Mo., 29.09.2014

2:0 Heimsieg gegen Halle Die „Krohne“ aufgesetzt

Rogier Krohne

Sorgte für die beiden Tore gegen Halle: Rogier Krohne, der auch den Reißtest von Amaury Bischoff an seinem Trikot übersteht. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Lange Zeit sah es beim Spiel der Preußen gegen den Halleschen FC nach einem 0:0 aus. Doch dann wurde, acht Minuten vor Schluss, Rogier „Rocky“ Krohne eingewechselt. Und der Joker nutzte seinen Kurzeinsatz optimal: Seine zwei Treffer brachten Münster drei Punkte.

Von Alexander Heflik

Eigentlich war da kein Unterschied zu den letzten Wochen, das hatte sich so eingependelt. Ein paar Minuten blieben Rogier Krohne noch, als er mal wieder eingewechselt wurde für Marcel Reichwein , Rollentausch in der Sturmzentrale. Na klar, der SC Preußen hatte im Heimspiel gegen den Halleschen FC die Überlegenheit nicht in Tore ummünzen können, das 0:0 roch nach verlorenen Punkten, aber nicht wenige begannen, sich mit der Nullnummer anzufreunden.

Kommentar: Möglich ist alles

Die letzten drei Partien in der 3. Liga von Preußen Münster haben gezeigt, was möglich ist in dieser Saison: Fast alles. Es gibt keine Top- Favoriten oder schwachbrüstige Kellerkinder. Die Elf von Trainer Ralf Loose hat jedenfalls zum wiederholten Male in dieser Saison Nehmerqualitäten gezeigt. In Mainz noch sang- und klanglos untergangen, rehabilitierte sich das nahezu identische Team gegen Halle. Das stimmt zuversichtlich, es geht was für die Preußen. Dranbleiben.
Alexander Heflik

Die Rechnung wurde ohne Krohne, ohne die Offensivabteilung der Preußen gemacht. Warum? Weil Trainer Ralf Loose auf den letzten Drücker den Stürmer ins Geschehen warf. Krohnes Arbeitszeugnis hatte dabei Seltenheitswert: Erster Spielfeldkontakt nach 82 Minuten, in Minute 85 dann den Querpass von Mehmet Kara verwertet zum 1:0, Augenblicke vor dem Abpfiff das 2:0 per „Abstauber“ nach einem Schuss von Amaury Bischoff markiert, Note 1 mit Sternchen für Krohne. Viel mehr kann ein Stürmer in so kurzer Zeit kaum bewirken.

 „Na klar war das eine Befreiung für mich nach den letzten Wochen“, erklärte der 27-Jährige erstaunlich gelassen nach Spielende. Er war ins Hintertreffen geraten, weil die Preußen nach dem anfänglichen Versuch mit zwei Sturmspitzen agieren zu wollen, nur noch mit einem zentralen Angreifer antraten. Und da hatte sich Marcel Reichwein durchgesetzt, zehn Scorerpunkte (Tore und Assists) waren nicht von der Hand zu weisen. „Ich bin schon ins Grübeln gekommen“, befand Krohne, der in der Vorsaison seinen Vertrag in Münster vorzeitig bis 2016 verlängert hatte. Glücklich war er nicht, keine Frage: „Kann man als Auswechselspieler überhaupt glücklich sein?“ Da half auch nicht, dass er im DFB-Pokal gegen Bayern München einen Elfmeter gegen Weltmeister Manuel Neuer verwandelt hatte zum 1:4-Endstand oder in der Nachspielzeit als „Joker“ das 3:1 gegen Großaspach markierte. Geduld war gefragt.

Der späte Doppelpack gab Krohne gleich einen großen Schub. „Was für eine Frage“, antwortete er selbstbewusst, ob er sich prompt Chancen ausrechnen würde, am kommenden Samstag im Verfolgerduell beim punktgleichen Verfolger Chemnitzer FC erste Wahl sein zu können? Natürlich hofft er das.

Das Spiel in Bildern:

„Rocky stand goldrichtig, genau da, wo ein Stürmer zu stehen hat“, meinte Mehmet Kara. Der 30 Jahre alte Türke hatte mit einem famosen Dribbling die Führung vorbereitet. Und Krohne meinte nur: „Beim 1:0 hat Mehmet super aufgelegt, das war auch sein Tor.“ Als Amaury Bischoff in der Schlussminute gefährlich auf das Tor der Gäste schoss, konnte Torwart Pierre Kleinheiber nur zur Seite abwehren, und Krohne „staubte“ ab. Das setzte der Partie – dieses Wortspiel sei erlaubt – die „Krohne“ auf.

Die Spielernoten:



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