So., 09.07.2017

Fußball: 3. Liga Preußen geben sich auf dem Stadtfest schlagfertig und zuversichtlich

Die Abwehrreihe zeigt sich: Die Kette (v.l.) besteht in diesem Fall aus Jeron Al-Hazaimeh, Stéphane Tritz, Sebastian Mai, Ole Kittner, Lion Schweers, Simon Scherder (verdeckt) und Neuzugang Fabian Menig (vorne), den Moderator Carsten Schulte hier interviewt.

Die Abwehrreihe zeigt sich: Die Kette (v.l.) besteht in diesem Fall aus Jeron Al-Hazaimeh, Stéphane Tritz, Sebastian Mai, Ole Kittner, Lion Schweers, Simon Scherder (verdeckt) und Neuzugang Fabian Menig (vorne), den Moderator Carsten Schulte hier interviewt. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Volksnah und sympathisch gaben sich die Preußen am Sonntag auf dem Stadtfest „Münster mittendrin“. Trotz Sparkurs regiert Zuversicht in den Reihen des Drittligisten. Sportchef Malte Metzelder kündigte noch weitere Verpflichtungen an.

Von Thomas Rellmann

Die grundsätzliche Idee, die Mannschaftspräsentation auf dem gut besuchten und atmosphärisch angenehmen Stadtfest vorzunehmen, ist eine schlaue seitens des SC Preußen. Dort lassen sich auch Münsteraner einfangen, die nicht unbedingt von selbst den Weg zur Hammer Straße finden. Spieler und Verantwortliche gaben sich am Sonntag sympathisch, volksnah und bester Laune. Einzig die Umsetzung auf der Bühne vor dem Karstadt-Gebäude war angesichts diverser Einflüsse nicht ideal. Die schwache Tonqualität und die laute Musik der Nebenbühnen erschwerten es Zuhörern, die nicht in erster oder zweiter Reihe standen, Gesprächsfetzen aufzuschnappen.

Moderator Carsten Schulte entlockte gerade den Profis aber ein paar kleine Geheimnisse. Neuzugang Lucas Cueto nannte den 1. FC Köln einen „Herzensverein“, Martin Kobylanski schwärmt für den FC Liverpool, und U-23-Knipser Luca Steinfeldt, der wie A-Junior Cyrill Akono ein kluger Kopf zu sein scheint, mag den Hamburger SV. Fabian Menig bekannte, dass auch die Tradition des SCP für ihn den Ausschlag gegeben habe, und nannte die Innenverteidigung als Lieblingsposition. Der so lange verletzte Publikumsliebling Simon Scherder vermeldete: „Das Knie hält bisher super. Aber ich merke natürlich selbst, dass ich noch Zeit brauche.“ Abwehrtalent Lion Schweers betonte, dass es für ihn nie eine Überlegung gewesen sei, den Verein zu verlassen. Und Hertha-Leihgabe Nils Körber leugnete nicht den Unterschied zwischen Hauptstadt und westfälischer Metropole. Der dritte Keeper Luis Klante nannte in diesem Zusammenhang Münster sogar eine „echte Großstadt“.

Natürlich durften auch die zarten Versuche, aus den Protagonisten ein Saisonziel herauszukitzeln, nicht fehlen. Doch so richtig wollte da keiner raus mit der Sprache. Immerhin strahlte Trainer Benno Möhlmann große Zuversicht aus. „Es ist ein Vorteil, dass wir eingespielt sind.“ Er schränkte allerdings auch ein: „Fakt ist, dass andere Drittligisten weitaus mehr investieren können als wir.“ Sein Sportchef Malte Metzelder redete denn auch gar nicht um den erzwungenen Sparkurs herum. „Das erste Kriterium bei der Spielersuche war, dass die Kandidaten in den wirtschaftlichen Rahmen passen.“ Neben einem Mann für die offensive linke Seite möchte er offenbar aber gerne noch einen Akteur fürs Zentrum holen. „Der Kern der Mannschaft steht. Ich hoffe, dass sie an den Erfolg der Rückrunde anknüpfen kann.“ Möhlmann versprach augenzwinkernd sogar einen Punkteschnitt von 1,7, was seine bisherige Bilanz noch mal steigern würde.

Da es das Auftaktprogramm diesmal vermeintlich gut mit den Preußen meint, rief Angreifer Tobias Rühle optimistisch vier bis sechs Punkte für die beiden ersten Partien aus, was Kapitän Adriano Grimaldi gleich befürwortete. Zumindest am Menschenkicker zeigten sich die Herren schon mal treffsicher und schlugen, ehe es auf die Bühne ging, ihre Volleyball-Kolleginnen vom USC Münster torreich. Es folgte gegen ein Team des Franziskus-Hospitals allerdings sogleich die Ernüchterung in Form einer Niederlage. Nicht schlimm, ging es doch um den guten Zweck.



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