Do., 22.09.2016

Fußball: Mannschaftszahlen Entwicklung im Jugendbereich Boom und kein Ende

 

  Foto: Grafik Schriever

Greven - 

Gemessen an der Zahl der Mannschaften bildet der Jugendbereich das Schwergewicht im Amateurfußball. Alleine im Raum Münster, dem größten Fußballkreis in Westfalen, sind Woche für Woche rund 800 Jugendfußballmannschaften unterwegs. Kein anderer Sport bringt so viele Kinder und Jugendliche in Bewegung. Und: Ein Ende des Fußball-Booms scheint nicht in Sicht.

Von Sven Thiele

Bernhard Niewöhner prägt seit Jahrzehnten den Jugendfußball im Kreis Münster. Viele Jahre war er für die Auswahlmannschaften und die Trainerausbildung verantwortlich. Im Kreisjugendausschuss ist Niewöhner als Koordinator für den Spielbetrieb zuständig für die Einteilung der Staffeln und die Erstellung der Spielpläne. Daher ist der stellvertretende Kreisjugendvorsitzende Jahr für Jahr auch besonders gespannt auf die Zahl der Meldungen, die quasi der Gratmesser dafür sind, wie es um den Jugendfußball bestellt ist. Mit Blick auf die Zahlen dieser Saison stellt Niewöhner zufrieden fest: „Gegen alle Prognosen und Tendenzen bewegen wir uns auf einem unglaublich konstant hohen Niveau.“

Jugendfußball bleibt die mit Abstand beliebteste Sportart

781 Jugendmannschaften sind beim Fußballkreis Münster gemeldet, zu dem mit Ausnahme des SC Reckenfeld, der zu dieser Saison in den Kreis Steinfurt gewechselt ist, auch die Grevener Clubs zählen. 55 A-, 59 B-, 93 C-, 117 D-, 151 E-, 132 F-Junioren sowie 65 Minikickerteams sprechen eine deutliche Sprache: Der Jugendfußball ist und bleibt die mit Abstand beliebteste Mannschaftssportart. Für Jungen wohlgemerkt.

Wenn überhaupt, dann drückt der Schuh im Mädchenbereich, wo der Verband noch vor einigen Jahren das ehrgeizige Ziel ausgerufen hatte, mit den Jungen gleichziehen zu wollen. Die Realität sieht dagegen so aus: Mit insgesamt 108 Mannschaften fällt der Anteil der Anteil der Mädchenmannschaft merklich geringer aus. Und: „In diesem Bereich haben wir rückläufige Zahlen“, räumt Niewöhner ein, dass sich der Fußball im Mädchen- und Frauenbereich in seiner Entwicklung schwer tut. Die Diskrepanz zwischen Jungen und Mädchen wird noch deutlicher mit Blick auf andere Kreise Westfalens, wo es überhaupt keinen Mädchenfußball gibt. Münster steht auch hier an der Spitze.

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Im Mädchenbereich haben wir rückläufige Zahlen

Bernhard Niewöhner

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Die Entwicklung im Kreis Münster spiegelt sich auch bei den Vereinen in Greven und Saerbeck (Fußballkreis Tecklenburg) wider, deren Mannschaftszahlen sich auf konstant hohem Niveau bewegen. Primus in Sachen Jugendfußball ist und bleibt der SC Greven 09, der satte 23 Mannschaften ins Rennen geschickt hat. Mit den B- und C-Junioren stellt der SC 09 zudem zwei Bezirksligateams.

Harald Peppenhorst ist Sportlicher Leiter beim SC Greven 09, wo exakt so viele Mannschaften wie in der Vorsaison an den Start gehen. Aus Sicht Peppenhorsts bewegt sich sein Verein mit dieser Zahl an seiner Kapazitätsgrenze. Bei der Auslastung der Trainingsplätze, vor allem aber im Bereich der Umkleiden und Duschen, die in der Schöneflieth durch die Umnutzung der Halle als Flüchtlingsunterkunft beschnitten sind, wird es eng. „Bedenklich“ sagt Peppenhorst und meint dabei die knappen Umkleidemöglichkeiten. Weniger Unbehagen treiben den Sportlichen Leiter mit Blick auf die Herausforderung, genügend Trainer zu finden. Während viele Vereine über gewaltige Schwierigkeiten klagen, Ehrenamtliche für den Job an der Linie zu begeistern, beschreibt Peppenhorst die Situation für seinen Verein im Moment als verhältnismäßig entspannt. „Alle Mannschaften sind gut besetzt und betreut.“ Mehrere Koordinatoren sowie zwei FSJler unterstützen tatkräftig den Trainingsbetrieb beim SC Greven 09.

Primus ist und bleibt Greven 09 mit 23 Teams

Der SC Falke Saerbeck gehört mit seinen 18 Jugendmannschaften zum Kreis der größten Abteilungen im Fußballkreis Tecklenburg. Neben der DJK, die 16 Mannschaften ins Rennen schickt, sind die Saerbecker auch im Mädchenbereich aktiv. Der SC Reckenfeld stellt acht Jugendmannschaften und schafft es wie alle vier Jugendabteilungen, jede Altersklasse mit mindestens einem Team zu besetzen.

Allein beim SC Gimbte klafft eine Lücke. Und die ist groß und dürfte in der 800-Seelen-Gemeinde kaum zu schließen sein: Der Verein steht auch in dieser Saison ohne Jugend da, die am Spielbetrieb teilnimmt. Immerhin gibt es einen blau-gelben Hoffnungsschimmer: Ein Mini-Team trifft sich Woche für Woche zum gemeinsamen Kick an der Schlage. Sehr zur Gimbter Freude, hat schließlich der jüngste Nachwuchs doch die größte Zukunft.

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