Stunden vor dem Rennen aus Krankheitsgründen seine erste Stippvisite im Münsterland abzusagen. John Degenkolb nutzte vor einem Jahr die Gunst der Stunde und triumphierte vor dem Schloss in Münster. Der Thüringer muss in diesem Jahr wegen mangelnder Fitness passen.

Fehlt bei all den klangvollen Namen eigentlich nur einer: Peter Sagan. Der Slowake, frischgebackener Straßenweltmeister, zum dritten Mal übrigens in Serie, würde die Veranstaltung nochmals aufwerten. Was kaum geht. Bergmann ist dran, baggert fleißig am 27-Jährigen, der sich nach der WM in Norwegen in den Urlaub verabschiedet hat und demnächst Vater wird. 2018 könnte es soweit sein.

201 Jahre nach der Erfindung Karl von Drais’, der mit seiner Laufmaschine ein Stück weit das Münsterland, und die Welt verändert hat. 



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