Mo., 08.02.2016

Auswirkungen durch die Handball-EM? Kein Boom in Sicht

Die aktuell am höchsten spielende Mannschaft im hiesigen Verbreitungsgebiet von WN und OT ist die weibliche A-Jugend des TBB, die in der Oberliga um Punkte kämpft.

Die aktuell am höchsten spielende Mannschaft im hiesigen Verbreitungsgebiet von WN und OT ist die weibliche A-Jugend des TBB, die in der Oberliga um Punkte kämpft. Foto: Günter Saborowski

Burgsteinfurt/ochtrup - 

Die Deutschen Handballer sind Europameister. Okay, wissen wir schon, ist ja auch ein bisschen was her, und wir haben es alle im Fernsehen gesehen. Und wie wir bei Facebook nun auch noch mitbekommen haben, musste Fabian Wiede kurz nachdem ihm der Chef der EHF die Medaille umgehängt hatte, seinen Job bei der Sparkasse antreten. Handballer müssen, im Gegensatz zu ihren kickenden Kollegen, einer geregelten Arbeit nachgehen, damit sie nicht verhungern. Die meisten jedenfalls.

Von Günter Saborowski

Titelgewinne wirken sich in der Regel positiv auf die Beliebtheit einer Sportart aus und schlagen sich in Anmeldezahlen nieder. In guter Erinnerung dürfte vielen noch der Tennis-Boom von 1985 sein, als Boris Becker und Steffi Graf eine Welle der Begeisterung für den weißen Sport auslösten und die Tennisvereine sich vor Neuanmeldungen kaum retten konnten.

2007 sind die deutschen Handballer Weltmeister geworden, vor kurzem erst Europameister. Und? Nach dem Titelgewinn 2007 sind beim TB Burgsteinfurt die Anmeldezahlen im Jugendbereich nicht in die Höhe gegangen. „Kurzzeitig ist so ein Titelgewinn spürbar. Aber sobald der Handball wieder aus den Medien verschwindet, geht das wieder zurück“, sagt Uwe Geersen, Spielwart beim TBB. Robert Schmidt, sein Abteilungsleiter, ergänzt: „So eine EM sorgt sicherlich für Aufmerksamkeit, aber das ist auch schnell wieder vorbei.“

„Mir ist nicht nachhaltig in Erinnerung geblieben, dass nach 2007 die Zahlen bei uns gestiegen sind. Wir hatten in der Zeit eh schon einen guten Zulauf“, meint Jutta Köster, die Jugendwartin des TBB.

Ähnlich sieht es auch bei Arminia Ochtrup (250 aktive und passive Mitglieder, verteilt auf drei Seniorenmannschaften und neun Jugendteams) aus, wo Spiel- und Kreisjugendwart Manfred Wiggenhorn „keine Veränderung“ nach 2007 feststellen konnte: „Die ganz normale Fluktuation, auch im Handballkreis Euregio. Wir hatten eigentlich mehr erwartet.“

Auch Michael Beulker, Abteilungsleiter Handball beim TV Borghorst, konnte einen „Boom“ nur feststellen, solange der Handball in den Medien präsent war. Insgesamt seien die Zahlen in Borghorst aber rückläufig, selbst im Vorstand der Abteilung. Aktuell hat der TV Borghorst 250 Mitglieder in der Handballabteilung, verteilt auf drei Seniorenmannschaften, drei weibliche, sechs männliche Jugendteams und die Minis.

Und im Vorstand der Abteilung fehlt es ebenfalls an Nachwuchs. Die Positionen des Jugend- und Männerwartes sind unbesetzt, und ab April will auch Michael Beulker seine Leitungsposition nicht verlängern. „Die Abteilung ist dann aber nicht führungslos. Uwe Leiß wird das kommissarisch übernehmen“, sagt Michael Beulker.

Zulauf beim Handball „steht und fällt mit den Trainern“. Diese Meinung vertritt nicht nur Reinhard Stücker als Abteilungsleiter bei Arminia Ochtrup, ins selbe Horn stößt auch Robert Schmidt vom TB: „Gut ausgebildete Trainer und gutes Training. Die Eltern schauen sehr aufmerksam hin und sehen die Qualität.“

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Alles steht und fällt mit den Trainern.

Reinhard Stücker, Arminia Ochtrup

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