So., 17.12.2017

Fußball: 3. Liga Preußen Münster mit Horrorzahlen - drei Millionen Euro fehlen

Fußball: 3. Liga: Preußen Münster mit Horrorzahlen - drei Millionen Euro fehlen

Preußen-Präsident Christoph Strässer forderte bei der Jahreshauptversammlung: „Wir müssen raus aus der 3. Liga - nach oben.“ Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Preußen Münster hat zum dritten Mal in Folge das negative Kapital erhöht, der Verein erwirtschaftete zwar 7,430 Millionen Euro, schrieb allerdings auch eine Fehlbetrag von 1,076 Millionen Euro. Das negative Eigenkapital erhöhte sich somit auf 3,128 Millionen Euro, die Liquidität ist allerdings gesichert. Das Thema Ausgliederung ist dabei aus Sicht der Gremien der Rettungsanker.

Von Alexander Heflik

Die Zahlen malen ein Horrorszenario an die Wand. Die Finanzen zwingen den SC Preußen Münster fast schon in die Knie - das sogenannte negative Kapital wuchs um 1,076 Millionen Euro auf 3,218 Millionen Euro an. Zum dritten Mal in Folge erzielte der 111 Jahre alte Club einen negativen Ertrag seit der Bilanzierung zum 30. Juni 2014. „Es wird sehr schwierig, das in der 3. Liga zurückzuführen“, sagte das gemeinsam mit Martin Jostmeier für die Finanzen zuständige Präsidiumsmitglied Hans-Jürgen Eidecker. Allerdings: Solange die Liquidität sicher ist, geht es beim Fußball-Drittligisten weiter. Was natürlich auch für die erfolgreiche Leichtathletik-Abteilung sowie die anderen Angebote des Clubs gilt.

„Wir müssen raus aus der 3. Liga - nach oben“

Er, Eidecker, war der Überbringer der schlechten Nachrichten vor 311 anwesenden, davon 279 stimmberechtigten, Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung in der Stadthalle Hiltrup. Und Präsident Christoph Strässer erklärte im Gesamtkontext auch dazu: „Wir blicken nach vorn. Und wir haben Aufgaben vor uns, die wir nur in einer anderen Aufstellung des Vereins leisten können.“ Er meint die Ausgliederung, über die die Vereinsmitglieder am 14. Januar entscheiden müssen. Und: „Wir müssen raus aus der 3. Liga - nach oben.“

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Darlehen aus der Preußen-Chefetage

Ein Gesamtetat von 7,430 Millionen Euro reichte im Rechnungsjahr 2016/17 bei weitem nicht aus, „grüne Zahlen“ schreiben zu können. Nach zehn Saisons mit positiven Jahreserträgen bis 2014 rutschten die Abschlüsse der Preußen seit 2015 in den negativen Bereich. Nach 883.000 Euro Differenz 2015 folgten 229.000 Euro im Jahr darauf. Nun wurde ein Minus von 1,076 Millionen Euro erzielt. In Sachen Verbindlichkeiten wurde 1,506 Millionen Euro in Form von Darlehen durch Mitglieder des Aufsichtsrats und Präsidiums gestemmt.

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„Wirtschaftliche Konsolidierung, für die wir gemeinsam alles tun werden, sowie sportliche Weiterentwicklung“, umriss der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Westermann die großen Ziele. Er referierte über einen Zeitraum, in dem der SCP mit Thomas Bäumer und Fabian Roberg gleich noch zwei weitere Vorsitzende des Kontrollgremiums hatte. „Für mich alternativlos ist die Ausgliederung. Für mich ist ein Stadionneubau alternativlos“, erklärte Westermann zu wegweisenden Punkten der Zukunft.

Wo ist das Geld geblieben?

Wo ist das Geld geblieben? Das war die Frage, die nicht zur Zufriedenheit alle beantwortet wurde. Durch verminderte Zuschauereinnahmen wurden 151.000 Euro weniger eingenommen, 44.000 Euro an TV-Geldern fehlten. Zudem: 333.000 Euro fehlten bei Transfereinnahmen. Und dann waren da noch 404.000 Euro, die an cocnito, die Firma des ehemaligen Sponsorenbetreuers Dirk Kugel, als Vertragsablösung gezahlt wurden. Man einigte sich dabei außergerichtlich. Bedenklich war auch, dass die Werbeeinnahmen um 305.000 Euro sanken.

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