Mi., 18.10.2017

Fußball: 3. Liga Als Taylor gegen den KSC traf und die Preußen im siebten Himmel schwebten

So jubelten Amaury Bischoff und Doppel-Torschütze Matthew Taylor nach dem 2:1 über Karlsruhe.

So jubelten Amaury Bischoff und Doppel-Torschütze Matthew Taylor nach dem 2:1 über Karlsruhe. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Als sich Preußen Münster und der Karlsruher SC letztmals begegneten, waren beide Mannschaften obenauf. Die Badener immer noch Spitzenreiter, der SCP erster Verfolger und fest entschlossen aufzusteigen. 2013 war das, der 2:1-Sieg ist unvergessen. Nun kommt es zum Wiedersehen.

Von Thomas Rellmann

Fast auf den Tag genau viereinhalb Jahre ist es her – da wähnten sich die Fans von Preußen Münster fast im siebten Himmel. Nach dem formidablen 2:1 (1:0) gegen Tabellenführer Karlsruher SC vor 14 465 Zuschauern war der Verein vier Runden vor Saisonende Zweiter der 3. Liga. Einen Zähler hinter dem Spitzenreiter, einen vor Arminia Bielefeld sowie vier vor dem Vierten VfL Osnabrück, der gleichauf mit dem 1. FC Heidenheim lag. Nie wieder danach war die Fußball-Euphorie in der Stadt so groß wie am 20. April 2013. Der nächste Aufstieg, die 2. Bundesliga – zum Greifen nah!

Was folgte, ist bekannt. Der SCP holte aus den folgenden Partien in Erfurt (1:1), gegen die Stuttgarter Kickers (0:1) und in Unterhaching (0:3) nur einen Punkt und musste sich am Ende über Rang vier freuen. Die große Chance – vertan. Würde heute vielleicht schon längst ein neues Stadion stehen, wenn damals der große Wurf geklappt hätte? Konjunktiv. In Erinnerung bleiben die Tore von Sturmgigant Matthew Taylor. Erst per Heber über Keeper Dirk Orlishausen nach Pass von Amaury Bischoff, dann nach schwerem Patzer von Daniel Gordon.

Am Samstag (14 Uhr) kommt es erstmals seit diesem denkwürdigen Duell zum Wiedersehen. Im Vergleich zu den Badenern hatten die Preußen im Anschluss an dieses Spitzenduell ruhige Jahre. Hier etwas Aufstiegshoffnung, da etwas Abstiegskampf, aber immer in der 3. Liga und nie Spannung bis zum Schluss, so lässt sich die Kurzepoche zusammenfassen. Der Club aus dem Wildpark hingegen schaffte im selben Sommer als Meister die Rückkehr in Liga zwei, spielte eine gute Serie als Neuling und gelangte 2015 in die Relegation zum Oberhaus, wo der Hamburger SV ihm auf dramatische Weise den Aufstieg entriss. Es folgten eine schwierige Saison – und 2017 der sang- und klanglose Sturz in die 3. Liga.

Vom Team, das damals in Münster siegte, tragen nur Reservist Martin Stoll (immer noch) und Gordon (wieder) das KSC-Trikot. Einige haben Karriere gemacht. Etwa Hakan Calhanoglu (AC Mailand) und Danny Blum (Eintracht Frankfurt). Dominic Peitz (Holstein Kiel), Dennis Kempe (Erzgebirge Aue), Rouwen Hennings (Fortuna Düsseldorf) oder Philipp Klingmann (SV Sandhausen) spielen zumindest in der 2. Liga.

Und was ist aus den SCP-Cracks geworden? Dominik Schmidt (Kiel) und Dimitrij Nazarov (Aue) sind Zweitliga-Kicker. Die Generation um Daniel Masuch, Patrick Kirsch, Fabian Hergesell, Jens Truckenbrod, Stefan Kühne, Clement Halet und Taylor hat ihre Laufbahn beendet. Noch immer Preuße ist Ersatzkeeper Max Schulze Niehues. Und erinnert sich noch wer an Cüneyt Köz? Der spielt in der 2. türkischen Liga bei Balikesirspor.



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