Di., 18.10.2016

Frauen-Fußball: Vildan Kardesler und der SV Meppen Die Durchstarterin

Als Spielführerin geleitete Vildan Kardesler die deutsche U-17-Nationalmannschaft beim EM-Qualifikationsspiel gegen Weißrussland (6:0) am 9. April 2015 auf das Spielfeld.

Als Spielführerin geleitete Vildan Kardesler die deutsche U-17-Nationalmannschaft beim EM-Qualifikationsspiel gegen Weißrussland (6:0) am 9. April 2015 auf das Spielfeld. Foto: privat

Burgsteinfurt - 

Vildan Kardesler hat viele neue Eindrücke gewonnen, nachdem sie im vergangenen Winter vom SV Burgsteinfurt zum Frauenfußball-Zweitligisten SV Meppen gewechselt war. Die wichtigste Erfahrung macht sie aber in diesen Tagen: Dass Gesundheit ihr wichtigstes Kapital ist.

Von Heiner Gerull

Vildan Kardesler hat viele neue Eindrücke gewonnen, nachdem sie im vergangenen Winter vom SV Burgsteinfurt zum Frauenfußball-Zweitligisten SV Meppen gewechselt war. Die wichtigste Erfahrung macht sie aber in diesen Tagen: Dass Gesundheit ihr wichtigstes Kapital ist. Im Pokalspiel der ersten DFB-Haupthauptrunde gegen den FSV Gütersloh hatte sich die 18-Jährige am 21. August eine hartnäckige Leistenverletzung zugezogen. An der laboriert sie noch heute. „Ich möchte schnell wieder fit werden und möglichst viele Einsätze in unserer Mannschaft bekommen“, sagt sie.

Es war ein wahrlich aufregendes Jahr, das hinter ihr liegt. Denn der Wechsel vom heimischen Kreisligisten SV Burgsteinfurt zum Nord-Zweitligisten SV Meppen glich einem Quantensprung. Doch die ehemalige U-17-Nationalspielerin fasste Tritt. Gleich im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres wurde sie gegen den MSV Duisburg am 14. Februar in der 68. Minute ins kalte Zweitliga-Wasser geworfen. Beim 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg am 28. März stand sie erstmals in der Meppener Startformation. Ihren ersten Treffer erzielte sie am 8. Mai beim 3:0-Auswärtssieg gegen Erstliga-Absteiger BV Cloppenburg. Langsam, aber stetig war Vildan Kardesler auf dem Weg, sich einen Stammplatz beim SVM zu erobern. Bis eben jener 21. August kam.

Für die ehemalige Junioren-Nationalspielerin und ihren Verein war es in doppelter Hinsicht ein rabenschwarzer Sonntag. „Ich hatte solche Schmerzen, dass ich nicht einmal mehr zum Elfmeterschießen antreten konnte“, erinnert sich die 18-Jährige. Im Spiel war die Verletzung an der Leiste aufgebrochen. In der 70. Minute musste sie ausgewechselt werden und mitansehen, wie ihre Mannschaft das Erstrundenspiel im DFB-Pokalwettbewerb beim FSV Gütersloh mit 5:7 nach Elfmeterschießen verlor und ausschied. Für Vildan Kardesler war es zugleich der Beginn einer längeren Leidenszeit. „Es ist keine schlimme Verletzung. Aber es ist ärgerlich, weil ich einen guten Lauf hatte“, sagt die ehrgeizige Mittelfeldspielerin.

Inzwischen sieht sie wieder Licht am Ende des Tunnels. Zwar befindet sie sich noch in ärztlicher Behandlung. Doch leichtes Lauftraining geht schon wieder. „In dieser Saison kann noch viel passieren“, sagt Kardesler geradezu beschwörend.

Keine Frage – wenn sie wieder vollkommen fit ist, will sie durchstarten.

Es ist ihr zuzutrauen, gelang ihr bislang doch alles, was sie in Angriff genommen hatte. Mit 17 Jahren den Führerschein und das Abitur gemacht, mit 18 folgten Einladungen zu Lehrgängen mit der deutschen U-19-Nationalmannschaft – sobald sie gesund ist, will sie auch mit dem SV Meppen oben angreifen.

Dreimal pro Woche fährt sie von ihrem Wohnort Burgsteinfurt nach Meppen zum Training. Ein Aufwand, der sich lohnen soll. „In diesem Jahr konzentriere ich mich nur auf den Fußball“, sagt sie. „Im kommenden werde ich dann ein Studium aufnehmen.“

Mit dem SV Meppen belegt sie zurzeit Platz drei. Der Abstand zu den führenden Clubs, VfL Wolfsburg II und Werder Bremen, beträgt fünf Zähler. Da ist noch etwas Luft nach oben – auch wenn die Alternativen für Kardesler langsam rar werden.



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