Di., 18.10.2016

Fußball: 3. Liga Preußen-Coach Möhlmann will das Miteinander verbessern

Die ersten Leibchen werden verteilt – wenn auch noch ohne Aussagekraft: Benno Möhlmann will unvoreingenommen in die Trainingswoche gehen und dann entscheiden, wie und wen er aufstellt.

Die ersten Leibchen werden verteilt – wenn auch noch ohne Aussagekraft: Benno Möhlmann will unvoreingenommen in die Trainingswoche gehen und dann entscheiden, wie und wen er aufstellt. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Das erste Training unter Benno Möhlmann dauerte zwei Stunden. Deutlich wurde: Der neue Coach des SC Preußen spricht viel mit den Spielern – und er will das Miteinander verbessern. „Da können wir noch Pluspunkte sammeln“, sagt er.

Von Thomas Rellmann

Am Montagabend kam Benno Möhlmann noch seiner Pflicht als Sky-Experte nach und bewertete das Zweitliga-Spiel zwischen dem Spitzenreiter Eintracht Braunschweig (sein Ex-Club) und dem 1. FC Kaiserslautern. Seit Dienstag heißt auch für ihn die Realität Drittliga-Abstiegskampf.

Um Punkt 14 Uhr kam der 62-Jährige aus der Kabine am Trainingszentrum am Berg Fidel, nachdem ihn Präsident Christoph Strässer und Vorstandsmitglied Walther Seinsch der Mannschaft vorgestellt hatten, nicht ohne auf den Ernst der Lage hinzuweisen, in der sich der Drittletzte der Tabelle befindet. Der neue Coach, gebürtig aus Lohne im Kreis Vechta und inzwischen seit vielen Jahrzehnten heimisch in Bremen, ließ seine Schützlinge geschlagene zwei Stunden marschieren, passen, aufs Tor schießen. Keine harte Gangart, kein Konditionsbolzen, sondern viel mehr Übungen, die Sicherheit geben sollen, ordnete er an.

Fotostrecke: Benno Möhlmann wird neuer Preußen-Trainer

„Die Mannschaft hat gut mitgezogen, war engagiert – fußballerisch und läuferisch“, so seine erste grobe Einschätzung. Ansetzen will er, wie er es bei Kellerkindern natürlich schon häufiger getan hat, auch als Psychologe. „Ich will versuchen, die Mannschaft enger zusammenzuführen. Das Miteinander ist noch verbesserungsfähig, da können wir noch Pluspunkte sammeln und die Substanz erhöhen. Das muss man dann auch auf den Platz bringen.“

Nicht dabei waren neben den Langzeitpatienten Philipp Hoffmann („Ich bin auf einem guten Weg“) und Simon Scherder auch die beiden grippekranken Denis Mangafic und Danilo Wiebe. Zudem fehlt weiter Stürmer Adriano Grimaldi nach seinem Muskelfaserriss.

Eine Einheit formen

Möhlmann ließ unterdessen keine Zweifel daran aufkommen, dass er ein kommunikativer Coach ist. Er sprach klar und laut, ohne in Gebrüll überzugehen, mit den Profis. Und er war durchaus erfreut, das eine oder andere bekannte Gesicht unter den gut 50 Zuschauern – eine gewisse Neugier lockt die Kiebitze dann doch immer wieder an die Hammer Straße – wiederzusehen. Hier und da ein kurzer Plausch, da ein Scherz. Lockerheit ist nicht zu unterschätzen auf dem Weg raus aus den Niederungen.

Nicht unbekannt war ihm auch der Trainingsplatz. „Den gab es in meinen beiden letzten Jahren bei den Preußen auch schon.“ In seinen Bezug zur Stadt will Möhlmann, der zwischen 1972 und 1978 für den SCP am Ball war und hier die Familie seiner Frau oft besuchte, aber auch „nicht zu viel reininterpretieren“.

Ob er die Startelf auf links dreht oder ein neues System ausprobiert, ließ er nach den ersten Eindrücken noch offen. „Ich gehe ohne Vorsatz in die Trainingswoche und schaue mir erst mal alles an“, so sein Credo. Denkbar ist, dass die Mannschaft zum Auswärtsspiel bei den SF Lotte (Samstag, 14 Uhr) trotz der nur 60 Kilometer langen Autobahn-Anfahrt bereits am Donnerstag anreist und sich dann im Hotel vorbereitet. „Wichtig ist, dass wir dort als Einheit auftreten, dass wir Stabilität reinbekommen – aber auch, dass wir mutig sind und unsere Aktionen nach vorne haben.“ Es wäre zumindest ein erster Schritt.

Fotostrecke: Erstes Training unter dem neuen SCP-Coach Möhlmann

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