Mi., 09.03.2016

Tischtennis in der Oberliga Rückzug der Turnerbund-Herren ist ein Thema

TB-Teamsprecher Sascha Beuing stellt den Reiz der Oberliga für seinen Verein in Frage.

TB-Teamsprecher Sascha Beuing stellt den Reiz der Oberliga für seinen Verein in Frage. Foto: Thomas Strack

Burgsteinfurt - 

Beim TB Burgsteinfurt ist sportlich alles im Lot. Doch hinter den Kulissen machen sie die Verantwortlichen Gedanken, ob sich der Aufwand in der Oberliga weiterhin lohnt. Dafür spielen unter anderem personelle Gründe eine Rolle.

Sportlich hat der TB Burgsteinfurt mit seinen augenblicklich 14:14 Punkten die Klasse jetzt schon so gut wie gehalten. Ob der Turnerbund in der nächsten Saison aber tatsächlich in der Oberliga spielt, stellt Teamsprecher und Vorstandsmitglied Sascha Beuing in Frage. Über das Warum unterhielt sich Sportredakteur Marc Brenzel mit dem Stemmerter.

Herr Beuing, stimmt es, dass sich der TB Gedanken macht, vielleicht auf seinen Oberliga-Startplatz zu verzichten?

Sascha Beuing: Da ist nichts spruchreif, aber wir setzen uns momentan akut mit dem Thema Oberliga auseinander.

Aus welchem Grund?

Beuing: Bei uns wird es personelle Veränderungen geben, auf die ich aber jetzt noch nicht im Detail eingehen möchte. Unter anderem sieht es wohl so aus, dass Konstantin Schröder nicht mehr so oft spielen kann wie bisher.

Dafür könnte man sich doch einen Ersatz holen.

Beuing: Sicherlich könnte man Scheine auf den Tisch legen, um das Personalkarussell anzuschieben. Aber wofür?

Was meinen Sie damit konkret?

Beuing: Die Oberliga ist aus sportlicher Sicht für uns momentan noch sehr attraktiv. Das kann sich aber in der nächsten Saison massiv ändern. Aus der NRW-Liga drängen Teams hoch, die ganz andere Möglichkeiten haben als wir. Champions Düsseldorf leistet sich einen Mann wie Evgueni Chtchetinine. Der war immerhin schon mal Europameister und belegt in der Weltrangliste jetzt noch Platz 115. Und der TTC Altena scheint auch in Geld zu schwimmen. Ob es dann Sinn macht, sich in acht von zehn Spielen eine Klatsche abzuholen, lasse ich mal dahin gestellt. Aber das ist nur der sportliche Aspekt.

Welche Aspekte spielen denn noch eine Rolle?

Beuing: Der verwaltungstechnische und finanzielle Aufwand. Am vergangenen Wochenende haben wir in Niederkassel gespielt, sind um 18.30 Uhr angefangen, nach der Partie, einem kurzen Zusammensein und der Rückfahrt war es dann auch schon halb vier, als ich ins Bett gekommen bin. Muss das sein? Hinzu kommen noch andere Sachen wie Ausgaben für den Schiedsrichter, zwei einheitliche Trikotsätze, Kosten für die Lizenz und, und, und. Wenn du nicht in der Oberliga spielst, sparst du deswegen schon mal 2000 Euro. Seit die Oberliga unter dem Dach des Deutschen Tischtennisbundes steht, hat sich vieles verändert. Die kleinen Vereine wie wir werden von denen beim DTTB finanziell gemolken.

Eine endgültige Entscheidung bezüglich der Oberliga-Zugehörigkeit ist aber noch nicht gefallen?

Beuing: Nein, aber fest steht, dass wir unsere Seele nicht an den Teufel verkaufen werden, um weiterhin in dieser Klasse zu spielen.



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