Sa., 08.07.2017

Fußball: Preußen schlagen SC Wiedenbrück mit 1:0 Schweers hält den Puschen hin

Lion Schweers (hier im Spiel gegen Germania Mauritz) schoss das einzige Tor gegen den SC Wiedenbrück.

Lion Schweers (hier im Spiel gegen Germania Mauritz) schoss das einzige Tor gegen den SC Wiedenbrück. Foto: Jürgen Peperhowe (Symbolbild)

Sünninghausen - 

Drittligist Preußen Münster bleibt seiner Linie in der Vorbereitung auf die neue Drittliga-Saison 2017/18 treu. Sechs Spiele, sechs Siege. Diese Bilanz ist sauber, aber ebenso täuschend. Auch der SC Wiedenbrück, der am Samstag auf der Sportanlage von BW Sünninghausen mit 1:0 nach einem Tor von Lion Schweers bezwungen wurde, ist als Regionalligist nicht unbedingt der ganz große Gradmesser.

Von André Fischer

Sei´s drum: Jeder Sieg ist wichtig für das Selbstvertrauen. „Zu Null, das ist wichtig“, war Trainer Benno Möhlmann nicht unzufrieden. Exakt zwei Wochen sind es noch bis zum Auftakt in Erfurt.

In der „Sonnenstadt“ Sünninghausen hatten sie alles für ein großes Fußballfest in die Waagschale geworfen. Es kommt nicht allzu oft vor, dass sich in der 1200 Einwohner starken Gemeinde der Stadt Oelde ein Dritt- mit einem Viertligist misst. Da wurden die Bratwürstchen gedreht, die Steaks gegrillt, das Weißbrot akkurat geschnitten, die Kaltgetränke bei 26 Grad unentwegt gereicht. Die Blau-Weißen, die auf der Sportanlage beheimatet sind, spielen halt „nur“ in der Kreisliga A Beckum. Ein paar prominente Gesichter können da schon mal den einen oder anderen Fußballfan vom Sofa holen. Wenngleich das Interesse bei 450 Zuschauern der Kategorie überschaubar zuzuordnen war.

Den Adlerdress aus reiner Vorsicht getauscht gegen die Blue-Jeans und ein weißes T-Shirt hatte Martin Kobylanski, der sich unter das Volk mischte. „Ich wollte, aber die medizinische Abteilung hielt es für besser, dass ich eine Pause einlege“, so Preußens Winterzugang, dessen Oberschenkel nach den jüngsten kraftraubenden Einheiten zumachte. „Nichts Wildes. Am Montag bin ich im Training wieder dabei.“ Schwer fiel es ihm trotzdem, seine Füße still zu halten.

Sein Debüt feierte Neuzugang Nico Rinderknecht. Der Ex-Ingolstädter, erst am Donnerstag zum Team gestoßen, sollte im Mittelfeld zusammen mit Michele Rizzi die Fäden ziehen. Münster machte das in der Anfangsphase auch recht vielversprechend. Vor allem Philipp Hoffmann gönnte sich auf der linken Seite kaum eine Auszeit, pflügte den Rasen rauf und runter. Den Rücken frei hielt ihm Außenverteidiger Jeron Al Hazaimeh. Bis zum Strafraum sah das Offensivspiel des Drittligisten ansehnlich aus, der letzte, entscheidende Kick fehlte. Auch beim Kopfball von Adriano Grimaldi nach zehn Minuten. Wiedenbrück muckte in der Folge auf. Pierre Merkel tauchte nach 19 Minuten gänzlich allein vor Münsters Tormann Max Schulze-Niehues auf, scheiterte aber an der Nummer eins der Preußen. Ebenso wie Kapitän Oliver Zech, der in Minute 31 seinen Meister in Schulze-Niehues fand. Da hätte es durchaus zweimal klingeln können. Fußball-Lehrer Möhlmann war dementsprechend angefressen, schimpfte wie ein Rohrspatz. Um nach 38 Minuten besänftigt zu werden. Ein Freistoß von der linken Seite, getreten von Michele Rizzi, senkte sich gefährlich in den Wiedenbrücker Strafraum, Abwehrspieler Lion Schweers hielt den Puschen hin: 1:0. Schmeichelhaft zu diesem Zeitpunkt.

Mit einer Veränderung kehrten die Preußen aus der Kabine zurück. Luca Steinfeldt, in der vergangenen Spielzeit ein Torgarant der Zweitvertretung in der Westfalenliga, durfte für Adriano Grimaldi ganz vorne eintauchen. Später gesellten sich auch Simon Scherder, Tobias Rühle und Sandrino Braun für gute 20 Minuten dazu. Das war´s: das Personal ist aktuell überschaubar bei den Preußen, die im zweiten Durchgang alles klarmachen mussten. Steinfeldt per Kopf (71.) und im Nachschuss Rühle standen unmittelbar vor einem Erfolgserlebnis. Abermals Rühle in Minute 73 prüfte SC-Schlussmann Weeke, der seine Farben zumindest ergebnistechnisch im Spiel hielt. Münster hatte längst Oberwasser, spielte viel frecher nach vorne als in den ersten 45 Minuten. Was fehlte: das zweite Tor.

Am Dienstag testen die Preußen erneut. Ab 18.30 Uhr geht es in Beelen gegen Westfalia Rhynern.  

SC Preußen: Schulze-Niehues - Tritz, Mai (67. Scherder), Schweers, Al Hazaimeh - Wiebe - Stoll, Rinderknecht (67. Braun), Hoffmann (67. Rühle) - Rizzi - Grimaldi (46. Steinfeldt).

SC Wiedenbrück: Weeke - Hüsing, Leeneman, Wolff, Büyüksakarya - Geisler - Randy (75. Maier), Zech, Betarilo-Cerdic, Celik (75. Hartmann) - Merkel.

Tor: 1:0 Schweers (38.).

Zuschauer: 450.



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