Mi., 12.07.2017

Leichtathletin von Preußen Münster Kampfansage: Weitspringerin Lena Malkus ringt um Comeback

Lena Malkus bald wieder im Wettkampfmodus? Wie hier bei den Weltmeisterschaften in Moskau wartet die Preußen-Weitspringerin auf ihren Einsatz.

Lena Malkus bald wieder im Wettkampfmodus? Wie hier bei den Weltmeisterschaften in Moskau wartet die Preußen-Weitspringerin auf ihren Einsatz. Foto: Iris Hensel

Münster - 

Die Kampfansage war unmissverständlich damals, vor knapp zwei Jahren. „Ich bin keine, die aufgibt, und ich will nicht mit diesem Scheiß-Jahr abschließen,“ sagte Lena Malkus kurz vor Beginn der leichtathletischen Hallensaison 2017.

Von Jürgen Beckgerd

Aber: Das „Seuchenjahr“ ging weiter für die Weitspringerin des SC Preußen Münster, die zuvor (fast) alle Meriten gewann, die es national wie international zu gewinnen gab: Gold bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Singapur, Gold auch bei der U-23-Europameisterschaft in Tampere (Finnland), Silber bei der U-20-WM in Barcelona. 2015 wurde sie Deutsche Meisterin im Weitsprung mit 6,74 Metern vor Tausenden Zuschauern in Nürnberg.

Malkus „rettete“ sich, entwickelte Distanz zum Sport. Sie widmete sich ihrer Bachelor-Arbeit in Psychologie, erfuhr Rückendeckung durch Familie und Freunde und „ganz viel von meinen Trainern“, Elke und Frank Bartschat.

Und sie nahm „Kampf“ in ihr Vokabular auf. „Es kam ja eine Verletzung nach der anderen, dann das Gefühl von Panik, wenn ich gerade mal schmerzfrei war: Schaffst du das?“ sagte sie im Interview mit dieser Zeitung.

Folgen einer Virusinfektion

Lena Malkus kämpft. Wieder und immer noch. Während eines Urlaubs auf Bali hatte sie sich eine Virusinfektion zugezogen, deren Auswirkungen immer noch nicht behoben sind.

Via Facebook-Post am Mittwoch und im Gespräch hält sie nicht hinterm Berg: „Lange Zeit konnte mir keiner sagen, was mit meinem Körper nicht stimmte. Seit Kurzem habe ich einen Ansatz und ich habe das Gefühl, endlich auf dem richtigen Weg zu sein. Es ist ein ständiges Auf und Ab – es gibt Tage an denen ich schmerzfrei Sprints in Spikes absolvieren kann, und andere Tage, an denen ich bereits Schmerzen beim Joggen habe.“ Und: „Das Schlimmste ist diese Unklarheit, in der ich mich befinde. Manchmal denke ich, dass ein Kreuzbandriss besser wäre. Dann wüsste ich, wann es vorüber ist.“

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Wettbewerbsteilnahme zurzeit unmöglich

Die Athletin steht derzeit in Behandlung der medizinischen Abteilung im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). „Alle zwei, drei Wochen fahre ich Richtung Frankfurt“, beschreibt sie den Aufwand.

Bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt war Malkus vor Ort, doch aus ihrem Staffel-Einsatz wurde nichts, an den Weitsprung-Wettbewerb war ohnehin nicht zu denken.

„Bis zum Schluss habe ich gehofft, wenigstens in der Staffel teilnehmen zu können, aber mit meinen Trainern, Ärzten und Physios haben wir beschlossen, dass mein Körper noch nicht so weit ist“, schrieb sie jetzt auf Facebook. „Trotz der Rückschläge, der Tage des Verzweifelns und der vielen Tränen die ich vergossen habe, habe ich meinen Kampfgeist, meinen Mut aber vor allem meine Hoffnung nicht verloren. Ich glaube weiter an mein Comeback.“

Ihren Mut hat sie nicht verloren: „So lange es die Hochs gibt, werde ich auch die Tiefs ertragen“, sagte sie am Mittwoch. Es war eine Kampfansage.



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