Do., 18.02.2016

Tischtennis-Oberliga Tischtennis-Lehrstunde

Sascha Beuing, die Nummer fünf des TB Burgsteinfurt, und WN-Sportredakteur Günter Saborowski nach „getaner Arbeit“. Im Hintergrund trainieren die anderen Spieler des Turnerbunds.

Sascha Beuing, die Nummer fünf des TB Burgsteinfurt, und WN-Sportredakteur Günter Saborowski nach „getaner Arbeit“. Im Hintergrund trainieren die anderen Spieler des Turnerbunds. Foto: Axel Roll

Burgsteinfurt - 

Immerhin, zwei Punkte habe ich gemacht. Den einen selbst, da konnte der „Tischtennisprofi“ unmöglich drankommen, den anderen, im zweiten Satz, unter Mithilfe allerdings. Mein Gegenspieler ist mit dem Spielgerät einfach übers Ziel hinausgeschossen.

Von Günter Saborowski

Immerhin, zwei Punkte habe ich gemacht. Den einen selbst, da konnte der „Tischtennisprofi“ unmöglich drankommen, den anderen, im zweiten Satz, unter Mithilfe allerdings. Mein Gegenspieler ist mit dem Spielgerät einfach übers Ziel hinausgeschossen. Soll heißen, Sascha Beuing hat beim Return die Platte verfehlt. Zugegeben, hätte er sich angestrengt wie in einem Oberliga-Meisterschaftsspiel, ich hätte den Ball wahrscheinlich nicht einmal zu Gesicht bekommen; aber in einer Trainingsstunde, da hat sich der älteste der Beuing-Brüder ein wenig zurückgehalten.

Genau darum ging es aber auch: Wie bringe ich einem Amateur, der vor 40 Jahren im Jugendheim zwar regelmäßig nach der Schule an der Platte stand, danach aber so gut wie gar nicht mehr, das Tischtennisspielen näher.

Erste Lektion: Warmmachen durch Einspielen. Piano natürlich, denn wer gleich wie ein Wilder draufhaut, riskiert eine Zerrung – egal ob im Rücken oder am Oberarm. Zweite Lektion: Schlägerhaltung. Die meine, wie gesagt 40 Jahre mit der rechten Hand kultiviert, ist falsch. Zeigefinger und Daumen muss ich anders am Schläger platzieren, sagt Sascha, sonst bekomme ich Probleme bei der Rückhand.

Okay, läuft, auch wenn es sich für mich ungewohnt anfühlt, aber der Profi hat recht. Ich muss mich beim Wechsel von Vor- auf Rückhand nicht mehr so verbiegen wie früher. Jetzt muss ich nur noch die Genauigkeit hinbekommen.

Wir spielen: zehn Minuten nur Vorhand, zehn Minuten Rückhand. Bewegung ist auch dabei, in erster Linie durch das Wiederholen des Balles, der, ich muss es leider zugeben, von mir doch sehr häufig verschlagen wird und übers Ziel hinausgeht.

Apropos Ball: Bei den Meisterschaftsspielen müssen die Stemmerter wie alle anderen Ligaspieler mit einem anderem als ihrem Trainingsball umgehen. „Das zu trainieren lohnt sich nicht. Da kann man sich besser vor dem Spiel länger einspielen“, sagt Sascha Beuing – und schon wieder von mir zum Ballwiederholen auf die Reise geschickt wird.

Derweil beobachte ich kurz den Rest der Trainingsgemeinde, die, bunt gemischt, von Jung bis Alt, an den anderen Platten aktiv ist. Sogar ein Rollstuhlfahrer ist dabei. Auffällig und deutlich hörbar sind die Ausrufe des Entsetzens einiger Spieler über das eigene Unvermögen. „Du kannst es einfach nicht“, brüllt Saschas Bruder Mark plötzlich durch die Halle. Ab und zu ist auch mal ein „Schön“ oder „Sauber“ zu hören – was wohl darauf hindeutet, dass ein Schlag besonders gut gelungen ist. Selbiges kommt Sascha Beuing nur einmal über die Lippen, als ich einen seiner Aufschläge – eigentlich blindlings und mit vollem Risiko – einfach zurück donnere und er tatsächlich auf der Platte landet. Allerdings so, dass Sascha ihn nicht erreichen kann. Die weiteren Aufschläge des Oberligaspielers, ganz bewusst professionell gespielt, denn ich wollte ja wissen, ob ich sie erreichen kann, landen überall – nur nicht auf der Platte. Der Fairness halber versucht mir der Profi zu erklären, welcher Spin den Ball in welche Ecke springen lässt, aber das hilft mir auch nicht weiter. Egal ob ich versuche, den Ball vorsichtig anzunehmen, oder full risk zurückzupfeffern, er landet im Nirwana.

„Okay, zum Abschluss machen wir noch ein Spiel“, bietet mir Sascha zum Ende der Lehrstunde noch ein. „Aber ohne deine Sch...aufschläge“, wende ich ein. Er hält sich dran, auch wenn mir das nicht viel nützt. 1:11 heißt es nach dem ersten Satz. War zu erwarten. „Zwei müssen wir auf jeden fall machen“, gönnt mit der TB-Spieler noch einen Chance, mich auf ein 2:11 zu steigern. Keine Chance, mir fehlt einfach das entsprechende Training, das Sicherheit in die Schläge bringt. Außerdem hat der Beuing ja einen viel besseren Schläger als ich, der, wie ich zwischenzeitlich feststelle, auch noch schwerer ist als meiner.

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Du kannst es einfach nicht.

Aufschrei von Mark Beuing nach einem verschlagenen Ball

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