Do., 22.09.2016

Fußball: 3. Liga Preußen Münsters Führungsspieler funktionieren nicht

Nur nicht mehr hinsehen: Kapitän Michele Rizzi (r.) und Torwart Max Schulze Niehues nach dem 1:4.

Nur nicht mehr hinsehen: Kapitän Michele Rizzi (r.) und Torwart Max Schulze Niehues nach dem 1:4. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster/Frankfurt - 

Die Tabelle lügt nicht, sagt der fußballaffine Volksmund: Und er hat recht. Die aktuelle Tabelle sagt einiges aus, über den Zustand des Drittligisten Preußen Münster. Wir gehen in die Detailanalyse ...

Von Thomas Rellmann

Den kolossalen Fehlstart und die Rote Laterne haben die Preußen mit dem Fiasko von Frankfurt, der 1:4-Pleite beim FSV, eindrucksvoll bestätigt. Nun ist die Situation eingetreten, die alle rund um den Verein unbedingt verhindern wollten: dass auch über Trainer Horst Steffen spekuliert wird.

Weil aber am Bornheimer Hang nicht Patzer einzelner ausschlaggebend waren, sondern eher ein dauerhafter „Kollektiv-Blackout“, geht es mittlerweile um Grundsätzliches.

► Warum funktionieren die Führungsspieler nicht?

Oder wer sind sie überhaupt? Adriano Grimaldi? Der Vize-Kapitän tritt noch am ehesten auf wie einer, ackert viel, ist mannschaftsdienlich. In Hessen traf er im dritten Spiel in Serie. Aber ansonsten ist da nicht viel. Michele Rizzi, der die Binde trägt, ging nach zuletzt leichter Steigerung mit unter. Mehmet Kara? Der Teamälteste war kaum zu sehen, ist aber auch vom Naturell kein Leader-Typ. Einer, der Abstiegskampf aus seiner Zeit bei der SpVgg Unterhaching kennt, wäre Benjamin Schwarz. Doch er sagt: „Damals wussten wir, dass wir unten dabei sein werden. Diesmal hatten wir alle andere Pläne.“ Der 30-Jährige war erneut ein Mann klarer Worte in der Analyse: „Es war einfach schlecht. Wir hatten zuviel Abstand, der Gegner kam immer wieder frei zum Einschuss. Wir sind nur hinterhergelaufen. Aber rumjammern bringt jetzt nichts – wir müssen punkten, egal ob wir gut oder schlecht spielen.“

Ja, selbstkritisch waren sie anschließend, die Profis in Grün und Schwarz. „Unsere Laufleistung war viel geringer, die Raumaufteilung passte überhaupt nicht“, befand der junge Lion Schweers. Und Teilnahmslosigkeit ließ sich der Mannschaft auch noch nicht mal vorwerfen.

Fehlt also einfach Qualität?

Zumindest die schon im Juni argwöhnisch betrachte dünne Besetzung für die Abwehrpositionen rächt sich jetzt. Wurde da am falschen Ende gespart? Oder klemmt es vorne und hinten vor allem im Zusammenspiel der im Sommer allseits für gut befundenen Einzelspieler? Das wäre kein gutes Zeugnis für Steffen.

Der hatte in der Halbzeit gefordert, dass sich seine Jungs „wie Männer darstellen“ und zumindest eine temporäre Steigerung serviert bekommen. Allein, sie reichte nicht. „Es macht jetzt keinen Sinn, laut zu krakeelen. Ich werde sehen, wer sich für Samstag gegen Bremen II anbietet“, sagte er. Der völlig geknickte Edisson Jordanov („Wenn man schon am Boden ist, so ein Ding zu kriegen, tut weh“) formulierte es so: „Wir müssen ja die Köpfe wieder hochbekommen. Es geht schließlich um drei Punkte gegen Werder.“

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