Mi., 08.11.2017

Fußball: Testspiel Test in Groningen wird für Preußen zur Übungsstunde fürs Unterzahlspiel

Wie in diesem Fall Sandrino Braun (l.) und Sebastian Mai (r.) mussten die Preußen gegen die Angreifer wie Ritsu Doan (am Ball) und Jesper Drost vom FC Groningen oft hinterherlaufen.

Wie in diesem Fall Sandrino Braun (l.) und Sebastian Mai (r.) mussten die Preußen gegen die Angreifer wie Ritsu Doan (am Ball) und Jesper Drost vom FC Groningen oft hinterherlaufen. Foto: SCP

Münster - 

Viel zu holen gab es für den SC Preußen diesmal im Nachbarland nicht. Das Testspiel beim niederländischen Erstligisten FC Groningen mit 1:4 (1:3). Dabei sah Fabian Menig nach einer halben Stunde eine fragwürdige Rote Karte, was den Rest der Partie etwas entwertete.

Von Thomas Rellmann

Die knapp dreistündige Anfahrt zum Freundschaftsspiel des SC Preußen beim FC Groningen verfehlte ihren Zweck nicht. Die Münsteraner wurden von Beginn an gefordert. Allerdings vor allem läuferisch mehr als erwartet und ihnen lieb war. Beim 1:4 (1:1:) gegen den aktuellen Tabellen-15. der Ehrendivision mussten die Deutschen eine volle Stunde mit einem Mann weniger agieren. Dafür verkauften sie sich durchaus teuer. „Wir haben die erste Viertelstunde wieder mal verpennt“, bilanzierte Trainer Benno Möhlmann. „In der zweiten Hälfte war der Auftritt aber okay.“

Schon in der ersten Minute eine verrückte Szene: Fabian Menig spielte gegen Ritsu Doan als letzter Mann klar den Ball, bekam dennoch ein Foul gegen sich gepfiffen, in diesem Testkick aber noch keine Karte. Kurz darauf war Tom van Weert nach einer Flanke und missglückter Abseitsfalle der Münsteraner zum 1:0 zur Stelle (8.) für den hoch at­tackierenden Gastgeber, Jes­per Drost erhöhte sogar nach einer Ecke sträflich freigelassen mit dem zweiten Ball (15.). Das sah fast schon wieder aus wie vor eineinhalb Wochen in Wiesbaden (2:6). „Daran habe ich auch gedacht“, gestand Möhlmann Doch Verteidiger Sebastian Mai verkürzte nach einer schon geklärten Ecke auf Vorarbeit von Tobias Rühle (22.) in einer Phase, als der Außenseiter immer besser in die Partie gefunden hatte. Auch U-23-Angreifer Luca Steinfeldt, der in der Startelf stand und anfangs kleine Schwierigkeiten hatte, blühte nun auf.

Nach einer halben Stunde war für den SCP dann aber in erster Linie nur noch das Einstudieren des Unterzahlspiels möglich. Menig flog für ein vermeintliches Handspiel kurz vor der Torlinie („Das war Brust“, so der Übeltäter) vom Feld, van Weert verwandelte den folgenden Strafstoß (32.). Glück hatten die Preußen, die sich auch zu zehnt ordentlich wehrten, dass Ajdin Hrustic vor der Pause nicht frei­stehend erhöhte (45.).

Ziemlich überflüssig kassierte der Gast direkt nach dem Wechsel das 1:4 durch Lars Veldwijk, der keine Mühe aus fünf Metern hatte (49.). Wo war da die Viererkette? Der eingewechselte Martin Kobylanski suchte immerhin mal wieder den Abschluss (55.), doch insgesamt war der tapfere Dritt­ligist weiter oft einen Tick zu spät gegen die ballsicheren Groninger. Die kämpferische Komponente stimmte dennoch. Lennart Stoll hatte noch eine Großchance, verzog aber allein vor dem ­Kasten (73.). Und Kobylanski scheiterte mit einem Freistoß an Keeper Kevin Begois (82.). Auf der anderen Seite besaßen die Hausherren auch einige gefährliche Szenen, legten aber nicht mehr die Konsequenz des ersten Abschnitts an den Tag.

Ob Menig nun auch für die Liga gesperrt wird, ist offen. Tendenz: eher nicht. „Es würde uns hart treffen“, sagte Möhlmann. Denn Jeron Al-Hazaimeh fehlt mit einem Riss der vorderen Außenbands und der Kapsel im Sprunggelenk zumindest am nächsten Freitag in Halle.

Der schmale Kader bleibt also ein Thema. So stellte Sportdirektor Malte Metzelder zwar klar: „Natürlich sind unsere Handlungsmöglichkeiten im Moment beschränkt. Aber wir wollen nicht in ein Klagelied übergehen.“ Nach einer Offensive auf dem Transfermarkt im Winter klingt das – unabhängig von einer möglicherweise bis dahin vollzogenen Ausgliederung – aber nicht. SCP: Schulze Niehues – Stoll, Kittner (65. Scherder), Mai (46. Schweers), Menig – Hoffmann (46. Tritz), Braun (46. Wiebe), Rinderknecht, Heinrich – Steinfeldt (65. Grimaldi, Rühle (46. Kobylanski)



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