Do., 25.09.2014

3. Liga: Preußen-Debakel in Mainz Auf der Suche nach Antworten

Hängende Köpfe: Nach der ernüchternden 0:4-Niederlage bei den Jungprofis des FSV Mainz 05 schleichen (von li.) Patrick Kirsch, Marc Heitmeier, Philipp Hofmann, Erik Zenga, Daniel Masuch und Co-Trainer Babacar N`Diaye deprimiert vom Platz.

Hängende Köpfe: Nach der ernüchternden 0:4-Niederlage bei den Jungprofis des FSV Mainz 05 schleichen (von li.) Patrick Kirsch, Marc Heitmeier, Philipp Hofmann, Erik Zenga, Daniel Masuch und Co-Trainer Babacar N`Diaye deprimiert vom Platz. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Nach Abpfiff der Partie im Bruchweg-Stadion wollte keiner glauben, dass der SC Preußen Münster gerade in 90 Minuten die Tabellenführung in der 3. Liga verspielt hatte. Was war nur in die ganz in Grün gekleideten Männer gefahren?

Von Alexander Heflik

Im Nachhinein scheint es kaum zu glauben, dass diese Elf mit einem Erfolg bei der Reserve des FSV Mainz 05 mit Spitzenreiter Chemnitzer FC nach Punkten hätte gleichziehen können.

Vor allem nach der Pause stolperte die Elf von Trainer Ralf Loose von dem einen in den nächsten Fehler, vier Gegentore innerhalb von gut einer halben Stunde kassierte die vollkommen ausgepumpte Truppe von einem Gegner, der gar nicht wusste wie ihm geschah. Irgendwer hatte den Preußen in der Halbzeitpause den Stecker gezogen.

„Es gibt solche Tage im Fußball“, resümierte Coach Loose, er rang um Antworten und Erklärungen für die erste Niederlage nach sechs durchaus erfolgreichen Partien. Das war ein frappierender Leistungseinbruch. Vor dem Wechsel sicherten sich die Gäste auf Sparmodus wenigstens das 0:0, nach Wiederanpfiff ging alles schief. Also rätselte Loose weiter: „Wir wollten in der zweiten Halbzeit doch gleich das Heft in die Hand nehmen. Einige waren aber nicht so spritzig wie erwartet.“

Es dürfte Looses größter Fehler gewesen sein, dass er auf die zehn Mann setzte, die leidenschaftlich in Unterzahl den 3:1-Heimsieg über Großaspach erkämpft hatten. Einige frische Kräfte hätten der Elf wohl gutgetan. „Einige sind gegen Großaspach wohl an die Grenze oder sogar darüber hinaus gegangen“, sagte er. Am Abend vor dem Spiel aber hätte kein Akteur Zeichen von fehlender Substanz erkennen lassen, berichtete Loose. Aber ganz ehrlich: Vermutlich hat das noch nie ein Spieler von sich aus zugegeben, weil jeder Fußballer auch immer spielen will. In Mainz wurde der Kräfteverschleiß nun aber ganz schnell deutlich, früh schickte der SCP-Coach Auswechselspieler nach 28 Minuten zum Warmmachen, aber erst beim 0:2 nach knapp einer Stunde versuchte der Trainer korrigierend einzugreifen. Zu spät.

Die Aktiven selbst wollten, was für sie sprach, die Belastungen der englischen Woche nicht als Entschuldigung hernehmen. Die FSV-Reserve hätte auch nur einen Tag länger Zeit zur Regeneration gehabt, lautete der Tenor. Der preußische Höhenflug ist damit vorerst gestoppt. Am Sonntag steht das Heimspiel gegen den Halleschen FC an, ehe am darauffolgenden Samstag vor der Länderspielpause der Chemnitzer FC auf die Preußen wartet. Wiedergutmachung kann schnell betrieben werden. In dieser 3. Liga ist alles möglich.



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