Mi., 01.10.2014

Seitenwechsel beim Regionalligisten Julian Lüttmann ist Sportlicher Leiter beim VfB Oldenburg

Oldenburg - Eines wird direkt klar: Der Mann hat viel zu erzählen, ihn beschäftigt viel, er brennt für seinen Job und er hat Lust, anzupacken und loszulegen. Die Rede ist von Julian Lüttmann, seines Zeichens seit gut zwei Wochen Sportlicher Leiter des Fußball-Regionalligisten VfB Oldenburg. Der gebürtige Hörsteler hat die Fußballschuhe an den berühmten Nagel gehängt, jetzt wagt er sich an die erste Stelle als Funktionär.

Von Jan Kappelhoff

„Die Gespräche gab es am Wochenende, dann sind wir uns relativ zügig einig geworden. Am Montag haben wir alles festgemacht und dann ging es direkt los an die Arbeit“, fasst Julian Lüttmann den Ablauf kurz zusammen, wie es zum Engagement kam. In Oldenburg kennt man ihn natürlich, zwei Jahre knipste der Torjäger für den Regionalligisten – 30 Tore in 52 Spielen.

Eine Meniskusverletzung inklusive diagnostiziertem Knorpelschaden zwang ihn nun, aufzuhören. „Durch die Möglichkeit, in Oldenburg zu arbeiten, habe ich das Kapitel ‚aktive Laufbahn‘ dann beendet“, so Lüttmann, der zuletzt noch beim Oberligisten SSV Jeddeloh unter Vertrag stand.

Als Einsteiger auf Funktionärsebene wird Julian Lüttmann ab sofort seinen eigenen Stil finden, den Job des Sportlichen Leiters zu interpretieren. In seiner langen Karriere hat er Persönlichkeiten im Fußball erlebt, die ihn geprägt haben und zu denen er immer noch Kontakt pflegt. Zunächst nennt er Uwe Leifeld, seinen Jugendtrainer beim SC Preußen Münster . Oder Hans-Günter Bruns, der ihn bei seiner Station in Oberhausen trainiert hat.

Julian Lüttmann - Stationen als Spieler

bis 1/2003: SC Preußen Münster
bis 2004: Holstein Kiel
bis 2005: FC Eintracht Rheine
bis 2007: Sportfreunde Lotte
bis 2009: Rot-Weiß Oberhausen
bis 1/2010: SV Sandhausen
bis 2011: Rot-Weiß Erfurt
bis 2013: VfB Oldenburg

„Alle haben mich inspiriert, auch Klaus Bienemann, als ich in Lotte war, und haben mich als Persönlichkeit eingeschätzt“, sagt Lüttmann. Einer hat es ihm besonders angetan: André Breitenreiter . Der aktuelle Trainer des Überraschungsteams der Bundesliga, dem SC Paderborn, war Lüttmanns Sturmpartner bei Holstein Kiel. „André ist ein guter Freund von mir, von dem ich damals viel gelernt habe. Wir haben noch regelmäßig Kontakt, ich wusste, dass er auch als Trainer so durchstarten wird“, erinnert sich Lüttmann.

Mit Riesen-Ehrgeiz an die neue Aufgabe

Und er selbst? Er würde nun auch gerne durchstarten, kann das ab heute auch mit voller Energie für den VfB Oldenburg tun. Bis gestern musste Lüttmann noch seinen Job im Fitnessstudio in Westerstede erledigen. Gerade in der Anfangszeit in Oldenburg bedeutete das viel Hin und Her. „Mein Arbeitgeber hat da gar keine Probleme gemacht und hat Verständnis dafür, dass meine berufliche Zukunft in der neuen Aufgabe liegt“, berichtet Julian Lüttmann. „Das ist eine Aufgabe, wo ich mit Riesen-Ehrgeiz hinter sitzen werde, wo ich richtig Bock drauf habe.“

Die Wochen der Doppelbelastung waren hart für Lüttmann, gerade, weil er den neuen Bereich auch erst kennenlernen musste. „Um 1, 2 Uhr bin ich ins Bett gegangen, um 6 Uhr dann wieder aufgestanden“, wäre Lüttmann neben der 40-Stunden-Woche im Fitnessstudio am besten ganz ohne Schlaf ausgekommen. „Es gab sehr, sehr intensive Gespräche mit dem Trainer und dem Vorstand. Wir sind gerade dabei, den Ist-Zustand zu bewerten.“

Besuch der alten Heimat

In Oldenburg verspricht man sich durch Lüttmann noch mehr Fußballkompetenz zum ehrenamtlichen Vorstand (Lüttmann: „Die sind alle mit Leidenschaft dabei.“) und dem Trainer Kristian Arambasic. Letzterer bekam übrigens deutschlandweit Bekanntheit, als er mit der SG Aumund-Vegesack als Oberligist im DFB-Pokal gegen 1899 Hoffenheim spielte und die TV-Kameras vorher in der Kabine vorbeischauten, als Arambasic seine Truppe eindrucksvoll einpeitschte. Der VfB Oldenburg hat als ein Ziel ausgegeben, den DFB-Pokal für die kommende Saison zu erreichen. Lüttmann: „Dann kommen die Kameras wieder in die Kabine.“

Ab und an findet Lüttmann sogar noch den Weg in die Heimat, nach Hörstel. Aktuell natürlich seltener, aber Kontakt ist immer da. „Meine Eltern wohnen in Hörstel, selten bin ich auch noch im Stadion. Ich interessiere mich auf jeden Fall dafür, wie der SC Hörstel abschneidet“, sagt er. Mit Mirco Heger oder Patrick Bruns spielen auch Freunde von ihm aktuell in Hörstel. Vielleicht besuchen sie ja bald mal den dann hoffentlich erfolgreichen Sportlichen Leiter des VfB in Oldenburg.



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