Fr., 27.10.2017

Volleyball: Frauen-Bundesliga Erschütternde Diagnose: USC-Angreiferin Ivana Bulajic schwer erkrankt

In Aktion am Netz wird Ivana Bulajic vorerst nicht treten können. Die Serbin des USC ist schwer erkrankt und fällt längerfristig aus.

In Aktion am Netz wird Ivana Bulajic vorerst nicht treten können. Die Serbin des USC ist schwer erkrankt und fällt längerfristig aus. Foto: fotoideen.com

Münster - 

Sie sollte die Hauptangreiferin des USC Münster werden, sollte zur Leistungsträgerin am Berg Fidel werden. Doch ein Schicksalsschlag bremst Ivana Bulajic aus. Die Serbin ist schwer erkrankt und wird dem Volleyball-Bundesligisten lange fehlen – doch dies ist zunächst einmal Nebensache.

Von Henner Henning

Mit großen Hoffnungen war die im Sommer geknüpfte partnerschaftliche Verbindung zwischen Ivana Bulajic und dem USC Münster verknüpft. Die Serbin wollte in der Bundesliga Fuß fassen und den nächsten Entwicklungsschritt in ihrer Karriere machen, der Volleyball-Bundesligist hatte die 26-Jährige als Angreiferin Nummer eins vorgesehen. Doch es kam alles anders, als geplant – ein Schicksalsschlag ereilte Bulajic, die schwer erkrankt ist und auf unbestimmte Zeit ausfällt.

Während sie in Belgrad ihre Visumsangelegenheiten regelte, klagte Bulajic über Bauchschmerzen und suchte ihre Hausärztin auf, die sie zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus schickte. Auffälligkeiten bei den Blutwerten stellten die Mediziner fest, die Spielerin informierte den USC, der umgehend seinen Teamarzt Dr. Christian Fechtrup einschaltete. „Als Ivana wieder in Münster war, bestätigte sich das unklare Krankheitsbild, sogar der Verdacht auf Leukämie bestand anfangs“, erklärt der Internist. Der hinzugezogene Spezialist Dr. Jürgen Wehmeyer vom Clemenshospital räumte diese Vermutung aus. Entwarnung aber gab es für Bulajic nur in diesem Fall, weitere Untersuchungen in der Uni-Klinik ergaben eine erschütternde Diagnose. „Ivana hat eine Thrombose in einem Blutgefäß im Bauchraum. Das ist eine sehr ungewöhnliche und komplizierte Erkrankung“, sagt Dr. Fechtrup und fügt den Grund, warum die äußerlich gesund wirkende Bulajic absolutes Sportverbot hat, an. „Es kann durch äußere Einwirkungen eine Blutung eintreten, die schnell lebensbedrohlich werden kann.“

Mikrochirurgischer Eingriff

Am übernächsten Montag geht die Serbin, die sich mit ihren Eltern wegen der deutlich höheren Versorgungsqualität als in Serbien für eine Behandlung in Münster entschieden hat, in die Uni-Klinik. Dort wird sie unter anderem mittels einer Kernspintomographie eingehend untersucht und später bei einem mikrochirurgischen Eingriff operiert. Wie die Behandlung ausgehe, sei offen. „Fest steht nur, dass es Ivana kurzfristig unmöglich ist, Volleyball zu spielen“, sagt Dr. Fechtrup.

Um zu ahnen, wie sich die 1,88 Meter große Angreiferin, die bei den Unabhängigen die Nummer zehn tragen sollte, fühlt, bedarf es keiner großen Fantasie. Doch Trainer, Mannschaft und der Verein fangen Bulajic, die mit dem Team auf dem Weg zum Auswärtsspiel in Potsdam ist, auf. So wurde der Club seiner sozialen Verantwortung gerecht und hielt am Einjahresvertrag fest. „Wir kommen den sozialen Verpflichtungen unseren Spielerinnen gegenüber nach. Auch wenn es sportlich ein Verlust für uns ist. Ivana war die Säule, auf die Trainer Teun Buijs gesetzt hat“, sagt Münsters Vizepräsident Sport, Axel Büring.

„Sondieren den Markt“

So hart es auch ist, das Alltagsgeschäft für den USC geht nicht nur weiter, es läuft schon seit zwei Wochen. Und daher stellt sich die Frage, ob der Verein für die als Leistungsträgerin eingeplante Serbin nach einem Ersatz fahndet. „Wir sondieren zwar den Markt, das Transferfenster ist ja noch bis zum 15. Januar geöffnet. Aber wir wollen erstmal gucken, wie es läuft. Und wenn tatsächlich der Notfall eintritt müssen wir noch einmal tätig werden. Aber es muss dann auch richtig passen“, sagt Büring. Doch das Sportliche, das wird durch den Fall Bulajic nur zu klar, ist und bleibt die schönste Nebensache der Welt.



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