Mo., 02.10.2017

Was sind schon nackte Zahlen? Fußball: Preußen betreiben beim Derbysieg gegen Osnabrück Eigenwerbung in Sachen Torabschluss

Torflaute beendet: Sandrino Braun, Martin Kobylanski, Stéphane Tritz und Philipp Hoffmann (von links) feiern den Derbysieg gegen den VfL Osnabrück. Kapitän Adriano Grimaldi mit trendiger Kurzhaarfrisur war beeindruckt (kleines Foto).

Torflaute beendet: Sandrino Braun, Martin Kobylanski, Stéphane Tritz und Philipp Hoffmann (von links) feiern den Derbysieg gegen den VfL Osnabrück. Kapitän Adriano Grimaldi mit trendiger Kurzhaarfrisur war beeindruckt (kleines Foto). Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Zahlen sind so einfach. Sie bringen die Dinge auf den Punkt – ohne viel Worte. Nicht selten taugen sie zum Aufreger. So wie bei den Preußen: Den klugen und rauchenden Statistikköpfen nach nutzten die Jungs von Trainer Benno Möhlmann vor dem hoffentlich wegweisenden Derby gegen den VfL Osnabrück nur 8,2 Prozent ihrer Torchancen – ein erbärmlicher Wert. Und beinahe Spitze in Liga drei. Nur Erfurt war vor dem elften Spieltag besser vor dem gegnerischen Tor (7,3). Während die Rot-Weißen beim 1:3 gegen Wehen Wiesbaden keine große Anstalten machten, diesen Wert zu revidieren, strafte der SCP den durchaus aussagekräftigen Zahlenspielen mit vier Treffern ins lila-weiße Herz Lügen. Ein erfrischender Mutmacher für das Gastspiel in Unterhaching nach der Länderspielpause.

Von Andre Fischer

Ja, es hat vieles funktioniert an diesem denkwürdigen 30. September. Tobias Rühle zum Beispiel in vorderster Front. Immer anspielbar im Zentrum, ein stetiger Unruheherd, Torschütze. Endlich. Anläufe hatte er reichlich. Klar profitierte er vom verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Adriano Grimaldi, der diesmal nicht auf dem Feld, aber zumindest frisurentechnisch kurzen Prozess gemacht hatte und das muntere Treiben von der Tribüne aus beeindruckt verfolgte. Aber Rühle nutzte seine Chance. Auch wenn bei dem 26-Jährigen unmittelbar nach dem 4:1 gegen die Niedersachsen Zurückhaltung oberstes Gebot war: „Wenn Adriano wieder fit ist, ist er gesetzt.“ Möglich ist das, ja. Denkbar auch, dass Möhlmann in München auf ein 4:4:2 setzt. Mit Grimaldi und Rühle in der Spitze.

On fire auch Martin Kobylanski, der die linke Flanke rauf und runter marschierte, einen Treffer vorbereitete und vom Punkt aus beim 3:1 eiskalt vollstreckte. Nur beim zweiten Elfer verließen sie ihn dann. „Im Training macht er das besser. Er zögert dann immer einen Schritt – und trifft. Ich hätte mir gewünscht, dass er das mal im Spiel probiert“, so Coach Möhlmann, der seinen freien Tag am Montag bei der Familie in Bremen verbrachte. Den obligatorischen Besuch mit der Mannschaft auf dem Oktoberfest am Samstag schenkte er sich. „Das können die Jungs viel besser.“ Wer auf der münsterischen Wiese indes die besten Zweikampfwerte hatte, ist keiner Statistik zu entnehmen. Gut so.

► Auch Keeper Nils Körber gönnt sich eine kurze Pause. Er musste mit Beschwerden am Hüftbeuger seinen Einsatz bei der deutschen U-21-Auswahl absagen, sollte aber bis zum Unterhaching-Spiel wieder fit sein.



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