Mi., 04.10.2017

Basketball: Regionalliga 100:89 in Ibbenbüren – Kader-Tiefe ist das große Plus der WWU Baskets

Keine Ruhe im Aufbauspiel war Münsters Brandon McGill (l.) vergönnt, dem hier Ibbenbürens Routinier Benjamin Fumey zusetzt. Letztlich bestanden die WWU Baskets aber die Prüfung in der rappelvollen „Hölle Ost“ und stehen mit vier Siegen glänzend da.

Keine Ruhe im Aufbauspiel war Münsters Brandon McGill (l.) vergönnt, dem hier Ibbenbürens Routinier Benjamin Fumey zusetzt. Letztlich bestanden die WWU Baskets aber die Prüfung in der rappelvollen „Hölle Ost“ und stehen mit vier Siegen glänzend da. Foto: Thomas Austermann

Ibbenbüren - 

Das war ein hartes Stück Arbeit, das die WWU Baskets Münster in Ibbenbüren zu verrichten hatten. Doch das Team Philipp Kappenstein wahrte im Derby seine weiße Weste und feierte den vierten Sieg im vierten Spiel – und trotzte dabei auch der heißen Atmosphäre in der „Hölle Ost“.

Von Thomas Austermann

Für einen Sportart-Rekordbesuch sorgten die WWU Baskets am Feiertag in Ibbenbüren. Die meisten der 1074 Zuschauer in der Halle Ost schwiegen am Ende, denn der münsterische Favorit steigerte sich und gewann bei den Ballers mit 100:89 (47:49) auch sein viertes Saisonspiel in der Regionalliga. Weil der Kader eine bemerkenswerte Tiefe aufweist, wuppte er auch diese schwierige Aufgabe.

In die Rolle der Schlüsselspieler rückten im Vergleich zu bisherigen Partien wieder andere WWU-Asse: Leo Padberg nämlich und der 15 Minuten lang mit dem Aufbauspiel betraute Tim Kosel, ein Ibbenbürener. Das war auch nötig, denn die Erstbesetzung haderte schnell mit hoher Foulbelastung auf den großen Positionen. Center Kai Hänig war ganz fix angezählt, sein Backup Max Massing an alter Wirkungsstätte dito. Nach fünf Minuten stand die Foulbelastung bei 6:1 und Münsters Trainer Philipp Kappenstein musste reagieren.

Ibbenbürens neuer US-Spieler Michael Harvey, der sich mit 28 Punkten und neun Rebounds zwei Bestmarken sicherte, sorgte im Alleingang für die Ballers-Führung zum 20:18. Und für Druck: Elf von 27 Punkten machten die Gastgeber im ersten Viertel von der Freiwurflinie. Münster fand nur schwer gute Wurfpositionen und schien beeindruckt von der Atmosphäre, die Ibbenbürens Spieler puschte. Stefan Wess etwa, zuletzt daheim bärenstark, kam anfangs kaum zur Geltung. Gegen Ende des zweiten Viertels aber war der wichtige Flügelspieler mit zwei Drei-Punkte-Würfen der Akteur, der ein Davonziehen der Gastgeber verhinderte.

„Unsere Defense war einfach nicht gut vor der Pause. Wir haben uns mit dem Nachdenken über die schnelle Foulbelastung selbst die Energie genommen“, sagte Kappenstein und nutzte die Pause zum Appell an die Konzentration und Wehrhaftigkeit. Im Wechsel mit Alex Goolsby gelang es jetzt auch Andrej König besser, dem 26-jährigen Harvey Szenen zu rauben. Padberg traute sich immer mehr zu und traf auch zum 70:64. Ein die Mitspieler erschreckender Fehlpass unterlief Hänig, aber das dritte Viertel ging an die Gäste (23:16).

Kommentar

Ibbenbüren bekommt die Halle voll, die Basketballbegeisterung dort ist enorm und verdient Respekt. Genau den zu wahren, fällt aber manchen Verantwortlichen schwer. Dass Ballers-Trainer Marc Pohlmann das Derby mit wenig reflektierten Wertungen zum Gegner anheizt und via Homepage auf seine Art trommelt, zeugt von wenig Sportsgeist. Nichts davon ist mehr übrig, wenn der Hallensprecher hämisch Aktionen von WWU-Spielern kommentiert und sie beinahe genüsslich namentlich durch den Kakao zieht. Das gibt‘s in keiner Halle und zeugt von falsch verstandener „Begeisterung“.

 Thomas Austermann

Brandon McGill bekam das vierte Foul angezeigt und machte Platz für Kosel, der bemerkenswert ruhig und sicher blieb in der Führungsrolle. Wess, Goolsby, Jan König und Padberg trafen aus der Distanz zur 94:77-Führung, danach blieben die Ballers jede Antwort schuldig. Ihre Wurfquote war die deutlich schlechtere, ihre Bankspieler im Vergleich ebenfalls. 41 Punkte machten jene Baskets, die nicht zur ersten Fünf zählten. Bei den Ballers standen 15 in dieser Bilanz.

„Wir wollten die Zuschauer heraushalten, das ist uns im Spielverlauf immer besser geglückt“, wertete Kappenstein. Und nahm einen Lernerfolg aus dem Derby mit: „Das war ein Schritt nach vorne für uns. Wir sind cool geblieben in einem schweren Auswärtsspiel, gegen eine volle Halle und heiße Atmosphäre.“ Baskets-Punkte: Padberg (22), J. König (16), McGill (13), Goolsby (12), Wess (11), Kosel (9), Hänig (7), Massing (5), Woltering (3), A. König (2).



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