Do., 28.12.2017

Fußball: Hallen-Stadtmeisterschaften in Münster Nullacht ohne Makel - ESV Münster schickt die zweite Garde aufs Parkett

Schickte die zweite Garde ins Turnier: ESV-Coach Markus Ludwig (Mitte).

Schickte die zweite Garde ins Turnier: ESV-Coach Markus Ludwig (Mitte). Foto: fotoideen.com

Münster - 

An Münster 08 führte in den vergangenen Jahren unter dem Hallendach kaum ein Weg vorbei. Konstant gut, dieser kesse Landesligist mit den flinken Tricksern auf dem Parkett. Selbstredend, dass bei einer Wette auf den Gruppensieg der Nullachter kaum was rausgesprungen wäre. Und so wurde das Team von Trainer Mirsad Celebic seiner Favoritenrolle gerecht...

Von André Fischer

Das Team zauberte drei Siege auf die Platte (5:0 gegen SC Türkiyem, 3:0 gegen Concordia Albachten, 5:0 gegen ESV Münster). „Die Jungs haben richtig Bock“, zeigte sich der Coach angetan. Dabei hatte er mit Eldin Celebic und Max Hehemann zwei blutjunge A-Jugendliche im Kader. Der Rest war nur unwesentlich älter.

Timo Twachtmann und Mark Behling fielen mit ihren 25 Jahren aus dem Raster. Beeindruckend. Das zweite Ticket für die Zwischenrunde sicherte sich Concordia Albachten. Die C-Ligisten SC Türkiyem und ESV Münster stellten für den A-Ligisten keine allzu große Hürde dar.

Apropos ESV! Der entsendete seine zweite Garde. Aus gutem Grund: Die Eisenbahner haben die erste Mannschaft nach dem Abstieg aus der Kreisliga A vom regulären Meisterschaftsbetrieb in der B-Liga abgemeldet. „Schon im Sommer“, sagte Co-Trainer Lee Hudson. „Viele Jungs haben uns den Rücken gekehrt, anzutreten hätte keinen Sinn gemacht“, merkt der 32-Jährige an. Eine traurige Entwicklung in diesem Verein, der 1962 aus dem Reichsbahn SV Münster hervorging. Und der spielte nach dem Aufstieg 1960 in die Verbandsliga Westfalen immerhin zwei Jahre in der höchsten Amateurliga des Landes.

Fotostrecke: Hallenfußball-Stadtmeisterschaften in Münster: 2. Vorrunden-Tag

Namhafte Spieler gingen aus dem Club hervor. Wie Harald Kügler, der nach seiner Jugend beim ESV seine Fußballstiefel unter anderem im Oberhaus für den FC Schalke 04 schnürte. Oder aktuell Massih Wassey, der sein Glück beim Drittligisten SC Paderborn gefunden zu haben scheint. Der Umbruch ist vollzogen, an der Siemensstraße blicken sie nach vorn.

Auch wenn die Realität derzeit nur die C-Liga ausspuckt, haben sie Ziele. „Wir wollen in die Kreisliga B“, sagt Hudson. „Und langfristig zurück in die A-Liga“, fügt er an. Am besten wieder mit zwei Vertretungen. Personal dafür sei vorhanden. Selbst im Juniorenbereich gibt es reichlich Zulauf. Problem: eine A- und B-Jugend können die Eisenbahner noch nicht stellen. Auch diese Lücke wolle der Verein mittelfristig schließen, so Hudson. Viele Baustellen beim ESV, die da beackert werden.

Auf das Turnier haben sich die Jungs jedenfalls riesig gefreut, wenngleich nach dem ersten Akt Schluss war. „Hier vor dieser Zuschauermasse zu spielen, ist einmalig. Wir kicken sonst vor 30 Leuten“, sagt Hudson. Immerhin: 1982 konnte sich der ESV in die Siegerliste einschreiben und hat so ohnehin schon ein Stück Stadtmeisterschaftsgeschichte geschrieben.

Am Mittwoch gingen alle drei Partien verloren. Auf Augenhöhe war allein das Duell mit dem SC Türkiyem, das knapp mit 2:3 verloren ging. 2:15 Tore bei null Punkten – eine lehrreiche Erfahrung diese Nummer für die Eisenbahner, die in Zukunft wieder von sich hören lassen wollen.

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