Mo., 06.11.2017

Fechten: Weltmeisterschaft der Veteranen in Slowenien Peer Uwe Peters kann es immer noch

Bei de Weltmeisterschaft der Veteranen in Maribor sah sich Peer Uwe Peters (r., kl. Bild) in der Vorrunde einem russischen Fechter gegenüber, vor dem er aufgrund seiner Vorergebnisse großen Respekt hatte. Am Ende gewann der ehemalige Stemmerter mit 10:3.

Bei der Weltmeisterschaft der Veteranen in Maribor sah sich Peer Uwe Peters (r., kl. Bild) in der Vorrunde einem russischen Fechter gegenüber, vor dem er aufgrund seiner Vorergebnisse großen Respekt hatte. Am Ende gewann der ehemalige Stemmerter mit 10:3. Foto: mm

Münster - 

Jahrelang hat Peer Uwe Peters als Schüler und Student das Florett mit seinen Gegnern für den TB Burgsteinfurt gekreuzt. Jetzt ficht er für die TG Münster, weil er mit Frau und Kindern nun mal in Münster wohnt. Beim Training allein wollte er es nicht belassen, zeigte Ehrgeiz und qualifizierte sich für die WM der Altersklasse in Slowenien. Mit Erfolg.

Von Günter Saborowski

Zehn Jahre lang lag das Florett in der Ecke und hat wohl auch Staub angesetzt. Der weiße Anzug hing fein säuberlich im Keller und wurde höchstens mal wehmütig von der Seite angeschaut. Alles wegen Job und Familie. Wie das halt so ist, wenn der Mensch ins Berufsleben einsteigt, eine Familie gründet, Kinder bekommt und der früher so intensiv gepflegte Sport hintanstehen muss. Doch das ist bei Peer Uwe Peters, der bis vor vier Jahren noch dem TB Burgsteinfurt angehörte, jetzt vorbei. Er lässt sein Florett nun allerdings für die TG Münster bei Turnieren springen.

Mit Erfolg, wie die jüngsten Ergebnisse zeigen, denn der mittlerweile 50-Jährige hat in diesem Jahr an zwei internationalen Meisterschaften teilgenommen: an der Euro im Mai im italienischen Chiavari und an der Weltmeisterschaft im slowenischen Maribor – in der Altersklasse, versteht sich.

„Beim europäischen Fechtverband gibt es eine Masters-Serie für Fechter ab 50 Jahren. Für die EM in Italien musste man sich nicht vorher qualifizieren, für die WM schon“, berichtet der gelernte Informatiker, dass er, um nach Maribor zu gelangen, die Quali-Mühle von drei Turnieren in Deutschland überstehen musste.

Seit ungefähr anderthalb Jahren steht Peters nun wieder auf der Planche. Angefangen hat es mit seiner Tochter Janna, die damals (2013) elf Jahre alt war und Fechten einfach mal ausprobieren wollte. „Mittlerweile spielt sie Fußball. Jetzt hat mein Sohn mit dem Fechten begonnen. Aber durch Janna bin ich wieder ans Training gekommen. Einmal in der Woche bin ich jetzt in der Halle, und wenn es meine Zeit zulässt, gehe ich noch joggen und fahre Rennrad“, erzählt der ITler, dass er am Münsterland-Giro teilgenommen hat.

Was seiner WM-Teilnahme in Maribor ganz bestimmt zuträglich war. Reaktionsschnelligkeit, Koordination, Ausdauer und Beweglichkeit müssen Fechter – auch im fortgeschrittenen Alter – mitbringen, um erfolgreich zu sein. Gemeinsam mit Roman Christen aus Tauberbischofsheim, Martin Eitz aus Speyer und Hans-Martin Raeker aus Lübeck, der früher in Stemmert lebte, machte sich Peters auf zur WM. Nach Rang elf bei der Euro in Italien, wollte der ehemalige Burgsteinfurter nun wissen, wie sein „Marktwert“ auf globalem Parkett aussieht. 63 Teilnehmer gingen in seiner Altersklasse an den Start. Peters war aufgrund seiner nationalen Ergebnisse auf Rang 55 klassifiziert worden.

Nach der Vorrunde mit sechs Fechtern (jeder gegen jeden) war Peters im Zwischenergebnis Neunter. „Ich hatte nur gegen einen Engländer mit 4:5 verloren“, war diese Prüfung eigentlich keine echte für ihn. Dann ging es ins K.o.-Feld, wo zunächst ein Schwede zu bezwingen war, dann ein Russe, vor dem Peters wegen seiner Vorergebnisse Respekt hatte. Doch mit 10:3 ging auch dieses Gefecht an den Deutschen. In Runde drei wartete ein Italiener. „Der war ziemlich gut, und ich lag auch erst mit 6:9 zurück, habe dann aber noch mit 10:9 gewonnen“, ging auch diese Runde an den Stemmerter.

Dann war jedoch Schluss mit lustig, denn jetzt kam „ein sehr athletisch gebauter Engländer“. Und der war mit 10:7 besser als Peer Uwe Peters. Endergebnis: Platz fünf bis acht. „Durch den Index bin ich letztlich auf Platz acht gewertet worden.“ Sein Mitstreiter Roman Christen landete auf Rang sieben, die anderen beiden Fechtkollegen mussten bereits im Feld der letzten 32 bzw. 64 die Segel streichen.

Und nu, Herr Peters? Die Motivation für 2018 ist geweckt, und die „Termine und Orte für die WM-Qualifikationsturniere in Deutschland kenne ich schon“.

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Die Termine und Orte für die Qualifikationsturniere kenne ich schon.

Peer Uwe Peters

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