Sa., 16.09.2017

Fußball: Juniorenfußball Überflieger Jugendfußball

Kopfsprünge vor Freude: Der Jugendfußball boomt weiterhin, was Spieler, Vereine und Verbände in Verzückung versetzt. Keine andere Sportart zieht so viele Kinder und Jugendliche in ihren Bann. Auch in Greven und Saerbeck.

Kopfsprünge vor Freude: Der Jugendfußball boomt weiterhin, was Spieler, Vereine und Verbände in Verzückung versetzt. Keine andere Sportart zieht so viele Kinder und Jugendliche in ihren Bann. Auch in Greven und Saerbeck. Foto: Sven Thiele

Greven - 

Der Jugendfußball erfreut sich nach wie vor einer großen Anziehungskraft.

Von Sven Thiele

Der Jugendfußball ist und bleibt der unangefochtene Platzhirsch im Vereinssport. Während die Jugendbezirksligen ebenso wie die Kreisligen in Steinfurt und Tecklenburg am vergangenen Wochenende gestartet sind, läuft der Meisterschaftsspielbetrieb im größten Fußballkreis Westfalens an diesem Wochenende an. Dann sind alleine im Raum Münster Woche für Woche knapp 800 Jugendfußballmannschaften unterwegs. Das ist zwar eine Handvoll weniger als zum Zeitpunkt des Vorjahres. Dennoch bewegen sich die Zahlen auf einem hohen Niveau. Und auch in Greven, Reckenfeld und Saerbeck ist ein Ende des Booms nicht in Sicht.

Bernhard Niewöhner ist Koordinator für den Spielbetrieb im Fußballkreis Münster, der sich geografisch weit über das Stadtgebiet von Münster erstreckt. Er sagt: „Die Bevölkerungsentwicklung hat im Jugendfußball bislang keine Wirkung gezeigt.“ Demografischer Wandel? Beim kickenden Nachwuchs macht er sich jedenfalls nicht bemerkbar.

In Greven und Saerbeck gehen Woche für Woche zusammengerechnet 63 Mannschaften an den Start. Die größte Abteilung bildet weiterhin der SC Greven 09 mit 21 Teams (minus 2), gefolgt von der DJK (16, plus 1), dem SC Falke (16, minus 2) und dem SC Reckenfeld (9, plus 1). Während diese vier Jugendabteilungen durchgängig von den Minis bis zur A-Jugend mit Mannschaften besetzt sind, fehlt alleine dem SC Gimbte ein Unterbau. Die Blau-Gelben starten ohne eigene Jugendmannschaft in die Saison.

Weite Teile der Kreise Warendorf und Coesfeld gehören ebenso zum größten Fußballkreis im Verbandsgebiet des FLVW wie der südliche Bereich des Kreises Steinfurt. In Greven verläuft die Trennlinie zwischen drei Verbandskreisen. Der SC Reckenfeld gehört seit der vergangenen Saison dem Kreis Steinfurt, der SC Falke Saerbeck dem Fußballkreis Tecklenburg an.

Die 777 gemeldeten Mannschaften in Münster sprechen stellvertretend für die Gesamtsituation eine deutliche Sprache: Der Jugendfußball ist und bleibt die mit Abstand beliebteste Mannschaftssportart. Für Jungen wohlgemerkt.

Dagegen stagniert weiterhin der Mädchenbereich, wo die ehrgeizigen Ziele des Verbandes im Sande verlaufen sind. Dass die Mädchen den Jungs nicht den Rang ablaufen können, belegen auch die Zahlen in Greven und Saerbeck. Mädchenfußball im Angebot haben überhaupt nur der SC Falke (C-, D- und E-Mädchen) sowie die DJK (B-, C- und D-Mädchen). Diesen sechs Mannschaften steht die Übermacht von 57 Jungenteams gegenüber. verbandsweit ist das Missverhältnis noch größer. In einigen Kreisen gibt es für reine Mädchenmannschaften gar keinen Spielbetrieb.

Die enorme Zugkraft der Deutschen liebster Sportart drückt sich freilich nicht nur in Meldezahlen aus. Der Fußball besitzt überdies ein hohes Potenzial, Menschen zusammen zu bringen. „Die Integration von Migranten klappt sehr gut“, verweist Bernhard Niewöhner auf spürbar wachsende Zahlen. „Greven ist ein gutes Beispiel dafür“, hebt der stellvertretende Vorsitzende des Kreisjugendausschusses vor allem die Bemühungen des SC Greven 09 hervor, dem es nach seiner Ansicht erfolgreich gelingt, viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund für den Vereinssport zu begeistern. Der Fußball verfügt offenbar nach wie vor über eine Zugkraft, die es in dieser Form in keiner anderen Sportart gibt und festigt auch auf diese Weise seine Position als Platzhirsch.



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