Mi., 24.09.2014

Preußen Münster verliert 0:4 beim Tabellenletzten Bruchlandung am Bruchweg

Gejubelt wurde am Dienstag in Rot: Marc Heitmeier und seine Preußen hatten ganz in Grün keinen Grund zur Freude

Gejubelt wurde am Dienstag in Rot: Marc Heitmeier und seine Preußen hatten ganz in Grün keinen Grund zur Freude Foto: Jürgen Peperhowe

Mainz - 

Bei der Abfahrt nach Mainz war die Stimmung bei Preußen Münster noch bestens. Drei Siege in Folge hatten das Team auf Tabellenplatz drei katapultiert, jetzt sollte das Schlusslicht doch eigentlich kein Problem für das Loose-Team sein – war es aber doch, und was für eins: Mit 0:4 kommt Münster in Mainz unter die Räder.

Von Alexander Heflik

Was für ein Desaster! Preußen Münster hat sich am Ende vorführen lassen, 45 Minuten agierte der als Tabellendritter angereiste Fußball-Drittligist beim Gastspiel gegen die Reserve des FSV Mainz ganz schwach – das reichte noch zum 0:0. Nach dem Wechsel ging die Elf von Trainer Ralf Loose sang- und klanglos unter, mit 0:4 kassierten die Adlerträger eine Klatsche der Extraklasse, glücklicherweise sahen nur 774 Menschen diesen Kick, ohne Preußen-Anhang wäre das ein Geisterspiel gewesen. Viel schlimmer ging es sportlich nicht, die vermeintliche Spitzenelf agierte gegen die Jungspunde aus Mainz einfach nur kläglich am Ende. Unerklärlich eigentlich nach sechs Partien ohne Niederlage. Wo war der SCP der letzten Wochen geblieben? Am Ende hatte der SCP keinen Tropfen Benzin mehr im Tank.

„Das war ein verdienter Sieg für Mainz. Ich habe schon in der Halbzeit gespürt, dass uns etwas fehlte. Mainz war einen Tick aggressiver und bissiger als wir“, versuchte sich Trainer Ralf Loose an einer Erklärung für den Leistungsabfall. Und: „Enttäuschend war, dass wir den Gegner mit naiven Fehlern eingeladen haben zu den Treffern.“ Loose war am Ende wieder ein Stückchen schlauer, er hatte der Elf vertraut, die Großaspach niedergerungen hatte – die aber offenbar dafür Tribut zollen musste, die Akkus waren leer. „Unser Wille war groß, aber die Beine haben nicht mehr mitgemacht. Im nachhinein ist man immer schlauer, ich hätte vielleicht unsere Strategie ändern müssen“, sagte der 51-Jährige – und vielleicht den Reservisten eine Chance geben müssen.

Was gab es an guten Dingen aus der ersten Halbzeit zu berichten? Vielleicht, dass die Mainzer Reserve versuchte, wie der große Bruder aus der 1. Bundesliga „hoch zu verteidigen“. Das wirkte modern, war aber auch nicht mehr als ein Muster ohne Wert. Die Hausherren hatten nur dank zweier Fehlpässe von Münsters Abwehrchef Dominik Schmidt durch Daniel Bohl (25.) und Devante Parker (26.) so etwas wie Chancen.

Positiv interpretieren konnte man beim SCP die geduldige Spielweise, die Gäste leisteten sich wenig Fehler, waren aber in der Offensive nahezu ohne Durchschlagskraft. Nach einem Freistoß von Marcus Piossek (21.) machte Dominik Schmidt mit seinem Kopfball zu wenig aus der Situation. Es hatte wohl seine Gründe, warum Trainer Loose bereits nach 28 Minuten seine komplette Reservebank zum Warmlaufen schickte. Das Signal allerdings kam bei den Elf auf dem Spielfeld nicht an, es passierte einfach zu wenig. Einzig ein Flugballkopfball von Marcel Reichwein (41.) war noch erwähnenswert, der aufgerückte Innenverteidiger Marc Heitmeier hatte die Vorarbeit geleistet. Sein Durchsetzungswille in dieser Szene war häufiger auf Seiten der Preußen erwartet worden. So aber spielte Harmlosigkeit (Mainz) gegen Passivität ( Münster ) eine torlose erste Hälfte.

Dann wurde es richtig schlimm, denn direkt nach der Pause wurde der SCP in der Verteidigung auch noch nachlässig, am Ende einer preußischen Fehlerkette traf Todor Nedelev (52.) zur Führung. Keine drei Minuten später ließ sich der SCP nach einem verlorenen Dribbling von Mehmet Kara übertölpeln. Mounir Bouziane sprintete nach dem Ballgewinn 60, 70 Meter mit dem Spielgerät und überwand auch noch Daniel Masuch. Das war bitter, das war zu einfach, das passte aber ins Bild. Münster lag mit 0:2 zurück.

Alle Hoffnungen auf eine Wende beendete Patrick Klement nach 75 Minuten mit dem 3:0, er hatte freie Bahn nach einem Fehlpass von Mehmet Kara in der eigenen Hälfte. Das 0:4 sollte auch noch folgen, als Daniel Masuch einen Rückpass nicht klären konnte und die Hand zur Hilfe nahm. Klement verwandelte den fälligen indirekten Freistoß zum Endstand. Der Weg nach Mainz hatte sich nicht gelohnt, Münster ging am Bruchweg unter.



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