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Do., 20.04.2017

Fußball: Kreispokal Not macht erfinderisch – und erfolgreich

Ricardo da Silva (re.) erzielte das 1:0 und leistete die Vorarbeit zu Alexander Hollermanns 2:0.

Ricardo da Silva (re.) erzielte das 1:0 und leistete die Vorarbeit zu Alexander Hollermanns 2:0. Foto: Thomas Strack

Wettringen - 

Der SV Burgsteinfurt hat mit einer vermeintlichen Verlegenheitself den Einzug ins Kreispokalfinale geschafft. Der Landesligist siegte am Donnerstagabend bei Bezirksligist Vorwärts Wettringen mit 2:0. Überrascht waren alle, als sie hinterher erfuhren, gegen wen die Gelb-Roten im Kreispokalfinale um den Pokaleinzug auf Verbandsebene spielen werden.

Von Heiner Gerull

Not macht nicht nur erfinderisch – sondern auch erfolgreich. So dürften jene Zuschauer, die den SV Burgsteinfurt gestern Abend begleitet hatten, erstaunt registriert haben, dass der 2:0 (1:0)-Sieg der vermeintlichen Burgsteinfurter Verlegenheitself bei Vorwärts Wettringen im Kreispokal-Halbfinale keineswegs glücklich, sondern vielmehr überaus souverän herausgespielt wurde.

Ebenso erstaunt waren sicherlich alle, als sie nach Spielschluss erfuhren, dass die Stemmerter im Kreispokalfinale nicht auf SuS Neuenkirchen, sondern auf den SC Altenrheine treffen. Denn völlig überraschend ließ sich der Oberligist aus Neuenkirchen drei Tage nach dem Osterfest bei der 0:1-Niederlage vom drei Klassen tiefer angesiedelten Bezirksligisten das Fell über die Ohren ziehen. Nun geht es im Kreispokalfinale, das in Altenrheine ausgetragen wird, auch darum, ob sich der SCA oder der SV Burgsteinfurt für den Pokalwettbewerb auf Verbandsebene qualifizieren wird, denn nur der Sieger kommt weiter.

Angesichts des Ausfalls der kompletten Abwehrreihe hatte sich Burgsteinfurts Trainer Christoph Klein-Reesink etwas Besonderes einfallen lassen. So bildeten die beiden etatmäßigen Mittelfeldakteure Lukas Bahlmann und Thomas Artmann sowie der aus der Reserve aufgerückte Tobias Rawert die Dreier-Abwehrkette, die auf der rechten Seite bei Wet­tringer Vorstößen noch von Daniel Brake unterstützt wurde.

In einer kampfbetonten Partie setzte SVB-Angreifer Alexander Hollermann in der elften Minute eine erste Duftmarke, als er glänzend freigespielt wurde, er den Ball aus spitzem Winkel aber nicht am gegnerischen Torhüter vorbeibrachte. Der Landesligist kontrollierte fortan das Spiel. Der Lohn folgte in der 25. Minute, als Brake von der rechten Außenbahn in den Strafraum flankte. Ricardo da Silva schloss mit einer Direktabnahme flach ins untere Toreck zum verdienten 1:0 ab. In der 37. Minute hätte Kevin Behn noch eins draufsetzen können, doch der Ball traf nur die Torstange.

Doch schon zwei Minuten nach der Pause holten die Stemmerter das Versäumte nach. Da Silvas Flanke versenkte Hollermann zum 2:0 in die Maschen. Der klassentiefere Bezirksligist hatte danach zwar etwas mehr vom Spiel. Doch die sichere Deckung um Abwehrchef Artmann ließ keine einzige Torchance zu. In der 85. Minute verpassten Ole Liemann mit einem weiteren Pfostenschuss und wenig später der gerade eingewechselte Sam Anyanwu gar das 3:0, doch das machte nichts. Am Ende waren alle Burgsteinfurter glücklich. „Es war zwar nicht so locker, wie es von außen ausgesehen haben mag. Dennoch konnten wir das Spiel über 75 Minuten so gestalten, ohne eine Chance zuzulassen. Insofern war der Sieg hochverdient“, befand Klein-Reesink. – SV Burgsteinfurt: Beermann – Bahlmann, Artmann, Rawert – Brake, Feldhues, Bügener (78. Fuchs), Liemann – Behn (46. Omerovic), da Silva – Hollermann (88. Sam).



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