Fr., 12.01.2018

Reiten: K+K-Cup Kampf um die Wanderstandarte: Traumnoten in der Kür

So gut wie noch nie: Der RFV Sprakel zeigte eine erstklassige Kür und liegt nach dem ersten Tag der Bauernolympiade auf Rang vier.

So gut wie noch nie: Der RFV Sprakel zeigte eine erstklassige Kür und liegt nach dem ersten Tag der Bauernolympiade auf Rang vier. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Bei der traditionellen „Bauernolympiade“ um die Wanderstandarte der Stadt Münster im Rahmen des Reitturniers in der Halle Münsterland geraten die Fans auf den mit über 3000 Zuschauern besetzten Tribünen geradezu aus dem Häuschen. So auch am Donnerstagabend: 17 Reitervereine aus der Region lieferten sich in der Mannschaftskür einen spannenden Wettkampf.

Von Michael Schulte

Wenn Martin Plewa spontan ein „Wow“ ertönen lässt, dann muss in der Bahn beim 82. Wettkampf um die Wanderstandarte der Stadt Münster etwas Außergewöhnliches passiert sein. Denn der Kommentator der Mannschaftskür ist nicht nur ein extrem kritischer Beobachter, er gibt seine Eindrücke auch ziemlich unverblümt wieder.

Fehler werden erkannt, benannt und das nicht mal charmant. Fachlich ist dem Mann sicherlich nichts vorzuwerfen, aber der gestrenge Richter sollte immer bedenken, dass er bei der Bauernolympiade kommentiert. Und eine Kür auf A-Niveau ist nun mal etwas anderes als der Grand Prix Special im ganz großen Dressursport.

Fotostrecke: „Bauernolympiade“ 2018 - die Mannschaftskür

Dennoch entfuhr Plewa dieses besagte spontane „Wow“, was für helle Aufregung auf den Rängen der Halle Münsterland sorgte. Es war die Kür des RFV Nienberge-Schonebeck, die den Mann offensichtlich so begeistert hatte. Genauso wie die drei Richtergruppen, die zwei Mal die „10“ zogen und das Quartett von Janine Dauke mit 28,93 Punkten zum Kürsieger machten.

Kleines Malheur 

Die Fans aus Nienberge-Schonebeck waren offensichtlich so angetan von der Darbietung ihres Teams, dass sie mit den lautstarken Ovationen zu früh begannen und damit für etwas Aufregung sorgten. Als Janine Dauke aus der Bahn kam, lachte sie: „Der Puls ist immer noch sehr hoch.“ Und im zweiten Satz: „Es ist sehr gut gelaufen, damit haben wir selbst nicht gerechnet.“ Damit hatten sie allerdings die Messlatte für die Konkurrenz sehr hoch gelegt.

Re-Live

Hier der Verlauf der "Bauernolympiade" zum Nachlesen.

Für Titelverteidiger Westbevern etwas zu hoch, auch wenn sich die Equipe um Reitlehrerin Tanja Alfers einmal mehr von einer ganz starken Seite zeigte. „Es war alles gut, bis auf ein paar Kleinigkeiten, die aber in dieser Halle immer mal passieren können.“ Damit spielte Alfers auch auf das kleine Malheur an, das Lady Lissabon unter Kathrin Kolkmann ereilte. Der Fuchs hatte sich auf die Zunge gebissen, so dass das Maul etwas blutig war. Nach der Kür wurde das Pferd dem Tierarzt vorgeführt, der keine Beanstandung hatte, so dass die 27,03 Punkte der Richtergruppe in die Wertung kamen.

Fotostrecke: Die Teilnehmer der Bauern-Olympiade 2018

Wenig später führte der RFV Sprakel einen Freudentanz auf. Zu recht, denn die Kür war ausgesprochen gut gelungen. Sogar so gut, dass man 0,04 Punkte mehr erhielt als die Westbeverner. „Ich habe noch nie so viele Achten und Neunen für uns gesehen“, freute sich Frank Feldmann, einer der ganz wenigen Männer im Sattel.

Entscheidung fällt am Samstag

Aber nicht nur Sprakel war gut drauf, auch beim RV St. Georg Saerbeck sah man nur strahlende Gesichter. In der Dressur hatte sich die Mannschaft bereits von ihrer allerbesten Seite gezeigt und direkt die Führung beim Standartenwettkampf übernommen.

Am Abend in der Kür lief es dann ebenfalls optimal für Melanie Ottmann und ihre vier Auserwählten, die die zweitbeste Kür (28,27 Punkte) zeigten. Selbst Martin Plewa geriet kurzfristig ins Schwärmen und fand auch nur ganz wenig Haare in der Suppe. Melanie Ottmann war nach der Kür „hin und weg“. Weil man einmal die Traumnote „10“ bekommen hatte, weil man die starken Vorgaben der Konkurrenten noch ein wenig getoppt hatte und weil man sich nach wie vor auf Siegkurs befindet. „Unglaublich.“

In der Gesamtwertung führt Saerbeck vor Nienberge-Schonebeck und Westbevern, die Entscheidung fällt am Samstag im abschließenden Springen.

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