Fr., 13.10.2017

Fußball: Westfalenliga Talentschmiede des 1. FC Gievenbeck trägt mehr und mehr Früchte

Ein verschworener Haufen: die Gievenbecker (v.l.) Constantin Rieger, David Lauretta, Tristan Niemann, Daniel Geisler, Christian Keil, Maximilian Natrup, Julian Canisius und Nico Eschhaus – angeleitet von Benjamin Heeke (kl. Bild)

Ein verschworener Haufen: die Gievenbecker (v.l.) Constantin Rieger, David Lauretta, Tristan Niemann, Daniel Geisler, Christian Keil, Maximilian Natrup, Julian Canisius und Nico Eschhaus – angeleitet von Benjamin Heeke (kl. Bild) Foto: fotoideen.com

Münster - 

Der 1. FC Gievenbeck ist nicht nur punktgleich mit Spitzenreiter SpVgg Vreden Zweiter der Westfalenliga, sondern auch ein Musterbeispiel für gelungene Jugendarbeit. Ein Großteil des aktuellen Kaders ist im eigenen Verein ausgebildet worden.

Von Michael Schulte

So etwas lässt sich nicht planen. Es kam einfach so. Und offensichtlich ist es gut. 2000 fing alles an. Da kam Benjamin Heeke zum 1. FC Gievenbeck und kickte in der Jugend. Ein Jahr später übernahm er das Training der F-Junioren und hatte dabei zwei Ziele vor Augen: „Ich wollte die Jungen fördern und mich selbst als Coach weiterentwickeln.“ Gleichgesinnte fand er damals in Niklas Bonnekessel und Sebastian Heinrich, ebenfalls Nachwuchs-Trainer. Alles ließ sich gut an, man hatte Spaß und war erfolgreich. Als dann 2007 die Trainer Maik Weßels, Henning Schnittker und Henning Timpe dazukamen, war der Club noch breiter aufgestellt. Und es wurde eine sportliche Basis für den Verein gelegt, die heute zum Tragen kommt. Denn aus dem 24-köpfigen Kader der Westfalenliga-Kicker stammen 16 aus der eigenen Jugend. Beeindruckend, vielleicht sogar einmalig.

Heeke verweist mit berechtigtem Stolz darauf, dass gleich zehn der 16 mit ihm durch die gesamte Jugendabteilung des FCG marschiert sind. Und sie können sich immer noch riechen. Für Heeke ist das nicht selbstverständlich, deshalb fragt er vorsichtshalber vor jeder neuen Saison nach. „Ich erwarte dann eine ehrliche Antwort. Immerhin sehen wir uns sehr oft, verbringen viel Zeit miteinander. Da muss die Chemie stimmen.“ Offensichtlich stimmt sie, denn mit Ausnahme von Alan Bezhaev (zum Oberligisten Hammer SpVg) sind alle an Bord geblieben. Und so kann er weiter mit Tristan Niemann, Maximilian Franke, Tom Gerbig, Maximilian Natrup, Constantin Rieger, Julian Canisius, Luca Wulfert, Yasin Altun, Fabian Gerick und neuerdings wieder Thomas Teupen arbeiten. „Wir sind zum großen Teil seit der D-Jugend zusammen. Das ist etwas Besonderes.“

Heeke pflegt den „Laissez-faire“-Stil. Und damit fährt er gut. „Entweder man funktioniert von alleine, oder man hat keine Chance bei uns.“ Zum Glück wollen die Spieler immer noch lernen und verfügen zudem über einen erweiterten Horizont. „Sie ziehen alle an einem Strang und wollen aus Spaß an der Freude Fußball spielen. Das Geld ist nicht wichtig, die Freundschaft untereinander bedeutet viel mehr.“ Hört sich alles gut an.

So sehen das wohl auch die sechs Spieler, die ebenfalls der FCG-Jugend entstammen, aber nicht von Heeke ausgebildet wurden. André Strothmann, Christopher Klimek, Janes Niehoff, Maximilian Brüwer, Arne Stegt und Jannik Balz sind ebenfalls fest mit Gievenbeck verbunden. Und schaut man sich weiter im Kader um, dann findet man mit Nico Eschhaus, Christian Keil, Nils Heubrock und Felix Krasenbrink vier weitere Akteure, die ebenfalls schon jahrelang das weinrote Dress tragen. Heeke freut sich darüber, betont aber auch, dass man nicht betriebsblind sei. Der Verein ist Neuzugängen gegenüber durchaus aufgeschlossen, wenn es denn passt. So wie bei David Lauretta, der vor dieser Spielzeit dazugestoßen ist und nun als Ü-30er den Altersdurchschnitt ein wenig hebt.

In der Westfalenliga steht der FCG oben. Peilt er jetzt den Titel an? „Das ist immer schwierig. Aber wenn wir die Chance bekommen sollten, nehmen wir sie mit.“ Heeke verweist darauf, dass seine Schützlinge in Sachen Aufstieg keineswegs unbeleckt sind. In der D-, B- und A-Jugend ist das gelungen, mit der zweiten Mannschaft ebenfalls. Die Truppe hat also Erfahrung.

So wie das Trainer-Triumvirat, das alles managt. Neben Heeke sind das Jens Wissing (verantwortlich für Fitness und Ernährung) sowie Janis Hohenhövel, der Taktikfuchs. Als Vierter im Bunde hält der Sportliche Leiter Stephan Zurfähr den Laden zusammen.

Bleiben alle in Gievenbeck, stellt sich irgendwann der Erfolg ein. Für Heeke ist das logisch. Vorausgesetzt, man mag sich weiterhin und pflegt nach wie vor einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Fußballspielen, das haben sie bewiesen, können sie sowieso.



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