Mi., 20.09.2017

Leichtathletik: Falke Saerbeck Der Turbo mit dem Adler auf der Brust

Mit Stolz hatte Edith Barkey das Nationaltrikot übergestreift – am Ende stand ein neuer Rekord

Mit Stolz hatte Edith Barkey das Nationaltrikot übergestreift – am Ende stand ein neuer Rekord Foto: Falke Saerbeck

Saerbeck - 

Edith Barkey lief bei ihrem Auftritt im Nationaltrikot gleich eine neue persönliche Bestleistung.

Manche Athletenträume brauchen etwas länger Zeit und Geduld, bevor sie in Erfüllung gehen. So geschehen am vergangenen Wochenende, als Edith Barkey erstmals in das Nationaltrikot geschlüpft war und Deutschlands Farben bei einem Ländervergleichskampf vertreten durfte. Die Falke-Sprinterin wurde nach dem zweiten Platz in der Altersklasse W50 bei den deutschen Seniorenmeisterschaften vom DLV für die 400 Meter und die 4x200-Meter-Staffel nominiert.

Im belgischen Sint-Niklaas, nahe Antwerpen, trafen sich die Vertretungen der Altersklassen M/W40 und M/W50 aus Deutschland, Frankreich und Belgien zum traditionellen Vergleichswettkampf. Jeweils zwei Teilnehmer pro Nation kämpften um Punkte für die Nationenwertung. Bei ordentlichen äußeren Bedingungen stand eine sichtlich aufgeregte Barkey hinter den Startblöcken. Viel Zeit für Gänsehaut blieb ihr allerdings nicht und so lief sie nach dem Startschuss das schnellste 400-Meter-Rennen ihres Lebens.

Gut hatte sie sich die erste Streckenhälfte eingeteilt und zündete eingangs der Zielkurve einen Turbo. Bei dreihundert Metern war das Rennen schon entschieden, als sie mit Vorsprung auf die Schlussgerade einbog. Diesen baute sie Meter um Meter aus. Im Ziel distanzierte sie als Siegerin die zweitplatzierte Belgierin um mehr als eine Sekunde und sicherte dem deutschen Team die volle Punktzahl.

Am meisten überraschte sie sich selbst mit einer fantastischen Bestleistung. 64,87 Sekunden bedeuteten eine um 1,3 Sekunden gesteigerte Marke. Damit nicht genug, denn Edith ging zum Abschluss der Veranstaltung mit der 4x200-Meter-Staffel des DLV erneut auf Punktejagd. Die Sprintwettbewerbe zeigten bis hierher eine klare deutsche Dominanz, und so kam der Staffelerfolg der deutschen Damen nicht unerwartet. Barkey hatte als dritte Läuferin einen gehörigen Anteil und zeigte trotz des kurzen Zeitabstandes zwischen den Rennen keine Anzeichen von Erschöpfung. Mit 1.53.14 dominierten Romana Schulz, Heike Siebel, Edith Barkey und Iris Opitz die Staffel und wurden erneut mit der vollen Punktzahl für Deutschland belohnt. In der Frauenwertung war Deutschland mit 207 zu 133 (FRA) zu 126 (BEL) der klare Gewinner des Vergleichskampfes.

„Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin so überwältigt, erst meine Nominierung, der Sieg mit Bestleistung in meinem Rennen und dann noch die Anfeuerung durch meine Trainingsgruppe und Freunde. Ein so großartiges Saisonfinale hab ich mir niemals vorstellen können“, beschrieb eine sichtlich berührte Athletin.



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