Do., 12.01.2017

Fußball: Preußen Münster im Trainingslager „Großaspach war eine Wohlfühloase“ für Tobias Rühle

Tobias Rühle im Vorwärtsgang: Aktuell ist der Stürmer eher in der zweiten Reihe der Preußen-Offensive zu Hause – und hat längere Wege bis zum gegnerischen Tor.

Tobias Rühle im Vorwärtsgang: Aktuell ist der Stürmer eher in der zweiten Reihe der Preußen-Offensive zu Hause – und hat längere Wege bis zum gegnerischen Tor. Foto: Thomas Rellmann

San Pedro Del Pinatar - 

Tobias Rühle bezeichnet seine letzte Profistation vor Münster als „Wohlfühl-Oase“. In Großaspach war das Fußballer-Leben angenehm, bei den Preußen ist der Druck ungleich größer. Das spürt auch der Stürmer, aber er nimmt die Herausforderung an.

Montag noch gespielt, Dienstag schon leicht angeschlagen, Mittwoch Bettruhe, am Donnerstag dann ein kurzer Dauerlauf – Tobias Rühle ist mit seiner schweren Erkältung einer der nicht wenigen Pechvögel im Preußen-Trainingslager. Zum Interview mit unserem Redaktionsmitglied Thomas Rellmann war der 25-Jährige dennoch bereit und sprach über seine neue Rolle, die zusätzliche Konkurrenz, sein Elfmeter-Gen und den Druck, den er im SCP-Trikot, verspürt.

Wie bewerten Sie Ihre erste Halbserie in Münster ?

Rühle: Ich habe größtenteils gespielt, habe mich als Stammspieler durchgesetzt. Aber meine Leistungen waren zu schwankend.

Sie wurden als Stürmer vorgestellt und bezeichneten den Angriff selbst als Ihre Lieblingsstelle. Wie kommen Sie mit dem Posten im Mittelfeld klar?

Rühle: Meine Position ist jetzt rechts. Das ist laufintensiver, die Wege nach hinten tun weh. Aber wenn wir mit nur einem Stürmer spielen, kann es schon sein, dass da größere Leute gefragter sind. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sich an dieser Ausgangslage in der Rückrunde etwas ändert, ist durch Neuzugänge wie Mirkan Aydin ja nicht besonders groß. Aber das ist okay. Ich weiß, was auf mich zukommt, das gehört genau so dazu.

Sie, aber auch alle anderen haben sich die Hinrunde sicher anders vorgestellt. Also noch mal die große und noch nicht final beantwortete Frage: Gibt es eine schlüssige Erklärung?

Rühle: Wenn ich nur für mich spreche, kann ich sagen, dass es für den einzelnen schwer ist, wenn das Team nicht funktioniert. Aus Mannschaftssicht sage ich: Wir haben anfangs zu viele Gegentore bekommen, waren nicht kompakt, was in dieser Liga eben weiterhin das Wichtigste ist. Dann waren wir schnell im Strudel, das Glück blieb aus. Dass wir mit 21 Punkten in die Winterpause gegangen sind, ist ja fast schon positiv. Als wir acht Zähler nach elf Spielen hatten, sah es ja so aus, als würden wir gar nicht mehr da unten rauskommen. Da bin ich oft frustriert nach Hause gekommen.

Hat Sie die schwierige Lage sehr beschäftigt? Nehmen Sie die Dinge mit heim?

Rühle: Ja, auf jeden Fall. In der Kabine merkt man es auch. Klar, der eine macht trotzdem Witze, der andere wird ganz ruhig. Aber du spürst bei allen den wachsenden Druck.

Druck ist ein Stichwort. Ist der in Münster wirklich so viel höher als in Großaspach ? Das klingt irgendwie so stereotyp ...

Rühle: Doch, das ist so. Und wenn man ihn sich selber macht ... Aber genau das wollte ich ja. Die SGS war eine Wohlfühloase. Da hatte ich einen Namen und hätte noch sechs, sieben Jahre spielen können.

Einfacher wurde es durch die Negativserie zu Saisonbeginn ja nicht.

Rühle: Logisch, aber damit müssen wir umgehen. Wir kriegen gutes Geld. Wer damit nicht klar kommt, fällt irgendwann raus. Mich hat diese Phase weiter gebracht, ich habe viel mitgenommen.

Fünf Vorlagen klingen okay. Fehlt nur ein Tor ...

Rühle: Wäre schon gut. Zumal ja vier Assists auch herausgeholte Elfer waren.

Haben Sie bereits den Ruf des Strafstoßschinders?

Rühle: In der 3. Liga kenne ich die Schiedsrichter und die mich. Ich mache ja keine Schwalben, sondern versuche nur clever im Zweikampf zu sein mit meiner Körperstatur. Mein B-Jugend-Trainer hat mir damals gesagt, ich sei prädestiniert, um Elfmeter herauszuholen.



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