Do., 05.10.2017

Fußball: Testspiel Geheimtest-Sieg für die Preußen in Enschede

Danilo Wiebe, der einige Wochen zusehen musste, durfte sich in Enschede mal wieder präsentieren. Hier geht er in den Zweikampf mit Adnane Tighadouini (l.).

Danilo Wiebe, der einige Wochen zusehen musste, durfte sich in Enschede mal wieder präsentieren. Hier geht er in den Zweikampf mit Adnane Tighadouini (l.). Foto: Thomas Rellmann

Enschede - 

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit überprüfte Preußen Münster am Donnerstagnachmittag die Form. Beim schnell erreichbaren niederländischen Erstligisten Twente Enschede überzeugte der Drittliga-Zwölfte vor allem defensiv und gewann durch ein Tor von Jeron Al-Hazaimeh 1:0.

Von Thomas Rellmann

Von wegen auf die faule Haut legen. Die Länderspielpause nutzte der SC Preußen erneut für einen Test. Zum niederländischen Erstligisten Twente Enschede mussten die Münsteraner nur eine Stunde fahren. Im Nachbarland legten sie dann einen vorsichtigen, aber sehr kompakten und disziplinierten Auftritt hin, der mit einem 1:0 (1:0)-Erfolg belohnt wurde. „Die Abwehrarbeit ist ja die Grundlage für alles“, sagte Trainer Benno Möhlmann. „Das war schon in Ordnung. Aber nach vorne sind wir immer noch nicht da, wo ich uns sehen will.“

Aus organisatorischen Beweggründen und um keine Zusammenstöße der Fanlager (die SCP-Anhänger sind befreundet mit Twentes Erzrivalen Heracles Almelo) zu riskieren, waren keine Zuschauer zugelassen. Das sorgte in der sonst über 30 000 Besucher fassenden Arena namens „De Grolsch Veste“ für eine leicht skurrile Atmosphäre, in der jeder Pieps vom Spielfeld aus zu vernehmen war.

Münster begann mit sechs Neuen im Vergleich zum 4:1 gegen Osnabrück. Aber eine echte B-Elf gibt es in dieser Saison ja nicht. Fast alle Feldspieler hatten bereits ihre Chancen in der Startelf. Diesmal durften sich Lion Schweers, Jeron Al-Hazaimeh, Danilo Wiebe, Simon Scherder und Lennart Stoll beweisen. Ersatzkeeper Max Schulze Niehues stand natürlich für den verletzten Nils Körber im Tor. Sandrino Braun musste früh raus nach einem Pressschlag. Eine Prellung samt Wunde am Fuß trug er davon, die Kapsel ist wohl nicht betroffen.

Just in den Minuten, in denen die Gäste nach der Verletzung nur zu zehnt auf dem Rasen standen, gelang Al-Hazaimeh nach einem eklatanten Fehler von Jeroen van der Lely das 1:0 (25.). Der Linksfuß erlief den völlig missglückten Rückpass und schob lässig ein. Bis dahin hatten die Preußen, die ja kaum Offensive auf dem Platz hatten, sich eher nach hinten gedrängt gesehen vom Tabellen-15. der Ehrendivision, der jüngst sein Derby gegen Almelo mit 2:1 gewonnen hatte.

Adnane Tighadouini mit zwei Versuchen aus der Distanz (12./17.) sowie Danny Holla mit zwei Freistößen (23./37.) beschworen die gefährlichsten Szenen der ersten Hälfte herauf. Wirklich ausgespielt wurden die Deutschen aber kaum.

Nach der Pause konnte sich der in der U 23 formstarke Leonel Brodersen hinten rechts zeigen und machte seine Sache gut. Der Stabilität des Drittligisten schadete dieser Wechsel wie auch alle anderen nicht. Luciano Slagveer durfte mal aus der Distanz draufhalten (58.), doch richtig durch kam Twente weiter selten. Auch Michael Liendl – den Österreicher coachte SCP-Trainer Benno Möhlmann vor zwei Jahren bei 1860 München – versuchte sich nur aus der Ferne (75.). Schulze Niehues hielt seinen Kasten sauber und brauchte nicht mehr eingreifen. Glück hatte er nur in der 90. Minute, als Schweers das sichere Tor von Cristian Cuevas auf der Linie verhinderte. Auf der Gegenseite blieb aber auch der Gast gänzlich ungefährlich. „Das war mir zu wenig“, bemängelte Möhlmann.► Kapitän Adriano Grimaldi stand gar nicht erst im Kader. Nach seinem Muskel­faserriss meidet er weiter das Risiko. Die Gedankenspiele um einen Einsatz gegen Osnabrück waren, so Möhlmann, aber keine (erfolg­reiche) Nebelkerze.► Moritz Heinrich erlitt am Morgen im Training eine Knöchelblessur. Eine Diagnose steht noch aus, ein Ausfall ist jedoch zu befürchten. SCP: Schulze Niehues – Tritz (46. Brodersen), Mai (46. Kittner), Schweers, Al-Hazaimeh – Wiebe, Scherder (64. Rizzi) – Stoll, Braun (26. Rinderknecht), Kobylanski (46. Menig) – Rühle (64. Hoffmann)



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