Do., 05.10.2017

Extremsport Stefan Heidl dieses Mal ohne Rad

Stefan Heidl und der Grieche Billy Vosnakis (rechts) haben in Meck-Pom den Ötillö SwimRun, ein Wettkampf, der abwechselnd laufend und schwimmend ausgeführt wird, in knapp sechseinhalb Stunden absolviert.

Stefan Heidl und der Grieche Billy Vosnakis (rechts) haben in Meck-Pom den Ötillö SwimRun, ein Wettkampf, der abwechselnd laufend und schwimmend ausgeführt wird, in knapp sechseinhalb Stunden absolviert. Foto: privat

Laer/Burgsteinfurt - 

Stefan Heidl, Orthopäde aus Laer und Mitglied beim Marathon Steinfurt, liebt extreme Sportveranstaltungen und hat schon den AustriaExtreme oder den StoneBrixiaMan mitgemacht. Am vergangenen Samstag hatte er sich mit einem Kumpel au Griechenland auf ein neues Terrain gewagt.

Von Günter Saborowski

Er hat es schon wieder getan. Allerdings ein bisschen anders als sonst. Das Rad ist diesmal zu Hause geblieben. War wohl kaputt oder hatte einen Platten, vielleicht auch, weil seine Schlappen nicht in die Klickpedalen wollten. Diesmal hat Dr. Stefan Heidl, Orthopäde aus Laer und ein Freund extremer Sportveranstaltungen, der schon den AustriaXtreme oder den ­StoneBrixiaman absolviert hat, sein Extrem 2017 lediglich laufend und schwimmend unter die Sohlen seiner Luna-Sandalen genommen. Und das sogar in Deutschland, allerdings nicht allein: Billy Vosnakis, ein Grieche, der in der Szene der Extremsportler bereits einen Namen hat und Teilnehmer des Norseman oder Celtman war, hat die Veranstaltung gemeinsam mit Heidl als Team „Iron Koukou Sandal Runners“ durchgezogen.

Start war am Samstag um 8.30 Uhr in Wesenberg, danach ging es in 6:26:36 Stunden durch die Sennplatte und über Land bis nach Rheinsberg. „Es war ein unglaubliches Landschaftserlebnis. In Mecklenburg geht es ja nicht wie in Schweden von Insel zu Insel, sondern mehr von Land zu Land. Viel Grün, viel Acker und viel Wald“, erzählt der Orthopäde von seinem Erlebnis. Die Wassertemperatur betrug – bibber – 13 bis 15 Grad. Klar, dass alle Teilnehmer im Neoprenanzug geschwommen sind – und selbstverständlich auch gelaufen. Allerdings in einer Spezialanfertigung mit innen liegenden Taschen. Warm ist es trotzdem in dieser „Ein-Mann-Sauna“.

Allerdings ist das Ganze keine Solo-Veranstaltung, der Ötillö muss im Team absolviert werden. „Man muss immer neben, hinter oder vor seinem Partner sein. Es ist keine Staffel. Einige waren sogar durch eine Leine miteinander verbunden“, berichtet Heidl. „Allerdings“, und darauf scheint der Laerer ein klein wenig stolz zu sein, „habe ich meinem griechischen Idol ein klein wenig den Zahn gezogen. Der kommt ja aus der Wärme und trainiert dort auch. Bei den Temperaturen hier hatte er Probleme. Ihm taten wegen der Kälte die Sehnenansätze weh, und wir haben dadurch ein bisschen Zeit verloren“, so Heidl, der trotzdem fast vier Minuten unter seiner Zielzeit blieb. Im Gegensatz zu Vosnakis hat Heidl nämlich um 6 Uhr morgens im Offlumer See oder während des Urlaubs im Königssee in Bayern trainiert.

Der Lohn für die Mühe war nach fast sieben Stunden Platz 83 bei den Männern, aber keine Qualifizierung für die World Series. „Das war auch nicht unser Anspruch. Unser Ehrgeiz ist es, ein Ziel zu packen, das weit weg scheint. Zu Anfang hielt ich die Sache ja für bescheuert, aber je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto mehr reizte mich der Ötillö“, bekam Heidl mit seinen Informationen immer glänzendere Augen.

Übrigens: Der Ötillö SwimRun ist eine ziemlich saubere Angelegenheit, denn „es darf nichts weggeworfen werden. Es gibt keinen Müll, man muss alles mit ins Ziel bringen, sonst droht die Disqualifikation, erzählt der Dok aus Steinfurt. „Und man unterstützt sich gegenseitig, beispielsweise wenn einer im Schilf nicht aus dem Wasser kommt, hilft man ihm raus“, stand laut Heidl Teamgeist in jeder Hinsicht ganz oben auf der Liste – was für den Arzt kein Problem war.

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Es gibt keinen Müll, man muss alles mit ins Ziel bringen, sonst droht die Disqualifikation.

Dr. Stefan Heidl

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