Do., 09.11.2017

Fußball: 3. Liga Preußen-Juwel Steinkötter entscheidet bis Ende November über sein Bleiben

Generationswechsel? So weit ist es wohl noch nicht. Doch Justin Steinkötter, der am vergangenen Freitag gegen Fortuna Köln für Kapitän Adriano Grimaldi eingewechselt wurde, hat schon seine Spuren beim SCP hinterlassen.

Generationswechsel? So weit ist es wohl noch nicht. Doch Justin Steinkötter, der am vergangenen Freitag gegen Fortuna Köln für Kapitän Adriano Grimaldi eingewechselt wurde, hat schon seine Spuren beim SCP hinterlassen. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Das Sturmjuwel des SC Preußen hat einen Lauf. In der A-Jugend-Bundesliga traf Justin Steinkötter schon zwölf Mal in neun Partien, auch in der 3. Liga sammelte er bereits Praxis. Ob er nun auch einen Profivertrag unterschreibt? Sportchef Malte Metzelder hofft zumindest darauf.

Von Thomas Rellmann

Nur Manuel Wintzheimer von Bayern München und David Otto von 1899 Hoffenheim sind minimal besser. Die beiden Angreifer sind die einzigen Talente, die in den drei A-Jugend-Bundesligen bisher erfolgreicher waren als Justin Steinkötter. Das Duo traf 13 Mal, der Preußen-Stürmer kam bisher immerhin auf zwölf Tore, jedoch bei nur neun Einsätzen. Die Quote kann in diesen Zeiten natürlich nicht geheim bleiben.

„Wir sind nicht naiv und wissen, dass bei unserer U 19 etliche Scouts und Berater unterwegs sind, die ihn längst vermerkt haben“, sagt SCP-Sportdirektor Malte Metzelder, der den 18-Jährigen natürlich halten möchte und auch gute Chancen sieht. „Wir müssen uns nicht verstecken und sind frühzeitig wie offensiv auf den Spieler zugegangen.“

Allerdings drückt sich der Berater des A-Jugendlichen da deutlich vorsichtiger aus: „Vom Grundsatz her fühlt sich Justin sehr wohl hier“, sagt Klaus-Dieter Lemke (Pro-Soccer-Scout). „Aber natürlich sind auch andere Vereine auf ihn aufmerksam geworden. Und ich frage mich zurzeit auch, selbst wenn es eine Erklärung dafür gibt, warum er etwa in einem Testspiel wie in Groningen keine Berücksichtigung findet. Wenn nicht dort, wo dann?“ Steinkötter selbst, der in Warendorf aufs Berufskolleg geht und vor allem nachmittags mit der ersten Mannschaft trainiert, räumt jedoch ein, dass schulische Verpflichtungen dabei ausschlaggebend waren. Er sagt auch: „Ich würde gerne bleiben und habe noch nicht mit anderen Vereinen geredet.“ Finanzielle Aspekte, so der Agent, spielen keine Rolle, eher die Perspektive auf Einsätze. Bis Ende November soll die Entscheidung fallen.

Steinkötters Erfolgsstory, die in diesem Herbst mit zwei Drittliga-Kurzeinsätzen („Damit habe ich im Sommer nie gerechnet“) gekrönt wurde, war so nicht zwingend abzusehen. Als er nach Stationen bei Heimatclub SuS Ennigerloh, RW Ahlen und der Hammer SpVg 2016 nach Münster wechselte, tat er sich zunächst schwer. In der A-Jugend gelangen ihm als Jungjahrgang zwei Treffer in 23 Partien, von denen er 17 als Joker bestritt. Doch in dieser Saison ist der schlaksige Youngster geradezu explodiert. „Ich bekomme jetzt viel Vertrauen von Trainer Cihan Tasdelen“, sagt er. Sein Plus ist die An- und Mitnahme des Balles, mit der er sich oft in eine ideale Schussposition bringt, zudem ist er laufstark und beidfüßig, bringt Tempo und Cleverness mit. „Die Zuspiele sind im Moment aber auch perfekt.“ Nur die Robustheit fehlt noch. „Wir dürfen keine Wunder von ihm erwarten. Er bietet sich in den Einheiten an, kann uns aber noch nicht im Alleingang retten“, so Chefcoach Benno Möhlmann. Weil die Stürmer ­ Adriano Grimaldi und Tobias Warschewski teils ausfielen, gab der Coach dem Juwel schon einige Chancen – und das nicht nur im Training.

Aktuell ist aber eher Metzelder am Zug. „Erste Gespräche sind geführt, wir haben ihm signalisiert, dass wir ihn halten wollen. Er ist nicht nur aufgrund der Verletzten Trainingsgast, sondern weil wir längerfristig mit ihm planen“, so der 35-Jährige. „Das kann die Philosophie des Vereins sein. Ich bin guter Hoffnung, für den Spieler kann es eine Riesenmöglichkeit sein. Er kann sich bei uns optimal an den Seniorenbereich gewöhnen.“

Unter vielen hoffnungsvollen Nachwuchskickern ist Steinkötter das aktuell erfolgversprechendste Pferd im Preußen-Stall. Dabei ist der Torjäger sogar vielseitig begabt, spielte als Kind Schach, probierte sich in der Leichtathletik und geht auch heute noch ab und an zu Wettkämpfen auf die Kegelbahn. Der Fokus liegt jetzt aber erst mal auf der mög­lichen Fußballkarriere. In drei Wochen wird er wissen, ob sie an der Hammer Straße so richtig Fahrt aufnimmt.



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