Fr., 07.07.2017

Fußball: 3. Liga Wiedenbrück ist der nächste Regionalligist als Preußen-Gradmesser

Danilo Wiebe (l.) war in dieser Woche krank, kann gegen Wiedenbrück aber wieder mitmischen.

Danilo Wiebe (l.) war in dieser Woche krank, kann gegen Wiedenbrück aber wieder mitmischen. Foto: Johannes Oetz

Münster - 

Mit dem SC Wiedenbrück wartet der dritte Regionalligist binnen einer Woche in einem Test auf die Preußen – und es ist nicht der letzte. Für Trainer Benno Möhlmann sind die fehlenden Top-Clubs im Vorbereitungsprogramm kein Problem. Beim Samstagsgegner ist ein ehemaliger Münsteraner nun Coach.

Von Thomas Rellmann

Björn Mehnert hat eigentlich eine respektable Karriere im Fußball hingelegt. Drei Mal deutscher Junioren-Meister, drei Bundesliga-Einsätze, einer im Europacup (alles für Borussia Dortmund), danach war er viele Jahre ein Dauerbrenner auf höchster Amateurebene bei LR Ahlen und dem Wuppertaler SV. Später wurde er ein guter Trainer, führte zuletzt Westfalia Rhynern in die Regionalliga. Doch ein „dunkles Kapitel“ gibt es in der Laufbahn des heute 40-Jährigen. Mit dem wird er am Samstag konfrontiert: Preußen Münster.

Anfang 2007 kam er mit 30 zum damaligen Oberligisten, der unter Coach Georg Kreß verzweifelt versuchte, die direkte Rückkehr in die Regionalliga zu bewerkstelligen. Der Plan ging grandios schief, der prominente Name Mehnert wurde nach einem halben Jahr zum Symbol der enttäuschenden Rückserie. Gerecht? Schnee von gestern.

Seit wenigen Wochen ist der einstige Abwehrspieler für den Regionalligisten SC Wiedenbrück verantwortlich. Auf dem Rasen von BW Sünninghausen (Stadt Oelde) gibt es an diesem Samstag ab 15 Uhr ein Wiedersehen mit dem SCP. Auch wenn bis auf Zeugwart Jürgen Keseberg die handelnden Personen andere sind.

Für die Preußen ist es kein unwichtiger Test. Der SCW ist einer von fünf Viertligisten, die in der Testspielphase warten. Nico Rinderknecht, am Donnerstag aus Ingolstadt ausgeliehen, soll sein Debüt geben. Ganz kleine Fragezeichen stehen hinter Martin Kobylanski und Adriano Grimaldi. Dafür ist Danilo Wiebe nach seinem Infekt wieder dabei. Fabian Menig und Ole Kittner werden in der nächsten Woche zurückerwartet, ob es für Lucas Cueto bis dahin reicht, ist noch offen. Erneut muss der SCP also mit einem knappen Aufgebot auskommen.

Samstags in Erfurt

Genau in 14 Tagen geht es los für die Preußen. Der DFB gab am Freitagnachmittag die exakten Terminierungen der ersten vier Drittliga-Spieltage bekannt. Die Münsteraner, die in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit öfter als ihnen lieb war sonntags antreten mussten, können sich fürs Erste wieder den Samstag als übliches Datum notieren. Los geht es am 22. Juli um 14 Uhr bei RW Erfurt, eine Woche später, am 29. Juli, ist zur gleichen Zeit Neuling SV Meppen an der Hammer Straße zu Gast. Es folgt gleich die erste englische Woche, die den SCP am 2. August (19 Uhr) zu Zweitliga-Absteiger Würzburger Kickers führt. Anschließend tritt am 5. August um 14 Uhr Werder Bremen II bei den Preußen an. Zumindest nominell ist dieses Programm nicht unlösbar. Da Münster nicht für den DFB-Pokal qualifiziert ist, schließt sich an die Begegnung eine zweiwöchige Ligapause an.

Dass in diesem Sommer die Regionalliga-Teams die hochwertigsten Sparringspartner sind, stellt für Trainer Benno Möhlmann kein Problem dar. „Man kann schon einiges sehen in diesen Partien, ich bin einverstanden mit unserem Programm“, sagt er. „Und was hilft es mir, wenn wir einen Bundesligisten an einem Tag schlagen, an dem der schlecht drauf war oder müde Beine hatte?“ Ein kleines Highlight zum Abschluss stand durchaus zur Debatte, doch ein niederländischer Erstligist wäre nur über eine Antrittsprämie zu ködern gewesen. Und im Moment sitzt das Geld eben nicht besonders locker an der Hammer Straße.



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