Do., 28.12.2017

Fußball: 3. Liga Preußens Co-Trainer Öztürk coachte im Mai noch in der Bezirksliga

Ein Duo, das sich gegenseitig vertraut: Kurtulus Öztürk ist auch in Münster der Assistent von Chefcoach Marco Antwerpen (r.).

Ein Duo, das sich gegenseitig vertraut: Kurtulus Öztürk ist auch in Münster der Assistent von Chefcoach Marco Antwerpen (r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Am 3. Januar nimmt der SC Preußen das Training wieder auf. Neu-Trainer Marco Antwerpen kann dann weiter auf die Unterstützung von Assistent Kurtulus Öztürk bauen. Der 37-Jährige hat ein bewegtes Jahr hinter sich. Im Mai war er noch Bezirksliga-Coach.

Von Thomas Rellmann

Im vergangenen Mai setzte sich Kurtulus Öztürk noch mit Clubs wie dem SC Husen-Kurl, dem TuS Hannibal und Viktoria Kirchderne auseinander. Das allerdings höchst erfolgreich. Als souveräner Meister der Bezirksliga 8 führte der Trainer den Werner SC aus seiner Heimatstadt zum Aufstieg.

Ein gutes halbes Jahr später beschäftigt sich der 37-Jährige mit ganz anderen Kalibern. Karlsruher SC, Hansa Rostock, SC Paderborn – das ist die neue Kragenweite. Als Assistent von Marco Antwerpen ist „Kutte“ beim SC Preußen gelandet und damit nach einem knapp sechsmonatigen Intermezzo bei Regionalligist Viktoria Köln nun in der 3. Liga.

Jugend-Karriere 

Dieser Weg war nicht zwingend vorprogrammiert. „Im Hinterkopf hatte ich eine Laufbahn als Coach schon“, sagt Öztürk. „Aber dass es so schnell so hoch geht, kann man natürlich nicht planen.“ Der gebürtige Werner, der in der Jugend von Borussia Dortmund spielte und sich später auch im Senioren-Bereich die ersten Sporen verdiente, verbrachte seine aktive Zeit teilweise in der Türkei.

Fotostrecke: Vorstellung: Marco Antwerpen ist neuer SCP-Trainer

Mit 24 kehrte er zurück, stand für den BVB II, den FC Gütersloh und den SV Lippstadt auf dem Rasen, ehe er erstmals Station in Münster machte. Unter Trainer Roger Schmidt stieg der Rechtsverteidiger 2008 in die Regionalliga auf, in dieser Zeit lernte er auch Antwerpen kennen.

Der Kontakt zum einstigen Stürmer riss nie ab. „Uns war seit einiger Zeit klar, dass wir irgendwann gern zusammenarbeiten wollen“, sagt Öztürk. Ehe es in Köln soweit war, ging noch einige Zeit ins Land.

Nachgeholte Ausbildung

Die zweite SCP-Saison war geprägt von Verletzungen, er zog im Winter weiter zum 1. FC Kleve, dann zum SC Verl und zur Hammer SpVg, ehe er beim SV Holzwickede die Karriere ausklingen ließ.

Fotostrecke: Rückblick: Trainer von Preußen Münster ab 1996

Die nachgeholte Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann hatte für den Defensivmann, der zwischendurch auch im Pressefachhandel Vater und Bruder unter die Arme griff, Priorität. Und sie ließ sich wunderbar mit der Aufgabe beim WSC kombinieren.

Nun wieder Münster

Seinen Heimatclub rettete Öztürk erst spektakulär vor dem Absturz in die Kreisliga A. „Das war eine Herzensangelegenheit“, sagt er. Vier Jahre danach hatte er den Fusionsverein von der Lippe mit recht geringen Mitteln zum Titel geführt und übergab das Ruder an Lars Müller, ebenfalls ein Ex-Profi aus der Stadt.

Nun also wieder Münster. „Auch das ist eine spezielle Sache für mich“, sagt der Assistent. „Ich bin nicht der typische Co-Trainer. Wir sehen uns als Team, aber Marco hat das letzte Wort. Wir vertrauen uns zu 100 Prozent, haben dieselbe Mentalität.“

Mission Klassenerhalt

Die Aufstellung, das hat das Halbjahr am Rhein gezeigt, wird auch mal kontrovers diskutiert, schaden kann das nicht. „Die Mannschaft wird schnell merken, dass sie sich auf uns verlassen kann“, sagt „Kutte“. Er hat kürzlich die DFB-Elite-Jugend-Lizenz erworben, der A-Schein soll bald folgen.

Ob er irgendwann selber mal die Chefrolle ausfüllen mag, lässt Öztürk („Ich arbeite gerne individuell mit den Jungs“) offen. Zurzeit zählt ohnehin nur die Mission Klassenerhalt.

Freiwilliges Einheiten

Ein paar Tage auf der faulen Haut waren den Preußen-Profis vergönnt. Nach dem abgesagten Meisterschaftsspiel gegen RW Erfurt am 16. Dezember und der Jahreshauptversammlung tags darauf ging es in den Urlaub, doch nicht alle schöpfen die vollen zweieinhalb Wochen Freizeit aus. Das Trainer-Gespann Marco Antwerpen/Kurtulus Öztürk bietet in dieser Woche ein paar Einheiten für die Youngster im Kader, aber auch aus dem eigenen Nachwuchsbereich an. Am Donnerstag etwa waren Tobias Warschewski, Lennart Stoll genau wie die A-Junioren Julian Conze und Cyrill Akono auf dem Trainingsplatz und arbeiteten – unterstützt vom neuen Athletikcoach Tim Geidies – im Kraftbereich. „Eine kleine Vorbereitung auf die Vorbereitung“, sagt Öztürk. „Aber auf freiwilliger Basis. Für die Jungs ist ein bisschen Programm wahrscheinlich gar nicht verkehrt.“ Die gute Nachricht kurz vor dem Start ins neue Jahr: Es gibt keine Verletzten bis auf Benjamin Schwarz, der nach seiner Knie-Operation ja ohnehin für diese Saison nicht mehr eingeplant war. Auch Torhüter Nils Körber, der wegen eines Muskelfaserriss seit Anfang Dezember pausiert hatte, meldete sich fit. Die 21-jährige Leihgabe von Hertha BSC muss sich nun wieder dem Konkurrenzkampf um die Nummer eins mit Max Schulze Niehues stellen.

Mehr zum Thema



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5385856?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F