So., 15.04.2018

Frühjahrsklassiker Rund um Steinfurt: Eliterennen Es geht auch allein

Allein auf weiter Flur: Die letzten Meter bis zum Ziel vor der Privatbrauerei Rolinck konnte Joshua Huppertz genießen. Er verteidigt seinen Titel.

Allein auf weiter Flur: Die letzten Meter bis zum Ziel vor der Privatbrauerei Rolinck konnte Joshua Huppertz genießen. Er verteidigt seinen Titel. Foto: Jan Gudorf

Burgsteinfurt - 

Wie sich ein Sieg in Burgsteinfurt anfühlt, wusste Joshua Huppertz bereits. Im letzten Jahr setzte er sich im Massensprint durch. Diesmal dürfte sich der Erfolg dennoch ein klein wenig anders angefühlt haben, konnte der 23-Jährige diesen doch auf den letzten Metern schon vollends genießen. Denn bereits mehrere hundert Meter vor dem Ziel stand der Fahrer des Teams Lotto-Kern-Haus als Gewinner der 17. Ausgabe von „Rund um Steinfurt“ fest.

Von Jan Gudorf

Als Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer um kurz nach halb eins den Startschuss für das Eliterennen der KT-/AB-Klasse gab, war die Strecke nach dem morgendlichen Regen wieder abgetrocknet. Dennoch blieben Ausreißerversuche aus dem 182 Teilnehmer starken Fahrerfeld lange Zeit erfolglos.

Zehnmal hatten die Pedaleure den Anstieg zur Hollicher Mühle schon erklommen, da gelang es neun von ihnen, sich etwas abzusetzen. Huppertz war nicht unter ihnen. Auch die anderen Fahrer seiner zuletzt dreimal in Steinfurt siegreichen Mannschaft suchte man vorne vergeblich. Das Ziel, diese Serie fortzusetzen, war 20 Kilometer vor dem Ziel somit arg in Gefahr. Das Team um den Münsteraner Daniel Westmattelmann, Sieger von 2016, hatte also keine andere Wahl als zu attackieren.

Fotostrecke: 17. Frühjahrsklassiker „Rund um Steinfurt“

Die Führungsarbeit im Feld sollte sich bezahlt machen. Nach elf von zwölf Runden über die 9,4 Kilometer lange Strecke konnten mit Marc Dörrie und eben Huppertz zwei Lotto-Kern-Haus-Fahrer zur Ausreißergruppe aufschließen. Doch auch das Feld hatte die Spitze fast wieder im Blick. „Es war schwierig, weil wir ziemlich viel Wind von vorne hatten“, erklärte Huppertz die Qualen in der letzten Runde, „aber wenn man sich ans Hinterrad des Vordermannes gehalten hat, ging es. Es war eine starke Gruppe vorne.“

So stark, dass das Feld um den Sieg kein Wörtchen mehr mitreden konnte. Er habe kurz überlegt, es wieder auf einen Zielsprint – seine Spezialdisziplin – ankommen zu lassen, so Huppertz. Doch offensichtlich waren der Kopf und die Beine des gebürtigen Aacheners noch im Stande, auf den letzten Kilometern einen Soloausritt zu wagen. Nach Platz zwei 2016 und dem Sieg im Vorjahr bleibt das Münsterland also ein gutes Pflaster für ihn – und erst recht für sein Team, das wahrhaftig Triumph Nummer vier perfekt machte. Die ebenfalls hochgehandelte Konkurrenz aus den Niederlanden machte die weiteren Podestplätze unter sich aus.

„Alleine wegzufahren und zu gewinnen – das muss man erstmals schaffen“, konnte sich Ludger Mester an nicht viele vergleichbare Solofahrten erinnern. Sein Fahrer Michael Fricke vom Team Rolinck erlebte zwar ein weniger spektakuläres Rennen, erreichte aber das gesteckte Ziel: „Ich möchte heile durchkommen.“

Dies gelang leider nicht allen Sportlern. In den insgesamt sechs Rennen blieben auf zum Teil nasser Fahrbahn Stürze nicht aus. Sie endeten zumeist glimpflich. „Ein Fahrer wurde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht“, erklärte Mester.

Dennoch konnte der Vorsitzende des ausrichtenden RSV Friedenau Steinfurt ein deutlich positiveres Fazit ziehen als am Morgen befürchtet: „Als es beim Aufbauen um halb sechs geregnet hat wie aus Eimern, war ich sehr frustriert. Aber der Wettergott war mit uns.“ Und so durfte er sich auch über ein Lob der Bürgermeisterin freuen: „Es ist für Steinfurt eine besondere Veranstaltung, die mich immer wieder begeistert.“

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Uns verbindet eine langjährige Freundschaft.

Fabian Wegmann über Ludger Mester

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Alleine wegzufahren und zu gewinnen – das muss man erstmal schaffen.

Ludger Mester

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