Sa., 05.03.2016

Fußball | Niederländische Ehrendivision Finanzielles Massengrab beim FC Twente

In Verbindung mit dem Transfer von Dusan Tadic droht dem FC Twente eine Nachzahlung in Millionenhöhe.

In Verbindung mit dem Transfer von Dusan Tadic droht dem FC Twente eine Nachzahlung in Millionenhöhe. Foto: dpa

Enschede - 

Beim niederländischen Fußball-Erstligisten FC Twente Enschede sind erneut tiefgreifende Veränderungen durchgeführt worden. In dieser Woche wurde das Ergebnis einer unabhängigen Untersuchung über die Zustände bei den „Tukkers“ vorgestellt, die den Verein in eine schlimme finanzielle Schieflage gebracht haben.

Von Daniel Buse

„Der FC Twente ist wie ein Familienbetrieb geführt worden – aber im schlechtesten Sinne“, stellte der mit der Untersuchung betraute Ben Knüppe in seinem Bericht fest. „In den Vorstandszimmern hieß es manchmal: ‚Wer bezahlt, bestimmt’“, ergänzte er.

Bis zum 1. Mai müssen sich die Enschedern nun von vier Vorstandsmitgliedern trennen, die neben den Ex-Präsidenten Joop Munsterman und Aldo van der Laan für die Misswirtschaft verantwortlich gemacht werden. Führen die Enscheder den Wechsel in der obersten Führungsetage nicht durch, droht ihnen der Lizenzentzug.

Nach dem Erscheinen des Berichts zeichnete vor allem Bert van Oostveen, der Präsident des niederländischen Fußball-Verbandes KNVB, ein düsteres Bild für die Zukunft der Enscheder – unabhängig davon, ob sie die geforderten Maßnahmen umsetzen oder nicht. Er rechnet aufgrund der anhaltend schlimmen finanziellen Lage der „Tukkers“ mit weiteren großen Schwierigkeiten. „Die Chance, dass auch in der nächsten Saison Profi-Fußball in Enschede gespielt wird, schätze ich als nicht groß ein“, sagte van Oostveen, der hinzufügte: „Die Probleme sind größer, als die meisten Leute denken. Die ganze Sache wird unterschätzt.“

In Verbindung mit dem Transfer des Serben Dusan Tadic zum FC Southampton droht den Enschedern eine Nachzahlung in Millionenhöhe an den Fiskus, da die gezahlte, unverhältnismäßig hohe Beraterprovision als steuerfreies Handgeld gewertet wurde. „Wir haben keine Leiche im Keller gefunden, sondern ein ganzes Massengrab“, verdeutlichte KNVB-Präsident van Oostveen anschaulich, warum es seiner Ansicht nach für die Enscheder nicht gut aussieht.



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